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Video aus Baltimore aufgetaucht: Der Polizeiwagen mit Freddie Gray legte einen mysteriösen Stopp ein



Der Fall des in Polizeigewahrsam gestorbenen Afroamerikaners Freddie Gray liegt in den Händen der Staatsanwaltschaft: Die Polizei der US-Ostküstenstadt Baltimore übergab am Donnerstag ihre Untersuchungsergebnisse, die aber vorerst unter Verschluss bleiben sollen.

Derweil sind neue Beweise aufgetaucht, die Licht in die Ereignisse bringen könnten, die zum tragischen Tod Grays führten. Am Donnerstag veröffentlichte die Polizei das Video einer privaten Überwachungskamera, die einen bislang unbekannten Stopp des Polizeitransporters filmte, in dem Gray abgeführt wurde.

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video: youtube/ALLTVCHANNEL2

Darauf ist zu sehen, wie mehrere Polizisten aussteigen und möglicherweise die Türen des Fahrzeugs öffnen. «Wir erfuhren von dem Stopp durch unsere gründliche und noch immer laufende Auswertung von Überwachungskameras in der Gegend», sagte Kevin Davis, Vize-Polizeipräsident von Baltimore.

Baltimores Polizeichef Anthony Batts teilte mit, dass die Ergebnisse der Ermittlungen am Donnerstag – einen Tag früher als erwartet – der Staatsanwaltschaft übermittelt worden seien. Nun muss die Anklagebehörde prüfen, ob sich Polizisten für den Tod von Gray zu verantworten haben. 

Sechs Beamte sind wegen des Vorfalls vom Dienst suspendiert. Das US-Justizministerium ermittelt wegen der möglichen Verletzung von Bürgerrechten.

Gray hatte nach seiner Festnahme Mitte April so schwere Verletzungen erlitten, dass er eine Woche später starb. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie Polizisten Gray zu Boden drücken, bevor sie den vor Schmerz schreienden jungen Mann zu dem Polizeitransporter schleifen. 

Was passierte im Transporter?

Als der Transporter bei der Polizeistation eintraf, war Gray nicht ansprechbar. Später fiel er im Spital ins Koma. Grays Rückenmark war nach Angaben der Anwälte seiner Familie am Genick zu 80 Prozent durchtrennt.

Die Ereignisse im Polizeitransporter sind das entscheidende Puzzlestück, um die Umstände von Grays Tod aufzuklären. Der lokale Fernsehsender WJLA berichtete am Donnerstagabend unter Berufung auf Polizeikreise, dass es keine Beweise dafür gebe, dass der 25-jährige Afroamerikaner die tödlichen Verletzungen bei der Festnahme selbst erlitten habe. Offenbar habe er sich das Genick gebrochen, als er später gegen die Hecktür des Polizeitransporters geschleudert sei.

Vergangene Woche hatten US-Medien berichtet, dass die Polizisten Gray entgegen der Vorschriften nicht festgeschnallt hätten. Weitere Fragen warf ein am Donnerstag von der Polizei veröffentlichtes Detail auf: Der Transporter soll bei der knapp 40-minütigen Fahrt zur Wache einen bislang nicht bekannten Stopp eingelegt haben.

Krawalle in Baltimore

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Krawalle in Baltimore
quelle: x90054 / jim bourg
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Mithäftling: Absichtlich selbst verletzt

Nach Informationen der «Washington Post» könnte sich Gray aber auch selbst verletzt haben. Die Zeitung berichtete unter Berufung auf ein Polizeidokument, dass ein Mithäftling gehört haben will, wie der junge Mann seinen Körper gegen die Wände des Polizeitransporters geschlagen habe. 

Der Zeuge glaube, dass der 25-Jährige «absichtlich versucht habe, sich zu verletzen». Der Häftling sass mit Gray im Transporter, die beiden waren aber durch eine Metallwand getrennt.

Weitere Demonstrationen

Seit den Schüssen auf den schwarzen Teenager Michael Brown in Ferguson im vergangenen August haben eine Reihe tödlicher Polizeieinsätze gegen Afroamerikaner in den USA für Empörung gesorgt. 

In mehreren Städten an der US-Ostküste wie New York und Washington fanden in den vergangenen Tagen Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt statt. 

Am Donnerstagabend gingen auch in Philadelphia rund 600 Demonstranten auf die Strasse. Der Marsch blieb weitgehend friedlich, allerdings kam es nach Angaben des Fernsehsenders CNN zu einer kurzen Auseinandersetzung einer Gruppe von Demonstranten mit der Polizei.

Gedenkmarsch in Baltimore: Tausende fordern Gerechtigkeit für Freddie Gray

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Gedenkmarsch in Baltimore: Tausende fordern Gerechtigkeit für Freddie Gray
quelle: epa/epa / noah scialom
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Ausgangssperre bleibt vorerst

In Baltimore hatten sich meist jugendliche Afroamerikaner nach der Trauerfeier für Gray am Montag Strassenschlachten mit der Polizei geliefert. Seitdem patrouilliert die Nationalgarde gemeinsam mit Bereitschaftspolizisten in den Strassen. 

Baltimores Bürgermeisterin Stephanie Rawlings-Blake verhängte eine nächtliche Ausgangssperre. Sie sagte am Donnerstag, dass «von Tag zu Tag» über die Verlängerung des Ausgehverbots entschieden werde. (kri/sda/afp)

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