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«Totalausfall» – die rechtsextremen «Proud Boys» wenden sich gegen Trump

Nach dem Sturm auf das Kapitol hat der frühere US-Präsident Donald Trump die Gewalt verurteilt. Das kam bei seinen radikalen Anhängern überhaupt nicht gut an. 

Camilla Kohrs / t-online



FILE - Members of the Proud Boys, including organizer Joe Biggs, third from right, march across the Hawthorne Bridge during an

Sind enttäuscht von Trump: Die «Proud Boys» Bild: keystone

Ein Artikel von

T-Online

Es ist nicht einmal vier Monate her, da wandte sich der inzwischen abgewählte US-Präsident Donald Trump direkt an die «Proud Boys»: «Stand back and stand by», sagte Trump damals in einer TV-Debatte in Richtung der rechtsextremen Gruppe. Auf Deutsch: «Haltet euch zurück und haltet euch bereit». Die Gruppe feierte Trumps Worte, fühlte sich ermuntert. Der Satz wurde auf T-Shirts gedruckt, einige der Mitglieder wollten gar eine private Miliz für Trump stellen. Nun aber scheint es aus zu sein zwischen Trump und den «Proud Boys». 

Seine ehemaligen Fans bezeichnen Trump nun in ihren Gruppen in den Messengerdiensten Telegram und Parler als «Totalausfall», als «ausserordentlich schwach». Das berichtet die «New York Times», die Nachrichtenverläufe ausgewertet hat. Wendepunkt war demnach der Sturm auf das Kapitol am 6. Januar und Trumps Reaktion darauf. Denn während Trump seine Anhänger kurz vor der Randale noch anheizte, distanzierte er sich zwei Tage später. Es sei ein «abscheulicher Angriff» gewesen, sagte Trump in einem Twitter-Video. Die Demonstranten hätten «den Sitz der amerikanischen Demokratie beschmutzt».

Anführer in Washington festgenommen

Der Ärger über Trump steigerte sich bei den «Proud Boys» noch, als er sich nicht bemühte, festgenommenen und angeklagten Mitgliedern der Gruppe zu helfen.« Unter den Festgenommenen war auch der Anführer der Gruppe, Henry »Enrique« Tarrio, der bereits einen Tag vor dem Sturm auf das Kapitol mit zwei Schusswaffen-Magazinen aufgegriffen wurde . »Als Trump ihnen sagte, Amerika würde in den Abgrund stürzen, wenn er kein Präsident mehr ist, glaubten sie ihm«, erklärt der Politikberater Arieh Kovler in der »New York Times« die Enttäuschung der «Proud Boys».

Die US-Bürgerrechtsorganisation ADL stuft die «Proud Boys» als unkonventionelle Strömung im rechten amerikanischen Extremismus ein. Es sei bekannt, dass Mitglieder gewalttätige Taktiken anwenden, mehrere von ihnen seien wegen Gewaltverbrechen verurteilt worden

Etwas anders blicken die «Proud Boys» übrigens auf den neuen Präsidenten Joe Biden : «Wenigstens ist die kommende Regierung ehrlich über ihre Absichten», schrieb einer. 

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