International
Russland

Russland droht mit Angriffen auf «feindliche» Handelsschiffe

Russland droht mit Angriffen auf «feindliche» Handelsschiffe

12.08.2026, 17:5612.08.2026, 17:56

Russlands droht nach dem Festsetzen mehrerer Schiffe seiner sogenannten Schattenflotte dem Westen mit «spiegelbildlichen Massnahmen».

Es gehe nicht nur um Gewässer, in denen russische Schiffe überfallen würden, «sondern dort, wo wir es für notwendig und zielgerichtet erachten», sagte der russische Präsident Wladimir Putin. Er trat in Uniform auf einem Kriegsschiff bei einem Manöver der Pazifikflotte vor der Insel Sachalin auf. Moskau reagiere damit auf das Vorgehen der Europäischen Union.

Die Festsetzung seiner Schiffe ärgert Russland schon lange. Moskau spricht von Piraterie und hat auch schon wiederholt damit gedroht, seine Kriegsschiffe zum Schutz seiner Handelsschiffe einzusetzen.

Angriffe auch ausserhalb des Schwarzen Meeres

Der russische Ex-Präsident und jetzige Vizechef des nationalen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, wurde noch konkreter. «Russland hat das Recht, jedes Handelsschiff feindlicher Staaten anzugreifen, die sich sowohl in unseren als auch in neutralen Gewässern befinden, wenn es ausreichenden Verdacht gibt, dass es Fracht im Interesse des Gegners transportiert», schrieb Medwedew in seinem Telegram-Kanal. Mit Gegner dürfte er die Ukraine meinen. Das betreffe jede Fracht und jedes Schiff auch ausserhalb des Schwarzen Meeres.

Russland führt seit fast viereinhalb Jahren Krieg gegen den Nachbarn Ukraine und wurde deswegen von der EU und anderen Staaten mit Sanktionen belegt. Mehrere westliche Staaten, darunter Grossbritannien, Frankreich und Schweden, setzten bereits für Russland fahrende Öltanker wegen des Verdachts der Sanktionsumgehung kurzzeitig fest. So soll etwa Russlands Ölverkauf unterbunden werden, der wichtig für die Finanzierung des Angriffskrieges gegen die Ukraine ist. Auch für andere Bereiche der russischen Schifffahrt gelten Sanktionen.

Der für Schifffahrt zuständige Kreml-Beauftragte Nikolai Patruschew sprach im Februar von «piratenähnlichen Angriffen» westlicher Staaten auf den Seehandel seines Landes. Moskau erwartet demnach künftig noch mehr Versuche, russische Öltanker und andere Handelsschiffe festzusetzen. «Wir denken, dass wie zu allen Zeiten die Kriegsflotte die beste Garantie für die Sicherheit der Schifffahrt ist», sagte er. Russland müsse weiter sein Öl, sein Getreide, seinen Dünger verschiffen können, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Amerikanische Milliardäre und der Techno-Faschismus
1 / 13
Amerikanische Milliardäre und der Techno-Faschismus

Einige der reichsten und mächtigsten Männer aus dem Silicon Valley treiben demokratiefeindliche Machenschaften voran. Der US-Journalist Gil Durán (Bild) prangert in seinem Buch «The Nerd Reich» und einem gleichnamigen Podcast bekannte Akteure an ...

quelle: screenshot: youtube
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Erdbeben in Kolumbien
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
60 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Ameo
12.08.2026 18:21registriert Oktober 2025
Aber jene Schiffe die gestoppt werden, fahren doch gar nicht unter russischer Flagge. Sollte also kein Problem für klein Vladimir sein, oder etwa doch?
1233
Melden
Zum Kommentar
avatar
Das Klavier singt Schlagzeug
12.08.2026 19:04registriert Juni 2024
Sollen sie doch.
Jede Aggression gegenüber dem Westen stärkt nur die Entschlossenheit Russland endlich zur Rechenschaft zu ziehen und bringt uns damit einem Kriegsende näher.
777
Melden
Zum Kommentar
avatar
Wir (M)Ostschweizer*innen nun im Süden
12.08.2026 19:46registriert Juni 2019
«Russland hat das Recht, jedes Handelsschiff feindlicher Staaten anzugreifen, die sich sowohl in unseren als auch in neutralen Gewässern befinden, wenn es ausreichenden Verdacht gibt, dass es Fracht im Interesse des Gegners transportiert»
Also auch die Fähre, Romanshorn-Friedrichshafen wenn sich darauf ein LKW aus der Ukraine befindet, der Maschinenteile für die Aufräumbagger geladen hat oder Lebensmittel für den Zivilschutz...
Muss man das so verstehen?
Armes Ruzzland!
605
Melden
Zum Kommentar
60
«Bleibt blockiert»: Iran widerspricht Trump im Streit um die Strasse von Hormus
Der Iran hat Äusserungen von Präsident Donald Trump widersprochen, wonach die USA die Kontrolle über die Strasse von Hormus hätten. Die wiederholten Behauptungen und Posts von US-Amtsträgern zur Aufhebung der Blockade der Strasse von Hormus änderten nichts an der Realität, erklärte Irans neue Behörde für die Meerenge (PGSA) auf der Plattform X. «Die Strasse von Hormus bleibt blockiert und wird erst wieder geöffnet, wenn die Bedingungen des Irans akzeptiert werden.»
Zur Story