International
Russland

15 Tote nach russischen Angriffen auf Kiew

A woman reacts as she looks at charred books after a fire at the country's biggest book market, caused by a recent Russian missile attack, in Kyiv, Ukraine, Wednesday, Aug. 19, 2026. (AP Photo/Ef ...
Russland greift die Ukraine wieder heftig an: eine Frau steht in einem durch Raketenangriffe zerstörten Buchmarkt in Kiew am 19. August 2026.Bild: keystone

15 Tote nach russischen Angriffen auf Kiew

20.08.2026, 01:0820.08.2026, 13:18

Bei massiven russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko mindestens 15 Menschen getötet worden. Klitschko nannte am Morgen und Vormittag nach den nächtlichen Attacken mehrfach eine höhere Zahl der Toten. Die Beseitigung der Folgen dauere an, sagte er. Der Zivilschutz sprach von 34 Verletzten. Im Gebiet Kiew meldeten die Behörden nach den Angriffen einen Toten und sieben Verletzte.

Russland setzte bei den Luftschlägen zuletzt verstärkt ballistische Raketen ein - in dem Wissen, dass die Ukraine täglich einen Mangel an Flugabwehrraketen beklagt. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte den Angriff. In Kiew seien Rüstungsbetriebe und Lager für Munition und Drohnen getroffen worden.

epa13065969 Mayor of Kyiv Vitali Klitschko attends the 'Reconstruction Despite the War - The Future Being Created Today' panel during the second day of the Ukraine Recovery Conference (URC 2 ...
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko ruft für Morgen einen Tag der Trauer aus.Bild: keystone

Nach Behördenangaben kam es zu mehreren Bränden und Stromausfällen. Auch Wohnhäuser, darunter ein Hochhaus, ein Kinderkrankenhaus und eine Schule seien getroffen worden, teilten die Behörden mit. Die Menschen suchten Schutz in der U-Bahn.

«Der morgige Tag, der 21. August, wird in Kiew zum Tag der Trauer erklärt. Zum Gedenken an die Opfer des massiven Angriffs des Feindes auf die Hauptstadt», teilte Bürgermeister Klitschko bei Telegram mit. An diesem Tag sollen die Flaggen an allen kommunalen Gebäuden der Stadt auf halbmast gesetzt werden. Ausserdem empfahl Klitschko, in der Hauptstadt mit den Flaggen an staatlichen und privaten Gebäuden ebenso zu verfahren.

Selenskyj kritisiert gezielte Angriffe auf zivile Infrastruktur

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem massiven kombinierten Angriff mit verschiedenen Raketentypen, Marschflugkörpern und Drohnen. Die Russen hätten sich lange darauf vorbereitet, um «die zivile Infrastruktur so stark wie möglich zu beschädigen». Es gebe auch Zerstörungen in den Regionen Odessa und Tschernihiw.

Ukraine says 12 people killed, 33 injured in Russia s overnight strike on Kyiv KYIV, UKRAINE - AUGUST 20: A boy holds a dog while wrapped in an emergency blanket following an overnight Russian attack  ...
Mehrere Menschen wurden bei den Angriffen verletzt.Bild: imago

«Leider gibt es, während Moskau in Raketenwaffen und Eskalation investiert, nicht immer die notwendige Reaktion der Welt auf solche Angriffe», teilte der Präsident bei Telegram mit. «Und solange die Ukraine nicht über ausreichende Raketenabwehr verfügt, wird Russland nicht ernsthaft über Frieden nachdenken.» Die Ukraine arbeite zwar an einer eigenen Raketenabwehr, dennoch brauche das Land die Abfangraketen vom Typ Patriot.

Auch Russland meldete Hunderte ukrainische Drohnenschläge

Die Gewalt im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine eskalierte zuletzt deutlich mit einer steigenden Zahl an Opfern in der Zivilbevölkerung auf beiden Seiten. Die Kriegsparteien setzen immer schnellere, schlagkräftigere und weitreichende Waffen ein.

People take shelter in a metro station during a night Russian attack, in Kyiv, Ukraine, early Thursday, Aug. 20, 2026. (AP Photo/Danylo Antoniuk) CORRECTION: photographer's name corrected to Dany ...
Einige Bewohner Kiews suchten Schutz in den U-Bahnstationen.Bild: keystone

Das russische Verteidigungsministerium meldete den Abschuss von insgesamt 726 ukrainischen Drohnen in verschiedenen Regionen. Allein der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin berichtete, es seien im Anflug auf die Hauptstadt 250 ukrainische Drohnen abgeschossen worden. Zu möglichen Opfern oder Schäden machte er keine Angaben. Die Hauptstadtflughäfen stellten in der Nacht wie fast täglich bei solchen Attacken vorübergehend Starts und Landungen ein.

Getroffen wurden in der russischen Teilrepublik Tatarstan in Nischnekamsk erneut eine Ölraffinerie und in der Schwarzmeerregion in dem Ort Wolna nahe Taman im Gebiet Krasnodar ein wichtiges Ölterminal, wie der ukrainische Generalstab mitteilte. Die russischen Behörden bestätigten das konkret nicht, sprachen aber von Bränden und Schäden in Industrieanlagen nach ukrainischen Drohnenangriffen. In Tatarstan gab es demnach auch Verletzte. (dab/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Innovativ und tödlich: Der Drohnenkrieg der Ukraine
1 / 18
Innovativ und tödlich: Der Drohnenkrieg der Ukraine

Die Ukraine wehrt sich erfolgreich gegen den Aggressor Russland, dabei spielen Drohnen eine zentrale Rolle. In dieser Bildstrecke geht es um Meilensteine und historische Wendepunkte...

quelle: keystone / alex babenko
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Joko und Klass zeigen Alltag von Zivilisten im Ukraine-Krieg
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
In Russland zieht sich die ukrainische Schlinge zu – und die Nervosität wächst
Brennende Raffinerien, Schlangen vor den Tankstellen, Versorgungs-Engpässe und technische Ausfälle: Der Ukraine-Krieg beeinflusst immer mehr den Alltag der Russen. Die Nervosität im Kreml nimmt spürbar zu.
Die junge Russin ist ausser sich. «Ihr dachtet also, die Warteschlangen sind vorbei?», fragt die Frau aus Nischni Nowgorod in ihre Smartphone-Kamera. «Zu früh. Die 'Hungerspiele' gehen weiter.»
Zur Story