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«Reflecting Pool»: Trump stellt Staatsanwältin an den Pranger

epaselect epa12960784 US Attorney for DC Jeanine Pirro speaks during a press conference at the Department of Justice (DoJ) headquarters in Washington, DC, USA, 15 May 2026. The briefing outlined detai ...
Staatsanwältin Jeanine Pirro ist wegen einer Entscheidung in der Sache des «Reflecting Pools» ins Visier von Trump geraten.Bild: keystone

Trump stellt Staatsanwältin wegen Entscheidung zum «Reflecting Pool» an den Pranger

02.08.2026, 07:4802.08.2026, 07:48

Im Umgang mit der Renovierung des «Reflecting Pools» auf der Prachtmeile nahe dem Weissen Haus hat US-Präsident Donald Trump die Einstellung der Ermittlungen wegen Vandalismus-Vorwürfen scharf kritisiert. Bezirksstaatsanwältin Jeanine Pirro, eine langjährige Vertraute Trumps, wurde vom Präsidenten öffentlich an den Pranger gestellt, weil sie die von ihm unterstützte Klage in der Sache hatte fallenlassen.

Er stimme Pirro «zu 100 Prozent nicht zu», schrieb der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social. «Ich verstehe nicht, was sie sich dabei gedacht hat?». Trump beharrte darauf, dass es bei seinem Herzensprojekt, der Renovierung des «Lincoln Memorial Reflecting Pools» in Washington, sehr wohl zu Vandalismus gekommen sei.

Was war passiert? Trump wollte dem rund 600 Meter langen Becken – ein Wahrzeichen der US-Hauptstadt zwischen dem Lincoln Memorial und dem Washington Monument – einen blauen Schimmer verleihen und stiess dafür kostspielige Sanierungsarbeiten an. Stück für Stück wurden der Boden des Pools renoviert, der nach Trumps Darstellung von früheren Präsidenten sträflich vernachlässigt worden war. Doch nur wenige Tage nach dem Ende der Arbeiten färbten Algen das Wasser wieder grün – was Trump auf Vandalismus zurückführte, mit dem das von ihm bejubelte Projekt sabotiert werden sollte.

Daraufhin geriet der frühere Olympiasportler David Hearn ins Visier der Justiz, der die USA dreimal im Kanuslalom bei den Sommerspielen vertreten hatte. Nach Darstellung Pirros soll der Angeklagte einen Teil der neuen Grundierung aus dem Becken gerissen und zumindest den Griff in das Wasser zugegeben haben – so hätten es Überwachungskameras festgehalten. Kritiker sprachen von fabrizierten Vorwürfen, die wohl eher Trumps Unmut als tatsächlich strafbarem Verhalten geschuldet seien.

Nun soll doch die Baufirma schuld sein

Eine Jury an einem Gericht in Washington sah offenbar genügend Hinweise für ein Strafverfahren – und liess eine Klage gegen Hearn wegen mutmasslichem Vandalismus zu. «Diese Denkmäler gehören uns allen, und wir werden sie schützen – und diejenigen zur Rechenschaft ziehen, die versuchen, sie zu beschädigen oder zu entweihen», kündigte Pirro damals an.

Doch daraus wurde letztlich nichts. Am Freitagnachmittag (US-Ostküstenzeit) beantragte die Staatsanwaltschaft, das Verfahren einzustellen. Eine nachträgliche Untersuchung habe ergeben, dass die Schäden an der Beckenauskleidung nicht auf Vandalismus zurückzuführen waren – sondern auf gravierende Baumängel, die das beauftragte Bauunternehmen zu verantworten habe. (sda/dpa)

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