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Russland

Ukraine greift Russland weit hinter der Grenze an

Mehrere Ziele getroffen: Ukraine greift Russland weit hinter der Grenze an

10.06.2026, 09:4310.06.2026, 10:55

Die ukrainische Armee hat nachts Ziele bis tief hinein nach Russland mit Drohnen und Raketen angegriffen.

Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, 326 feindliche Drohnen seien abgefangen worden. Diese Zahl ist nicht unabhängig überprüfbar, sie spricht aber für einen grossangelegten ukrainischen Angriff.

Getroffen wurde unter anderem die Raffinerie von Samara an der Wolga, wie russische Telegramkanäle berichteten. Im Gebiet Wladimir östlich von Moskau wurden nach Behördenangaben zwei Infrastrukturobjekte beschädigt. Auch dabei handelt es sich nach Berichten auf Telegram um Anlagen der Ölindustrie.

In Tscheboksary an der Wolga sprachen die Behörden von drei Verletzten nach einem Raketenangriff. Dort könnte ein Rüstungsunternehmen das Ziel gewesen sein. Drohnenalarm wurde auch in der sibirischen Stadt Omsk ausgelöst, die 2800 Kilometer von Kiew entfernt liegt. Omsk ist Standort der grössten russischen Ölraffinerie. Es wurde aber nichts über einen tatsächlichen Angriff bekannt.

Geschichtsmuseum in Sewastopol getroffen

In Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim schlug eine Drohne in ein Geschichtsmuseum ein, das Panorama der Belagerung der Stadt im Krimkrieg im 19. Jahrhundert. Der Chef der Besatzungsverwaltung, Michail Raswoschajew, sprach auf Telegram von einem gezielten Angriff auf eine Kultureinrichtung.

Dies wäre indes untypisch für die bisherigen Angriffsmuster der ukrainischen Armee. Umgekehrt hat Russland in mehr als vier Jahren Angriffskrieg viele Museen, Theater, Bibliotheken, Schulen und Kirchen in der Ukraine bei Luftangriffen beschädigt.

Drohnenschwarm schlägt in Charkiw ein

Die russischen Drohnenangriffe in der Nacht trafen am schwersten die grenznahe ukrainische Grossstadt Charkiw. Die Regionalverwaltung berichtete von 26 Einschlägen binnen kurzer Zeit. Es habe fünf Verletzte gegeben. Die ukrainische Luftwaffe zählte über Nacht 207 russische Drohnen, von denen 181 abgefangen worden sein. (cma/sda/dpa)

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    Simsalabimeon
    10.06.2026 09:58registriert Oktober 2024
    Oha, jetzt sagen selbst die russen, dass sie nicht ALLE Drohnen abgefangen haben? Abgesehen davon, da waren auch ein paar Marschflugkörper dabei (FP-5, besser bekannt als "Flamingo", ein paar russen haben Videos davon gepostet, ungehindert im Tiefflug). Dass sie ein Geschichtsmuseum treffen, finde ich zwar schade, aber angesichts der vielen Angriffen der russen auf zivile Gebäude... naja.
    Sie schneiden die Krim ab und zerstören gleichzeitig die Raffinerien und Speicher weit im Hinterland. Und dies mit selbst entwickelten Drohnen und Raketen. Ich hoffe, sie können das Momentum beibehalten.
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    Rannen
    10.06.2026 10:09registriert Januar 2018
    Ich finde das Genial, den langsam beginnt die Russen Moral zu begreifen. Macht weiter so intensiviert wo immer das geht. Ein Hochachtungsvolles Bravo
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