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Mutter und Tochter in Kanada durch Grizzlyangriff getötet

Mutter und Tochter in Kanada durch Grizzlyangriff getötet

Eine Mutter und ihre Tochter verschwinden in Kanada spurlos. Dann entdecken Einsatzkräfte ihre Leichen. Nach einem ähnlichen Vorfall im vergangenen Jahr wächst in der Region die Sorge.
05.11.2026, 10:5505.11.2026, 14:40
Sabina Crisan / t-online
Ein Artikel von
t-online

Eine Mutter und ihre Tochter sind in Kanada offenbar von einem Grizzlybären getötet worden. Einsatzkräfte fanden die Leichen der 48- und 20-Jährigen nahe der Siedlung Bella Coola in der westkanadischen Provinz British Columbia. Die Naturschutzbehörde geht von einem tödlichen Bärenangriff aus.

This photo provided by Grand Teton National Park shows Grizzly bear No. 399 and her one-year-old cub after emerging from hibernation, May 16, 2023. (C. Adams/National Park Service via AP)
Ein Grizzlybär hat in Kanada wohl zwei Frauen getötetBild: keystone

Angehörige hatten die beiden Frauen als vermisst gemeldet. Zunächst fanden die Einsatzkräfte die Mutter, später rund 150 Meter entfernt ihre Tochter. Das mutmasslich verantwortliche Tier wurde bislang nicht gefunden. «Wir versuchen weiterhin, den Bären zu finden, der für den Angriff verantwortlich sein könnte», sagte Inspektor Jeff Tyre von der Naturschutzbehörde am Mittwoch (Ortszeit). Auch über Nacht aufgestellte Fallen blieben leer.

Die Behörden warnten eindringlich davor, das Gebiet um den Wanderweg Snooka West Trail zu betreten. In der Region leben zahlreiche Grizzlybären, zuletzt wurden weitere Tiere gesichtet. Sollten Bären gefangen werden, wollen die Einsatzkräfte prüfen, ob sie an dem Angriff beteiligt waren. Verantwortliche Tiere sollen zum Schutz der Bevölkerung getötet, unbeteiligte wieder freigelassen werden.

Getötete Mutter war erst kürzlich zugezogen

Der Bruder der 48-Jährigen beschrieb seine Schwester gegenüber dem kanadischen Sender CTV News als «unglaublich stark». Sie habe bereits an abgelegenen Orten gelebt, darunter im US-Bundesstaat Alaska, und sei erst vor wenigen Monaten nach Bella Coola gezogen. Nachdem die Familie keinen Kontakt mehr zu ihr gehabt habe, habe er am Wochenende die Polizei gebeten, nach ihr zu sehen.

Die Frau arbeitete seit August als Schulberaterin in der Gemeinde. Die örtliche Lehrergewerkschaft zeigte sich tief betroffen. Obwohl sie erst kurze Zeit an der Schule tätig gewesen sei, habe sie mit ihrer Fürsorge und ihrem Einsatz für die Schüler einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Erinnerungen an Bärenangriff auf Schulkinder

Der Tod der beiden Frauen weckt in Bella Coola Erinnerungen an einen weiteren Grizzlyangriff: Vor knapp einem Jahr hatte ein Bär in der Nähe mehrere Schulkinder und Lehrkräfte attackiert. Das Tier wurde nie gefunden.

Ob derselbe Bär nun auch für den Tod der beiden Frauen verantwortlich sein könnte, ist laut Tyre ungewiss. Für die indigene Gemeinschaft der Nuxalk Nation ist der erneute Vorfall besonders belastend. Die Menschen hätten den Angriff vom vergangenen Jahr noch nicht verarbeitet, erklärte Verwaltungsleiter Terry Webber. Die Nuxalk Nation empfiehlt ihren Mitgliedern deshalb, sich ab 20 Uhr nicht mehr im Freien aufzuhalten.

Zahl der Grizzlyangriffe gestiegen

Wie gefährlich Begegnungen mit Grizzlybären werden können, zeigen auch die Zahlen des Umweltministeriums von British Columbia, die CBC News vorliegen. Demnach wurden 2025 in der kanadischen Provinz acht Angriffe gemeldet – so viele wie in keinem anderen Jahr seit Beginn der vorliegenden Statistik. Im selben Jahr kam demnach ein Mensch ums Leben.

Bella Coola liegt an der kanadischen Pazifikküste. Die dünn besiedelte Region ist von Bergen und ausgedehnten Wäldern geprägt. In Kanada leben drei Bärenarten: Schwarzbären, Grizzlybären und Eisbären. Während Eisbären vor allem in den arktischen Regionen im Norden vorkommen, sind in British Columbia sowohl Schwarzbären als auch Grizzlys heimisch. Besonders im Bella Coola Valley leben viele Grizzlybären. (t-online)

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