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US-Einmischung im Fall Nowak löst Ärger in London aus

US-Einmischung im Fall Nowak löst Ärger in London aus

06.06.2026, 12:2806.06.2026, 12:28
epa12997651 British Prime Minister Keir Starmer (R) and Polish Prime Minister Donald Tusk at the Battle of Britain Bunker in the Uxbridge district of London, Britain, 27 May 2026. The UK is poised to  ...
Stört sich an der amerikanischen Einmischung: Premierminister Keir Starmer.Bild: keystone

US-Vizepräsident JD Vance hat mit seinen Äusserungen zum Mordfall Henry Nowak in Grossbritannien für Aufruhr gesorgt. In einem X-Beitrag rief Vance am Freitag zu «gerechtem Zorn» auf und führte den Mord an dem 18-Jährigen im südenglischen Southampton auf eine angebliche «Masseninvasion von Migranten» zurück.

Der Fall um den getöteten Studenten löste in den vergangenen Tagen in Grossbritannien eine Debatte über Ungleichbehandlung und Rassismus aus. In Southampton kam es am Dienstag im Zuge eines Protests zu Ausschreitungen.

In den letzten Tagen sei versucht worden, «in unsere Demokratie einzugreifen und Zwietracht auf unseren Strassen zu säen», hiess es kurz nach den Äusserungen von Vance aus der Downing Street. Man solle den Wunsch der Familie von Nowak akzeptieren und seinen Tod nicht für «Spaltung, Hass oder Spannungen» auszunutzen, sagte ein Sprecher britischen Medien zufolge.

Nowak war im Dezember 2025 in Southampton niedergestochen worden. Die Polizei schenkte jedoch dem Täter Glauben, der behauptete, als Anhänger der Sikh-Religion rassistisch beleidigt worden zu sein und sich als Opfer darstellte. Die schweren Verletzungen Nowaks waren zunächst nicht sichtbar. Seine Beteuerungen, er sei niedergestochen worden und könne nicht atmen, wurden ignoriert. Ihm wurden Handschellen angelegt, als er bereits im Sterben lag.

Am Montag wurde der Täter zu einer lebenslangen Haftstrafe von mindestens 21 Jahren verurteilt. Bodycam-Aufnahmen des Vorfalls gingen um die Welt.

Auch Techmilliardär Elon Musk hatte zuletzt mehrfach auf seiner Social-Media-Plattform X umstrittene Beiträge zu der Kontroverse geteilt.

Immer wieder Kritik aus den USA

Rechtspopulistische Politiker und Rechtsextremisten sehen den Fall als angeblichen Beleg dafür, dass Bemühungen zur Bekämpfung von Rassismus in Grossbritannien bei der Polizei inzwischen zu einer Benachteiligung der weissen Mehrheitsbevölkerung führen. Liberale und Linke wittern dahinter eine Kampagne mit rassistischem Hintergrund.

Es ist nicht das erste Mal, dass die US-Regierung von Präsident Donald Trump gegen Grossbritannien ausholt. Der Republikaner wirft den Briten und anderen Europäern unter anderem immer wieder eine fehlgeleitete Migrationspolitik vor. (sda/dpa)

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