Kanadier entführt Flamingo in Las Vegas – nun droht ihm jahrelange Haft
Der Vorfall ereignete sich im vergangenen März im Hotel und Casino Flamingo am Las Vegas Boulevard. Der Mann aus Ontario sagte vor Gericht, er habe innerhalb von 24 Stunden «30 bis 40 Biere» getrunken.
Gegen 5 Uhr morgens stieg er in das Tiergehege des Hotels, packte den Flamingo «Peachy» und trug ihn durch den Hotelflur auf sein Zimmer. Er habe den Vogel lediglich seinen Freunden zeigen wollen, erklärte der Kanadier später.
Aufnahmen belasten den Angeklagten
Vor Gericht sagte der Mann zudem, er habe geglaubt, der Flamingo sei verletzt, und ihm helfen wollen. Videoaufnahmen zeichnen jedoch ein anderes Bild: Sie zeigen, wie er den Vogel zu Boden drückt, aus dem Gehege trägt und später am Hals packt.
Im Hotelzimmer blieb der Flamingo einige Minuten, bevor die Männer ihn wieder auf den Flur setzten. Der Sicherheitsdienst alarmierte die Polizei, die den Kanadier festnahm. Seitdem durfte er die USA nicht verlassen.
Sein Anwalt sprach vor Gericht von «betrunkener Dummheit». Sein Mandant habe dem Tier nie schaden wollen und im Alkoholrausch schlechte Entscheidungen getroffen.
Flamingo verlor Federn und Blut
Tierexperten sagten dagegen aus, «Peachy» habe bei dem Vorfall sieben oder acht Federn verloren und geblutet. Als der Mann den damals 27 Jahre alten Flamingo an den Füssen zog, habe das Tier Schmerzen erlitten.
Inzwischen habe sich der Flamingo körperlich weitgehend erholt. Gegenüber Menschen verhalte er sich seit dem Vorfall allerdings ängstlicher.
Die Jury hörte 14 Zeugen und prüfte mehr als 100 Beweisstücke. Am Montag sprach sie den Kanadier sowohl der leichten als auch der schweren Tierquälerei schuldig.
Bis zur Verkündung des Strafmasses im Dezember steht der 34-Jährige in Las Vegas unter Hausarrest. Ihm drohen rund viereinhalb Jahre Gefängnis. (mke)
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