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USA

Anführer der rechten Proud Boys in Washington verhaftet

Anführer der rechten «Proud Boys» in Washington verhaftet

05.01.2021, 03:5105.01.2021, 06:31
FILE - In this Sept. 26, 2020, file photo, Proud Boys leader Henry "Enrique" Tarrio wears a hat that says The War Boys during a rally in Portland, Ore. Police in the nation
Henry Tarrio, Anführer der Proud Boys.Bild: keystone

Vor einer geplanten Demonstration von Anhängern des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump ist der Anführer der rechtsradikalen Gruppe «Proud Boys» in Washington verhaftet worden. Die Polizei in der US-Hauptstadt teilte mit, gegen Henry «Enrique» Tarrio habe ein Haftbefehl wegen des Vorwurfs der Sachbeschädigung am Rande einer Pro-Trump-Demonstration in Washington im vergangenen Monat vorgelegen. Der 36-Jährige habe ausserdem zwei Schusswaffen-Magazine mit sich geführt, was in Washington verboten ist.

Die «Washington Post» berichtete, der Sachbeschädigungsvorwurf beziehe sich auf das Verbrennen eines «Black Lives Matter»-Transparents, das von einer Kirche entwendet worden sei. Tarrio habe der Zeitung damals gesagt, er habe zu jenen gehört, die das Transparent verbrannt hätten.

Die Polizei teilte mit, Tarrio – der in Miami lebt – sei am Montag (Ortszeit) verhaftet worden, als er in die Hauptstadt gekommen sei, wo Trump-Unterstützer für Mittwoch erneut zu einer Demonstration aufgerufen haben. Trump teilte am Montag auf Twitter einen Aufruf zur Teilnahme an dem Protest in der Nähe des Weissen Hauses. Am selben Tag soll der Kongress das Ergebnis der Präsidentenwahl vom 3. November zertifizieren, die der Demokrat Joe Biden gewonnen hat.

Der Republikaner Trump und viele seiner Anhänger erkennen den Wahlsieg Bidens nicht an. Sie behaupten, es sei zu massivem Wahlbetrug gekommen, wofür es keine Beweise gibt. Bereits bei zwei Demonstrationen im Dezember und im November hatten sich in Washington Tausende Unterstützer Trumps versammelt, darunter zahlreiche Anhänger der «Proud Boys». Am Rande der Proteste kam es vereinzelt zu Zusammenstössen.

Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser forderte Hauptstadtbewohner am Montag dazu auf, Konfrontationen mit gewaltbereiten Demonstranten zu vermeiden. Sie riet dazu, dem Gebiet der Proteste am kommenden Mittwoch fernzubleiben.

Trump und die «Proud Boys» – da war doch was?

Trump hatte im Wahlkampf mit Aussagen über die «Proud Boys» Begeisterung im rechten Spektrum ausgelöst. In einer TV-Debatte mit Biden hatte er sich geweigert, rechtsradikale Gruppen eindeutig zu verurteilen. «Wen soll ich verurteilen?», fragte der Präsident damals. Biden warf daraufhin den Namen «Proud Boys» ein. Trump sagte dann: «‹Proud Boys› – haltet euch zurück und haltet euch bereit.»

Das Trump-Lager wollte das anschliessend als Aufruf gegen Gewalt verstanden wissen. Die «Proud Boys» fühlten sich durch die Aussage laut Medienberichten aber ermutigt. Bei den jüngsten Pro-Trump-Demonstrationen in Washington trugen Mitglieder der Gruppierung T-Shirts mit Trumps Worten. Der in Florida aufgewachsene Tarrio bezeichnet sich als Afro-Kubaner und «American Supremacist».

Die US-Bürgerrechtsorganisation ADL stuft die «Proud Boys» als unkonventionelle Strömung im rechten amerikanischen Extremismus ein. Die Gruppe könne unter anderem als gewalttätig, nationalistisch und islamophob beschrieben werden, heisst es auf der Seite der ADL. Es sei bekannt, dass Mitglieder gewalttätige Taktiken anwenden. Mehrere von ihnen seien wegen Gewaltverbrechen verurteilt worden. (jaw/sda/dpa)

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