Mindestens 27 Tote bei Feuer in Bar in Bangkok – das ist bekannt
Was ist passiert?
Bei einem Feuer in einem Lokal in Bangkok sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer brach gegen Mitternacht (Ortszeit) in einem Bierlokal aus, das im Stadtteil Ladprao im Norden der Millionenmetropole liegt. Es gibt zudem zahlreiche Verletzte.
Auf Bildern war zu sehen, wie enorme Flammen aus dem Restaurant herausschlugen. Nach etwa einer Dreiviertelstunde gelang es der Feuerwehr und anderen Rettungskräften, den Brand unter Kontrolle zu bringen.
Das Feuer habe sich wegen leicht entflammbarer Decken- und Dekorationsmaterialien rasch ausgebreitet, berichtete Bangkoks Gouverneur. Giftiger Rauch soll zu der hohen Zahl der Todesopfer beigetragen haben. Die Verletzten wurden auf 16 Krankenhäuser in Bangkok verteilt.
Auf Handyvideos war zu sehen, wie Menschen schreiend und in Panik aus dem Lokal rannten. Die meisten Opfer flüchteten offenbar fatalerweise in den hinteren Teil des Gebäudes, in die Nähe der Toiletten, wo es keinen Notausgang gab. Hier wurden später die meisten Opfer gefunden. Andere rannten schreiend ins Freie, während das Pub schon lichterloh brannte und gewaltige Flammen aus der Eingangstür schlugen.
Nach Schilderungen von Musikern, die am Sonntagabend in dem Lokal aufgetreten waren, soll zunächst Rauch aus einem Sicherungskasten nahe der Bühne aufgestiegen sein. Anschliessend sei der Strom ausgefallen, kurz darauf habe es eine Explosion gegeben und dichter Qualm habe sich in Sekundenschnelle ausgebreitet, zitierte die Zeitung «Thairath» die Augenzeugen.
Laut der Zeitung «The Thaiger» sagte der Sänger der Band Totsakan kurz nach der Tragödie: «Es ist meine Schuld.» Er setzte zudem einen Post auf Facebook ab, in welchem er schrieb: «Ich bin in Sicherheit, aber mental geht es mir gerade nicht gut.» Warum er sagt, er sei Schuld, bleibt derweil unklar.
Es war nicht die erste Feuerkatastrophe dieser Art in Bangkok. So waren 2009 während einer Silvesterfeier im Club «Santika» im Stadtteil Ekkamai 67 Menschen bei einem Feuer ums Leben gekommen. Zahlreiche weitere Besucher wurden verletzt. Funken eines Feuerwerks bei einer Bühnenshow hatten damals den Brand ausgelöst.
Wie viele Opfer gibt es?
Thailands Ministerpräsident Anutin Charnvirakul sprach bei einem Besuch am Unglücksort noch in der Nacht von mindestens 27 Todesopfern. 18 Frauen und 9 Männer seien bereits identifiziert. Die meisten sollen an Rauchvergiftungen gestorben sein.
Einem Medienbericht zufolge gibt es zudem 71 Verletzte. Laut Informationen der Zeitung «Bangkok Post» sollen 22 von ihnen schwere Verletzungen erlitten haben. Demnach wurden die Verletzten von Rettungskräften zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht. Auch der Pub-Besitzer ist unter den Schwerverletzten. Weitere Menschen, die möglicherweise in dem Lokal gewesen sein könnten, würden noch vermisst, hiess es.
Ob sich unter den Opfern auch Ausländer befinden, ist noch unklar. Auszuschliessen ist das nicht, da Bangkok zu den meistbesuchten Reisezielen der Welt gehört. Der Markt selbst - einer der grössten Freiluftmärkte der Welt – schliesst jedoch schon am frühen Abend.
Die Schweizer Vertretung in Bangkok steht mit den zuständigen Behörden vor Ort in Kontakt, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte.
Was sagen die Behörden?
Kurz nachdem der Brand unter Kontrolle gebracht wurde, kam der Ministerpräsident an den Ort des Geschehens, um sich zu informieren. Er berichtete gegenüber thailändischen Medien von Zeugenaussagen, wonach Rauch aus einem Sicherungskasten ausgetreten sei. Danach sei der Strom ausgefallen und es habe eine schwere Explosion gegeben. Der Katastrophenschutz glaubt, dass ein Kurzschluss in einer Klimaanlage an der Decke verantwortlich sein könnte.
Die Polizei sperrte den Brandort ab und kündigte Ermittlungen zur Brandursache an. Angehörige wurden aufgefordert, sich bei den Behörden zu melden und DNA-Proben abzugeben, um die Opfer zu identifizieren.
Laut Bangkoks Gouverneur Chadchart Sittipunt prüfen die Ermittler unter anderem auch, ob Notausgänge versperrt gewesen seien und das Lokal die Brandschutzauflagen erfüllt habe.
Was ist zum Lokal bekannt?
Die Gaststätte namens Rong Beer Na Ladprao liegt in der Nähe des viel besuchten Chatuchak-Marktes, der auch international bekannt ist. Dort halten sich an Wochenenden viele zehntausend Menschen auf, darunter auch viele Ausländer.
Schweiz drückt Beileid aus
Das Unglück ruft Erinnerungen unter anderem an die Brandkatastrophe von Crans-Montana in der Schweiz vor rund sechseinhalb Monaten hervor, bei der bei einer Silvesterparty 41 Menschen ums Leben gekommen waren. Mehr als 100 Menschen wurden verletzt, rund 80 davon schwer. Im Namen des Bundesrates und der Schweizer Bevölkerung sprach Bundespräsident Guy Parmelin den Familien und Angehörigen der Opfer sein «tiefstes Beileid» aus. Die Schweiz stehe solidarisch an Thailands Seite und teile dessen Trauer.
