Russland packt U-Boote in Noworossijsk in Drohnen-Käfige
Russland hat nach Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums mehrere U-Boote im Marinestützpunkt Noworossijsk am Schwarzen Meer mit sogenannten Anti-Drohnen-Käfigen ausgestattet. Satellitenaufnahmen vom 6. bis 9. Juni sollen entsprechende Gitterkonstruktionen auf den Kommandotürmen von drei U-Booten der Kilo-Klasse zeigen. Ein viertes Boot werde «mit ziemlicher Sicherheit» ebenfalls entsprechend ausgerüstet, teilte das Ministerium mit.
London bewertet die Massnahme als Reaktion auf die wachsenden Fähigkeiten der Ukraine, mit Drohnen auch Ziele weit hinter der Front anzugreifen. Demnach würden die Schutzvorrichtungen «mit ziemlicher Sicherheit als Präventivmassnahme» installiert.
Russland versucht, U-Boote vor Unterwasserdrohnen zu schützen
Der Hafen von Noworossijsk hat für die russische Schwarzmeerflotte in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Nachdem ukrainische Angriffe den Flottenstützpunkt Sewastopol auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim zunehmend unter Druck gesetzt hatten, verlegte Moskau einen Teil seiner Schiffe an den russischen Festlandhafen.
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben wiederholt Angriffe auf Noworossijsk durchgeführt, unter anderem mit unbemannten Überwasserdrohnen. Russland reagierte darauf bereits mit Sperranlagen im Hafen. Die nun beobachteten Gitterkonstruktionen sollen nach britischer Einschätzung den Schutz der U-Boote weiter erhöhen.
Solche Schutzgitter werden seit Beginn des russischen Angriffskriegs häufig auf Panzern und anderen gepanzerten Fahrzeugen eingesetzt, um Drohnenangriffe zu erschweren. Auf U-Booten gelten sie dagegen als ungewöhnlich. Das russische Verteidigungsministerium äusserte sich zunächst nicht zu der britischen Geheimdiensteinschätzung.

