International
Syrien

Schweiz: Wie ein Wegzug der Syrer den Arbeitsmarkt beeinflussen würde

Warum ein möglicher Wegzug der Syrer den Schweizer Arbeitgebern Sorge bereitet

12.12.2024, 07:4712.12.2024, 14:42

Nach dem Fall des Assad-Regimes haben die Rebellen, die neu an der Macht sind, Syrer im Ausland zur Rückkehr aufgerufen. Ein Appell, der sich auch an Menschen richtet, die in der Schweiz leben: Hierzulande wohnen derzeit rund 28'000 syrische Staatsangehörige.

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Syrer feiern in Damaskus nach dem Fall Assads.Bild: keystone

Dabei handelt es sich um eine Bevölkerungsgruppe, die auch für die Schweizer Wirtschaft eine wesentliche Rolle spielt. Von den vorläufig aufgenommenen Flüchtlingen aus Syrien sind 45,9 Prozent arbeitstätig – eine relativ hohe Quote verglichen mit Bevölkerungsgruppen aus anderen Ländern.

Ein plötzlicher Abgang zahlreicher Syrer hätte also durchaus Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. So warnt der Schweizerische Arbeitgeberverband gegenüber den Tamedia-Zeitungen: Das würde für den Arbeitsmarkt neue Stellenvakanzen bedeuten – und damit Rekrutierungs­aufwand für die Arbeitgeber. In einer Zeit, in der Arbeitskräftemangel herrscht.

Gewisse Branchen wären stärker betroffen

Wie Michael Siegenthaler, Ökonom bei der Konjunkturforschungsstelle (KOF), sagt, wären die volkswirtschaftlichen und arbeitsmarktlichen Auswirkungen einer Abwanderung insgesamt geringfügig. Einzelne Betriebe könnten davon aber stärker betroffen sein.

Pulsmessung an einer Medienorientierung der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt betreffend Ausbildungsoffensive Pflege in der Stiftung Hofmatt in Muenchenstein, am Donnerstag, 19. September 2024. ...
Auch in der Pflege sind Syrerinnen und Syrer in der Schweiz wichtig.Bild: keystone

Eine Branche, die einen Wegzug stärker zu spüren bekommen würde, wäre etwa das Gesundheitswesen. «Dieser Arbeitsmarkt ist aufgrund des Fachkräftemangels auf Arbeitskräfte ohne Schweizer Pass angewiesen», so Artiset, die Föderation der Dienstleister für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Der Arbeitsmarkt sei bereits ausgetrocknet – im Falle einer Ausreise von Pflegenden wäre es schwierig, die Stellen neu zu besetzen.

Auch bei Gastrosuisse hofft man nicht auf einen plötzlichen Abzug zahlreicher Syrer. «Wir haben viele Syrerinnen und Syrer bei uns aufgenommen und ausgebildet. Sie werden bei einer Rückkehr auf dem Arbeitsmarkt fehlen», so Präsident Beat Imhof. Man werde versuchen, politische Entscheide zu ihren Gunsten zu beeinflussen, müsse aber letztendlich die Gesetze befolgen.

Nach dem Sturz Assads haben bereits diverse Politikerinnen und Politiker aus der Schweiz eine Heimkehr von syrischen Flüchtlingen gefordert. Ob und wie bald eine solche Rückkehr zustande kommen wird, bleibt aber unklar. So mahnte der Bund gegenüber dem «Blick» zur Vorsicht – es sei nach den turbulenten Zeiten noch zu früh, um die Lage zu beurteilen. Auch, was allfällige Rückführungen betrifft. (dab)

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