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Schule - Bildung

Frankreich nach Gewalt bei Schülerprotesten erschüttert

Frankreich nach Gewalt bei Schülerprotesten erschüttert

03.10.2026, 14:0603.10.2026, 14:06

Frankreich steht weiter unter dem Eindruck von den Gewaltexzessen am Rande von Schülerprotesten. Zwar schien sich die Lage am Samstag zunächst beruhigt zu haben. Doch die Videos der Szenen der vergangenen Tage und Berichte von Betroffenen, die französische Fernsehsender zeigen, sorgen weiter für Entsetzen.

KEYPIX - A student runs out the teargas during a protest against under-resourced schools in Lyon, France, Friday, Oct. 2, 2026. (KEYSTONE/AP Photo/Laurent Cipriani)
Eine Schülerin rennt in Lyon vor Tränengas davon.Bild: keystone

Ein Lehrer aus La Ciotat, rund 30 Kilometer östlich von Marseille, berichtete dem Sender BFMTV, von Schülern mit Benzin übergossen worden zu sein, als er versucht habe, einen gelegten Brand an einem Baum vor der Schule zu löschen. Er sei gezielt getroffen worden, sagte der Lehrer.

Weitere Videos zeigen, wie Polizisten von Jugendlichen zu Boden gestossen, getreten und geschlagen werden. Mehr als 300 Polizisten und Gendarmen wurden nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez seit Montag bei Einsätzen verletzt.

Forderungen nach Haftbarmachung der Eltern

Nach Angaben von Bildungsminister Édouard Geffray wurden 65 Beschäftigte des Bildungswesens verletzt, darunter 40 Schulleiter, sowie 170 Schülerinnen und Schüler. Innenminister Nuñez zufolge wurden mehr als 5'000 Menschen festgenommen, 85 Prozent von ihnen sind minderjährig.

Nuñez sprach von einer Welle hemmungsloser Gewalt rund um die Schulen und machte unter anderem soziale Netzwerke sowie den Einfluss der linken Partei La France Insoumise (LFI) für die Mobilisierung mitverantwortlich.

In der Politik werden Forderungen laut, auch Eltern stärker zur Verantwortung zu ziehen. Justizminister Gérald Darmanin forderte Staatsanwälte auf, die zivilrechtliche Haftung der Eltern für Schäden ihrer minderjährigen Kinder geltend zu machen.

Schülervertreter verurteilten die Gewalt, riefen aber zur Fortsetzung der Proteste und für Dienstag zu einer neuen Demonstration auf. (hkl/sda/dpa)

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