Getöteter Mann offenbar gar nicht Ziel von ICE – Keine Aufnahmen von Körperkameras
Der in Houston von einem ICE-Beamten getötete Mexikaner war nach Angaben der Kongressabgeordneten Sylvia Garcia gar nicht Ziel des Einsatzes. Das habe ihr der amtierende Direktor der Migrationsbehörde ICE, David Venturella, in einem Gespräch gesagt, teilte Garcia auf der Plattform X mit. Dennoch sei er von Beamten ohne Uniform getötet worden, ohne Aufnahmen von Körperkameras und «ohne Antworten für seine Familie.»
ICE confirmed Lorenzo Salgado Araujo was not the target.
— Rep. Sylvia Garcia (@RepSylviaGarcia) July 9, 2026
Yet he was killed by federal agents in an unmarked vehicle, with no body cam footage, no dash cam footage, and no answers for his family.
ICE owes this family the truth. pic.twitter.com/NG76apirVm
Nach Darstellung des Heimatschutzministeriums hatte sich Lorenzo Salgado Araujo den Anweisungen der Beamten widersetzt, mit seinem Auto ein Einsatzfahrzeug gerammt und anschliessend versucht, einen Beamten mit seinem Fahrzeug zu erfassen. Daraufhin habe ein ICE-Beamter geschossen. Nach Angaben des Ministeriums handelte es sich folglich um Notwehr.
Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht. In ähnlichen Fällen hatten zuvor Videoaufnahmen der Einsätze erhebliche Zweifel an den Darstellungen der Behörde aufgeworfen.
Wie das Ministerium zuvor mitteilte, waren die Beamten auf dem Weg zu einem Verdächtigen, als sie Salgado Araujo anhielten, weil er dem eigentlichen Ziel des Einsatzes geähnelt habe. Ob es sich tatsächlich um eine Verwechslung handelte, ging aus den Angaben des Ministeriums allerdings nicht zweifelsfrei hervor. (sda/dpa)
