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«Historisch hohe Verfügbarkeit»: Noch nie kam man in Europa so einfach an Kokain

06.05.2022, 14:5006.05.2022, 15:25
Bild: shutterstock

In Europa wird heute mehr Kokain angeboten als je zuvor. Ein starke Zunahme des Drogenschmuggels aus Südamerika habe zu einer «historisch hohen Verfügbarkeit» geführt, warnten die europäische Polizeibehörde Europol und die Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) am Freitag in Den Haag.

Zudem habe sich Europa immer mehr zu einer «Transitzone» für Kokain entwickelt, das für den Nahen Osten und Asien bestimmt sei, hiess es bei der Vorstellung des neuen EU-Drogenmarktreports. Allerdings habe auch die Kokain-Herstellung innerhalb Europas zugenommen.

Der Schwarzmarktwert des in der EU konsumierten Kokains wurde für das Jahr 2020 (neuere Zahlen lagen noch nicht vor) auf etwa 10.5 Milliarden Euro geschätzt. Rund 3.5 Millionen Einwohner Europas zwischen 15 und 64 Jahren hätten allein im vergangenen Jahr Kokain konsumiert.

Während Drogenkartelle versuchen, immer mehr davon nach Europa zu schaffen, konnten Fahnder Rekordmengen beschlagnahmen: 2020 waren es 214,6 Tonnen – sechs Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dabei standen Belgien (70 Tonnen), die Niederlande (49 Tonnen) und Spanien (37 Tonnen) an der Spitze; in Deutschland waren es elf Tonnen.

Auch bei synthetisch erzeugten Rauschgiften, darunter Methamphetamine – in der Drogenszene als Panzerschokolade, Crystal Meth oder Ice bekannt – gibt es den Angaben zufolge eine besorgniserregende Zunahme. Europa sei inzwischen zu einer Hauptproduktionsregionen synthetischer Drogen geworden. 2020 seien in neun EU-Staaten 215 Methamphetamin-Labors ausgehoben worden.

Früher habe es sich dabei «meist um kleine, aber weit verbreitete »Küchen«-Labors in Tschechien und benachbarten Ländern» gehandelt. «Die gibt es zwar auch noch, doch es wächst die Sorge über Anlagen in Belgien und den Niederlanden, wo Methamphetamin in wesentlich grösserem Umfang hergestellt werden kann», erklärte Europol. (aeg/sda/dpa)

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42 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Chalbsbratwurst
06.05.2022 16:56registriert Juli 2020
Ich habe das Zeugs (Amphetamiene und Koks) zwar schon seit 20 Jahren nicht mehr konsumiert aber schon damals war alles im überfluss erhältlich. Wenn jetzt noch mehr erhältlich ist fragt man sich schon was der Krieg gegen die Drogen in den letzten 20 Jahren erreicht hat... ausser das er den Steuerzahler einen haufen Geld gekostet hat...
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AB
06.05.2022 14:57registriert Dezember 2021
Angebot und Nachfrage...

Leute wollen das High, ganz egal was der Gesetzgeber plappert.


Der idiotische Krieg gegen die Drogen war schon lange vor Beginn verloren.
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Christian Mueller (1)
06.05.2022 15:53registriert Januar 2016
na der war on drugs funktioniert aber sehr gut...
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