International
USA

Russische Polizei nimmt US-Bürger wegen Social Media-Posts fest

Russische Polizei nimmt US-Bürger wegen Social Media-Posts fest

10.12.2023, 02:4010.12.2023, 02:40

Die russische Polizei hat nach eigenen Angaben einen US-Staatsbürger in der Metropole St. Petersburg festgenommen. Gegen den 60 Jahre alten Mann, der sowohl die russische als auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, wird einer Polizeimitteilung vom Samstag zufolge wegen einer angeblichen «Rehabilitation des Nazismus» ermittelt.

Der Mann soll im vergangenen Jahr in einem russischen sozialen Netzwerk ein provokantes Bild mit dem orange-schwarzen St.-Georgs-Bands gepostet haben, das der Polizei zufolge ein «Symbol des militärischen Ruhms Russlands beschmutzt». Dem Mann drohen bis zu fünf Jahren Haft oder eine Geldstrafe von bis zu umgerechnet knapp 70'000 Euro.

Das Bild des Festgenommenen zeigte nach Angaben des russischen Telegram-Kanals Baza das Georgsband um den grossen Zeh einer Leiche gewickelt mit der Unterschrift «Der richtige Weg, das Georgsband zu tragen». Das Band stammt ursprünglich aus der Zarenzeit. In Russland unter Kremlchef Wladimir Putin ist es seit 2005 ein Gedenksymbol, das in den vergangenen Jahren zunehmend zum Erkennungszeichen für Putin-Treue und den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine wurde. Seit dem vergangenen Dezember steht seine «Entweihung» in Russland unter Strafe. In mehreren Ex-Sowjetrepubliken ist das Georgsband hingegen als Zeichen russischer Aggression verboten.

USA bemüht sich um Unterstützung

Ein Sprecher des US-Aussenministeriums in Washington teilte auf eine Anfrage der deutschen Nachrichtenagentur DPA mit, die Berichte über die Festnahme eines US-Staatsangehörigen in Russland seien bekannt. Für das Ministerium gebe es keine höhere Priorität als die Sicherheit von US-Bürgern in Ausland. Wenn ein Amerikaner im Ausland inhaftiert werde, bemühe sich das Ministerium, jede angemessene Unterstützung zu leisten.

Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die benachbarte Ukraine vor mehr als 21 Monaten wurden in Russland mehrere US-Bürger festgenommen. Beobachter halten es für möglich, dass Moskau inhaftierte Amerikaner in ihrem angespannten Verhältnis zu den USA als Faustpfand nutzen könnte. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
«Die Welt wird staunen»: Iran bereitet sich auf nächsten Krieg vor
Iranische Militärs stellen sich öffentlich auf eine neue Runde im Krieg mit den USA ein. Sie drohen mit Angriffen weit über die Region hinaus – während Washington neue Optionen prüft und die Bevölkerung in Iran mit einer Rückkehr der Bombardierungen rechnet.
Fast neun Monate nach Beginn des Kriegs zwischen den USA, Israel und Iran herrscht eine fragile Pattsituation. Washington verweist auf die schweren Schäden, die Irans Militär und Führung zugefügt wurden, Teheran wiederum darauf, dass die Islamische Republik den Angriffen standgehalten habe. Eine politische Lösung ist weiterhin nicht in Sicht.
Zur Story