Tote und Verletzte nach ukrainischen Drohnenangriffen in der Schwarzmeerregion
Im russischen Urlaubsort Archipo-Osipowka am Schwarzen Meer ist eine ukrainische Drohne in einen belebten Strandabschnitt eingeschlagen. Gemäss Angaben der russischen Behörden sind dabei sechs Zivilisten getötet worden, darunter auch drei Minderjährige. Weiter seien rund 40 Personen verletzt worden, wie der Gouverneur des russischen Gebiets Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, berichtet.
Die Todesopfer seien von herumfliegenden Trümmerteilen getroffen worden, teilten die russischen Behörden mit. Eine Formulierung, die gemäss der Nachrichtenagentur Reuters darauf hindeutet, dass die Drohne durch Flugabwehrmassnahmen vom Himmel stürzte und im Badeort einschlug. Mit welchem Ziel die Drohne unterwegs war, ist indes nicht bekannt.
In einem vom englischen Nachrichtensender BBC mittlerweile verifizierten Video filmte ein Badegast den Moment des Drohneneinschlags. Gemäss mehreren Augenzeugenberichten in russischen Medien seien vor der Explosion Schüsse zu hören gewesen, was darauf hinweise, dass die Luftabwehr versucht habe, die Drohne vom Himmel zu schiessen, wie BBC schreibt. Gouverneur Wenjamin Kondratjew warf Kiew einen Angriff auf die Zivilbevölkerung vor, die nichts mit Militärinfrastruktur zu tun habe.
Auch auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim stieg die Zahl der Toten infolge eines ukrainischen Angriffs nach Angaben des von Moskau eingesetzten Statthalters Sergej Aksjonow auf vier Menschen. Zuvor hatte er von drei Toten und zwei Verletzten gesprochen. Details nannte er nicht.
Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Morgen mit, 131 ukrainische Drohnen über russischen Regionen und der annektierten Krim abgewehrt zu haben. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar, lassen aber Rückschlüsse auf die Intensität der ukrainischen Gegenangriffe zu.
Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. In den vergangenen Monaten hat Kiew seine Gegenangriffe im russischen Hinterland stark ausgeweitet. Dabei werden auch immer mehr Zivilisten verletzt oder getötet. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat immer wieder erklärt, dass der Krieg nach Russland zurückgetragen werden müsse. (jul, mit Material von Keystone-SDA)
