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Nach Vergewaltigungs-Vorwurf: US-Demokrat Platner kündigt Rückzug an

Democratic U.S. Senate candidate Graham Platner speaks during a primary election night watch party after winning the Democratic nomination Tuesday, June 9, 2026, in Blue Hill, Maine. (AP Photo/Robert  ...
Graham Platner will seine Kandidatur für einen Sitz im US-Senat nach Vorwürfen der Vergewaltigung und aggressiver Übergriffe gegen Partnerinnen zurückziehen.Bild: keystone

Nach Vergewaltigungs-Vorwurf: US-Demokrat Platner kündigt Rückzug an

Er sollte entscheidend zu einem Sieg der US-Demokraten bei den Zwischenwahlen im November beitragen – nun steigt Graham Platner aus dem Rennen aus:
09.07.2026, 03:5409.07.2026, 03:54

Graham Platner will seine Kandidatur für einen Sitz im US-Senat nach Vorwürfen der Vergewaltigung und aggressiver Übergriffe gegen Partnerinnen zurückziehen. Das teilte der politische Quereinsteiger in einem Video auf der Plattform X mit. Platner hatte die Vorwahl in Maine Anfang Juni deutlich gewonnen und galt als Schlüsselkandidat der Demokraten für die «Midterms» im November.

«In den letzten Tagen wurden mir einige sehr schwerwiegende Vorwürfe gemacht, und ich möchte nur klarstellen, dass all das falsch ist», betonte der 41-Jährige. Sein Rückzug sei kein Schuldeingeständnis.

Bereits sein Wahlkampf für die Vorwahl war von Vorwürfen früherer Partnerinnen überschattet worden. In den vergangenen Tagen kamen neue, schwerere Anschuldigungen hinzu. So sagte eine 41-jährige frühere Bekanntschaft dem Portal «Politico», Platner habe sich vor rund fünf Jahren Zugang zu ihrem Haus verschafft und gegen ihren Willen Sex mit ihr gehabt.

Platner sollte am Montag offiziell Kandidat werden

Wie schon die vorherigen Vorwürfe wies Platner auch die neuen Anschuldigungen vor einigen Tagen zurück, kündigte jedoch an, den weiteren Kurs abzuwägen. In der Zwischenzeit hatten sich grosse Teile seiner Partei bereits gegen ihn gewandt. Der Druck wurde besonders gross, weil Platner Montag offizieller Kandidat geworden wäre. Sein Rückzug öffnet nun die Chance für eine neue Nominierung.

Platner war zu einer der Schlüsselfiguren der Demokraten für die «Midterms» avanciert. Bei den Zwischenwahlen am 3. November wird rund ein Drittel des Senats und das komplette Repräsentantenhaus neu gewählt. Wegen der aktuell knappen Mehrheit der Republikaner in beiden Parlamentskammern könnte jedes einzelne Mandat darüber entscheiden, wer am Ende die Macht im Kongress hat – und ob die Demokraten zentrale politische Vorhaben von Präsident Donald Trump künftig verhindern können. Eines der entscheidenden Rennen erwarten die Demokraten in Maine.

Platner war bereits zuvor wegen seines Umgangs mit Frauen in die Schlagzeilen geraten. Mehrere Ex-Partnerinnen warfen ihm laut der «New York Times» einschüchterndes und verstörendes Verhalten vor. Eine ehemalige Lebensgefährtin sprach auch von einer körperlichen Auseinandersetzung. Der Armee-Veteran Platner gab zu, mit einer posttraumatischen Belastungsstörung und Alkoholmissbrauch zu kämpfen zu haben, wies Vorwürfe der Einschüchterung oder körperlicher Übergriffe jedoch stets zurück. (sda/dpa)

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