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Russland

Ökonom sagt Niederlage Russlands in der Ukraine voraus und wird gefeuert

Bekannter Ökonom sagt Russland-Niederlage voraus – und wird nach «Anruf von oben» gefeuert

17.08.2026, 06:4717.08.2026, 07:36

In Moskau hat der prominente Ökonom Andrej Klepatsch Russland in seinem Abnutzungskrieg gegen die Ukraine eine Niederlage vorhergesagt und nun seinen Job verloren. Das Staatsunternehmen VEB.RF, Russlands führende Institution für wirtschaftliche Entwicklung, habe seinen Chefökonomen entlassen, berichteten mehrere russische Medien am Sonntagabend.

epa13056547 Russian President Vladimir Putin arrives to attend a wreath-laying ceremony marking the 85th anniversary of the Nazi German invasion of the Soviet Union in World War II on the Remembrance  ...
Wladimir Putin bei einer Veranstaltung in Moskau im Juni.Bild: keystone

Klepatsch war zuvor mit Äusserungen zitiert worden, nach denen es für Russland unmöglich sei, den Abnutzungskrieg gegen die Ukraine zu gewinnen. Er zeigte sich auch überzeugt, dass Russland auf eine Krise zusteuere.

Die Zeitung «The Moscow Times» hatte über einen Vortrag von Klepatsch in einem Club der Moskauer Börse berichtet, in dem der Ökonom bereits im Mai der Ukraine ein wirtschaftliches Überleben bescheinigt hatte. «Wir geben uns der Illusion hin, dass dort [in der Ukraine] alles zusammenbrechen wird. Es ist nicht zusammengebrochen und wird auch nicht zusammenbrechen», zitierte die Zeitung Klepatsch. Russlands Kosten hingegen stiegen, das Land werde «sowohl im technologischen als auch im wirtschaftlichen Wettbewerb weltweit» den Kürzeren ziehen.

Die Aussagen sind deshalb brisant, weil der Machtapparat und die Staatskonzerne stets behaupteten, dass die Lage trotz aller Probleme unter Kontrolle sei. Kremlchef Wladimir Putin, der die Invasion in die Ukraine im Februar 2022 befohlen hatte, betont immer wieder, dass Russland siegen werde. Bisher ist aber nicht in Sicht, dass der Präsident seine Kriegsziele erreicht. In Russland nehmen vielmehr täglich die wirtschaftlichen Probleme zu.

Medien: Klepatsch nach «Anruf von oben» entlassen

Der 67 Jahre alte Klepatsch gehört zu den renommiertesten Wirtschaftsexperten in Russland. Er arbeitete seit zwölf Jahren für die vom Westen mit Sanktionen belegte VEB, vormals die russische Staatsbank für Aussenwirtschaft. Der Experte Alexander Prokopenko von der Denkfabrik Carnegie in Berlin sagte, dass Klepatsch nie mit seiner Meinung hinter den Berg gehalten habe.

Das unabhängige Portal «The Bell» berichtete, dass VEB.RF-Chef Igor Schuwalow Klepatsch nach einem «Anruf von oben» – also aus dem Kreml – entlassen habe. Schuwalow ist früherer Vizeregierungschef und ein Vertrauter Putins. Der Chefökonom bestätigte dem Magazin «Forbes» seine Entlassung, nannte demnach aber keine Gründe.

Die Wirtschaftszeitung «Wedomosti» berichtete unter Berufung auf eigene Quellen bei der VEB.RU, dass Klepatsch habe gehen müssen, weil seine persönlichen Einschätzungen der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung in Russland nicht in Einklang zu bringen seien mit den Positionen des Staatskonzerns. (dab/sda/dpa)

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72 Kommentare
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stronghelga
17.08.2026 07:15registriert März 2021
Ein selbstbewusstes System hätte Klepatschs Analyse widerlegt. Ein unsicheres System entfernt den Analysten.
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[CH-Bürger]
17.08.2026 07:11registriert August 2018
Ein Wunder, dass er noch nicht aus dem Fenster gefallen wurde...
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rodolofo
17.08.2026 07:06registriert Februar 2016
Man kann die Realität lange leugnen und verdrehen.
Aber irgendwann drückt sie so massiv durch, dass die Lügner von dieser Realität weggefegt werden!
Das gilt nicht nur für den Klimawandel, sondern auch für andere Themen. Darum besser von Anfang an offen und ehrlich sein! Dann klappt's auch mit der Realität.
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