Russischer Angriff auf Wohnhaus in Charkiw – Dutzende Verletzte
Bei russischen Angriffen sind in der Ukraine erneut zwei Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. In Charkiw im Osten des Landes wurden nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow 35 Menschen verletzt. Zunächst hatte er von 29 Verletzten bei einem russischen Angriff auf ein Wohnhaus gesprochen, darunter zehn Minderjährige. Russland habe Gleitbomben eingesetzt.
Auch die Hauptstadt und ihr Umland waren einmal mehr Ziel russischer Attacken. In der Region Kiew kamen Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge zwei Menschen durch russische Angriffe ums Leben. Bei einem handele es sich um einen aserbaidschanischen Staatsbürger. Selenskyj schrieb ausserdem von Drohnenangriffen und Schäden unter anderem an Wohnhäusern, Telekommunikationsinfrastruktur und Tankstellen in der Hauptstadt Kiew. In der Region Odessa sei ein Schiff unter der Flagge von Palau getroffen worden. Regionale Behörden sprachen dort von zwei Verletzten.
Selenskyj: Haben Ziele in Russland getroffen
Die Ukraine nahm ihrerseits Ziele im russischen Hinterland ins Visier. Selenskyj zufolge attackierte das Militär unter anderem zwei Rüstungsbetriebe in den Regionen Tula und Woronesch, Anlagen der Ölindustrie im Gebiet Krasnodar und Ziele im Schwarzen Meer und der Region Brjansk. Russland müsse die Eskalation beenden, forderte Selenskyj.
Im Gebiet Tula machte Gouverneur Dmitri Miljajew keine Angaben zu möglichem Drohnenalarm oder Schäden. In der Region Woronesch sprach Gouverneur Alexander Gussew von 20 abgewehrten Drohnen. Vier Menschen seien verletzt worden, davon drei Kinder.
In der an die Ukraine grenzenden Region Brjansk stürzte laut dem kommissarischen Gouverneur Jegor Kowaltschuk ein Teil einer Brücke infolge eines Angriffs ein. Zehn Waggons eines Zugs seien daraufhin entgleist. Andernorts seien 18 offene Güterwaggons durch einen Angriff entgleist.
Der Zivilschutzstab im Gebiet Krasnodar berichtete von herabstürzenden Drohnentrümmern, die Brände bei drei zivilen Unternehmen ausgelöst hätten.
Moskau bestätigt Angriffe
Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte Angriffe unter anderem auf Datenzentren in Kiew. Sie hätten die ukrainische Armee mit Mobilfunk und Internet versorgt, hiess es zur Begründung.
Im Gebiet Odessa seien unter anderem ein Logistikzentrum und ein Schiff attackiert worden. Das Schiff habe Güter für die ukrainischen Streitkräfte transportiert, hiess es. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.
Bereits in den vergangenen Tagen hatte Russland Datenzentren in der Ukraine attackiert, woraufhin Internetanbieter von kurzzeitigen Problemen berichteten. Russland führt seit mehr als viereinhalb Jahren einen zerstörerischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. (dab/sda/dpa)
