Mehrere Ziele getroffen: Ukraine greift Russland weit hinter der Grenze an
Die ukrainische Armee hat nachts Ziele bis tief hinein nach Russland mit Drohnen und Raketen angegriffen.
Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, 326 feindliche Drohnen seien abgefangen worden. Diese Zahl ist nicht unabhängig überprüfbar, sie spricht aber für einen grossangelegten ukrainischen Angriff.
We continue to apply Ukrainian long-range sanctions against Russian military facilities and the oil industry. In particular, last night Ukrainian FP-5 Flamingos struck a military plant in Cheboksary that supplies the occupier’s army with components for drones and missiles. I… pic.twitter.com/WdA2yUhsyC
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) June 10, 2026
Getroffen wurde unter anderem die Raffinerie von Samara an der Wolga, wie russische Telegramkanäle berichteten. Im Gebiet Wladimir östlich von Moskau wurden nach Behördenangaben zwei Infrastrukturobjekte beschädigt. Auch dabei handelt es sich nach Berichten auf Telegram um Anlagen der Ölindustrie.
Among the targets reportedly struck overnight was the Kuibyshev Oil Refinery in Russia's Samara region.
— Anton Gerashchenko (@Gerashchenko_en) June 10, 2026
It is one of the largest oil facilities in the region. pic.twitter.com/0FUQTw9oGp
In Tscheboksary an der Wolga sprachen die Behörden von drei Verletzten nach einem Raketenangriff. Dort könnte ein Rüstungsunternehmen das Ziel gewesen sein. Drohnenalarm wurde auch in der sibirischen Stadt Omsk ausgelöst, die 2800 Kilometer von Kiew entfernt liegt. Omsk ist Standort der grössten russischen Ölraffinerie. Es wurde aber nichts über einen tatsächlichen Angriff bekannt.
Early this morning, a Ukrainian Flamingo cruise missile slammed into Russia’s VNIIR Progress military electronics plant in Cheboksary.
— OSINTtechnical (@Osinttechnical) June 10, 2026
The Flamingo’s 2,500 pound warhead ripped open the main administration building and set it ablaze. pic.twitter.com/DIybZ1IDis
Geschichtsmuseum in Sewastopol getroffen
In Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim schlug eine Drohne in ein Geschichtsmuseum ein, das Panorama der Belagerung der Stadt im Krimkrieg im 19. Jahrhundert. Der Chef der Besatzungsverwaltung, Michail Raswoschajew, sprach auf Telegram von einem gezielten Angriff auf eine Kultureinrichtung.
Dies wäre indes untypisch für die bisherigen Angriffsmuster der ukrainischen Armee. Umgekehrt hat Russland in mehr als vier Jahren Angriffskrieg viele Museen, Theater, Bibliotheken, Schulen und Kirchen in der Ukraine bei Luftangriffen beschädigt.
Drohnenschwarm schlägt in Charkiw ein
Die russischen Drohnenangriffe in der Nacht trafen am schwersten die grenznahe ukrainische Grossstadt Charkiw. Die Regionalverwaltung berichtete von 26 Einschlägen binnen kurzer Zeit. Es habe fünf Verletzte gegeben. Die ukrainische Luftwaffe zählte über Nacht 207 russische Drohnen, von denen 181 abgefangen worden sein. (cma/sda/dpa)
