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US-Demokrat Graham Platner wird nun auch der Vergewaltigung beschuldigt

Democratic U.S. Senate candidate Graham Platner speaks during a primary election night watch party after winning the Democratic nomination Tuesday, June 9, 2026, in Blue Hill, Maine. (AP Photo/Robert  ...
Der demokratische Senatskandidat Graham Platner während eines Wahlkampfauftrittes im Dorf Blue Hill in Maine im Juni.Bild: keystone

Zuerst Skandal um Nazi-Tattoo: Nun wird US-Demokrat auch der Vergewaltigung beschuldigt

Der unkonventionelle Senatskandidat Graham Platner steht nach neuen Vorwürfen vor dem Rückzug. Nun wenden sich auch Unterstützer ab, die ihn zuvor verteidigt hatten.
08.07.2026, 00:0008.07.2026, 00:00
Renzo Ruf
Renzo Ruf

Noch vor einem Monat wirkte Graham Platner wie ein strahlender Sieger. Der politische Quereinsteiger gewann im amerikanischen Bundesstaat Maine die Vorwahlen der Demokraten mit 72 Prozent der Stimmen. Doch nun steht der Senatskandidat vor dem Aus.

Linke Verbündete fordern, dass der 41 Jahre alte Populist auf seine Kandidatur verzichtet – dieselben Demokraten notabene, die Platner zuvor durch dick und dünn verteidigt hatten. Und darauf gehofft hatten, dass Platner in der November-Wahl mithelfen werde, die Mehrheit im Senat zurückzuerobern. Zuletzt sagte auch der Sozialist Bernie Sanders am Dienstag, er habe Platner empfohlen, seinen Platz freizumachen.

Platner denkt über seine Zukunft nach

Was ist passiert? Eine 41 Jahre alte Frau aus Maine wirft Platner vor, sie 2021 vergewaltigt zu haben. Sie hätten damals eine lose Beziehung geführt, sagte sie im Gespräch mit «Politico» und CNN. Platner sei «intelligent» und «charmant» gewesen, habe aber einen unsteten Lebenswandel geführt.

Dann, an einem Abend Ende 2021, habe sie plötzlich ein SMS von Platner bekommen. Er habe sie gefragt, ob er sie besuchen könne. Sie habe geantwortet: Nein. Doch er habe nicht auf sie hören wollen, und eine halbe Stunde später sei er in ihrem Haus gestanden, stark betrunken. Er wollte Sex. Sie habe sich gewehrt, verbal und körperlich, erzählte die Frau. Aber Platner, ein robust gebauter Mann, war stärker.

Der Senatskandidat, mittlerweile verheiratet, weist den schweren Vorwurf entschieden zurück. Ein Rückzug scheint aber nur noch eine Frage der Zeit zu sein. In einem Video, das er am Montag publizierte, kündigte der Demokrat jedenfalls an, über die Zukunft seiner Senatskandidatur nachzudenken. Das entsprechende Filmchen wurde auf X mehr als 9 Millionen Mal angeklickt.

Tätowierung sorgte für Wirbel

Platner hatte seine Kandidatur vor einem Jahr bekanntgegeben. Er war politisch ein unbeschriebenes Blatt und traf den Zeitgeist. Denn die Demokraten suchten nach dem neuerlichen Sieg von Donald Trump in der Präsidentenwahl 2024 nach eigenwilligen Figuren, die neue Wählerschichten ansprechen sollten.

Und ein unkonventioneller Politiker, das war Platner, von Beginn weg. Er hatte Dienst in den Streitkräften geleistet, sprach sich aber gegen die kraftstrotzende US-Aussenpolitik aus. Er verdiente sein Geld als Austernzüchter und schien, zumindest in den Augen von Politstrategen, einen guten Draht zur arbeitenden Bevölkerung zu besitzen. Seine derbe Sprache jedenfalls stiess bei Demokraten auf Zustimmung. Die Wahlkampfanlässe Platners wurden rasch zu Strassenfegern, auch weil er in Dörfern auftrat, in die sich schon lange kein linker Politiker mehr gewagt hatte.

Aber von Beginn weg warf sein Privatleben viele Fragen auf. Platner räumte offen ein, dass er nach seiner Dienstzeit zu viel Alkohol getrunken habe und psychisch angeschlagen sei. Dumme und widerliche Aussagen, die er in sozialen Netzwerken wie Reddit getätigt hatte, kamen ans Licht. Ehemalige Freundinnen sagten in Mediengesprächen, er habe sie schlecht behandelt. Auch musste Platner zugeben, dass er sich 2007 ein Tattoo hatte stechen lassen, das an den Totenkopf der gleichnamigen SS-Division im «Dritten Reich» erinnerte. Er sei sich der Bedeutung von Nazi-Symbolen nicht bewusst gewesen, sagte er.

Rückschlag für neue Strategie der Demokraten

Der Wirbel um die Platner-Kandidatur sorgt im ganzen Land für Aufmerksamkeit, obwohl Maine einer der kleinsten US-Bundesstaaten ist. Das hängt damit zusammen, dass die Demokraten dieses Jahr auch in anderen Landesteilen auf unorthodoxe Kandidatinnen und Kandidaten setzen.

Die Strategie hinter diesem Vorgehen? Angeblich ist der linke Teil der amerikanischen Bevölkerung derart wütend über das Establishment in Washington, dass Qualifikationen keine wichtige Rolle mehr spielten. Wichtiger sei vielmehr, dass die Kandidaten die Wählerinnen und Wähler zu begeistern vermögen. Das Beispiel Graham Platner zeigt nun, wie schnell diese Strategie schief gehen kann. (schweizheute.ch)

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Weisch na?
08.07.2026 01:34registriert November 2022
Wie läuft es mit der Korruption und Selbstbeteicherung bei Trump und seiner Familie? Wie steht es um die Vergewaltigungsvorwüfe gegen ihn? Was passiert mit den Epstein Files? - Es geht mir nicht darum, Platner schönzureden, aber er kandidiert für einen Senatssitz und es wird ein strengerer Massstab angewendet, als beim Präsidenten.
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