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Russland

Skripal: Polizei soll Nowitschok-Täter identifiziert haben

Skripal-Angriff: Britische Polizei soll Nowitschok-Täter identifiziert haben

19.07.2018, 07:4819.07.2018, 08:35

War es Russland? Nach dem Angriff auf die Skripals mit dem Nervengift Nowitschok haben EU und USA dutzende russische Diplomaten ausgewiesen. Der Kreml zog nach. Nun wollen Ermittler Beweise gefunden haben.

Yulia Skripal poses for the media during an interview in n London, Wednesday May 23, 2018. Yulia Skripal says recovery has been slow and painful, in first interview since nerve agent poisoning. (Dylan ...
Julia Skripal und ihr Vater Sergej wurden mit Nowitschok angegriffen. Bild: AP/Reuters Pool

Die britische Polizei geht nach Information der Nachrichtenagentur PA davon aus, mutmassliche Täter des Nowitschok-Angriffs auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia im März in Salisbury identifiziert zu haben. Es handle sich dabei um mehrere Russen, berichtete PA am Donnerstag unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld der Ermittlungen.

«Die Ermittler glauben, dass sie die Tatverdächtigen des Nowitschok-Angriffs mithilfe von Überwachungskameras identifiziert haben», zitiert PA die nicht namentlich genannte Quelle. Die Aufzeichnungen seien mit Einreisedaten nach Grossbritannien abgeglichen worden. «Sie (die Ermittler) sind sicher, dass sie (die Verdächtigen) Russen sind», zitiert PA weiter.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass auch eine inzwischen gestorbene 44-jährige Frau und ein 45-jähriger Mann durch eine kleine Flasche mit dem Nervengift in Kontakt gekommen waren. Nun soll festgestellt werden, ob das Gift aus derselben Quelle stammt wie die Substanz, mit der Skripal (67) und seine Tochter (33) vergiftet worden waren. Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass die beiden Fälle in einem Zusammenhang miteinander stehen.

Putin streitet Vorwürfe ab

London bezichtigte Moskau, Drahtzieher des versuchten Mordanschlags auf die Skripals gewesen zu sein. Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt, später wurde damit auch in anderen Ländern experimentiert.

Der Kreml bestreitet jegliche Vorwürfe. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. Mehr als zwei Dutzend Länder wiesen russische Diplomaten aus. Russland reagierte ebenfalls mit Ausweisungen.

Am Montag doppelte Putin nach: London habe keinerlei Beweise dafür vorgelegt, dass Russland für die Vergiftung Skripals verantwortlich sei, sagte er im US-Sender Fox News. 

Russian President Vladimir Putin listens to U.S. President Donald Trump during a press conference after the meeting of U.S. President Donald Trump and Russian President Vladimir Putin at the President ...
«Wir sehen nur diese gegenstandslosen Vorwürfe.»: Wladimir Putin.Bild: AP/AP

«Wir hätten gerne schriftliche Beweise. Aber niemand liefert sie uns», sagte Putin. Hinter dem Fall könnten innenpolitischen Fragen in Grossbritannien stecken: «Aber niemand will sie prüfen», sagte Putin weiter.

«Wir sehen nur diese gegenstandslosen Vorwürfe. Warum wird das so gemacht? Warum soll unsere Beziehung dadurch verschlechtert werden?», führte der russische Staatschef aus. (sda/dpa)

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