Trumps neue Wahlkampfwaffe: Telerallies in mindestens 19 Staaten
Bei einer Telerally steht Trump nicht vor Tausenden Menschen in einer Halle. Stattdessen werden Wähler und Parteianhänger per Telefon oder über eine Audioübertragung zusammengeschaltet und hören den Präsidenten live. Trump kann dabei wie bei einer kurzen Wahlkampfrede für einzelne Kandidaten werben – ohne dafür in den jeweiligen Bundesstaat reisen zu müssen.
Wie CBS News berichtet, wurden solche Telerallies für mindestens 19 Bundesstaaten angekündigt, darunter Michigan, Pennsylvania, Texas, Alaska, Ohio, South Carolina, Iowa und Kansas. Allein am Samstag hielt Trump mehrere dieser virtuellen Veranstaltungen für republikanische Kandidaten ab.
Erst abgesagt – dann doch hingeflogen
Ursprünglich hatte Trump persönliche Wahlkampfauftritte in Iowa und Kansas abgesagt. Die Republikanische Partei erklärte, die Telerallies ermöglichten es dem Präsidenten, im «72-Stunden-Sprint» vor der Wahl deutlich mehr Menschen im ganzen Land zu erreichen. Trump selbst sagte zudem, die Republikaner stünden in den beiden Staaten gut da.
Dann folgte die Kehrtwende: Trump reiste am Sonntag doch nach Iowa und Kansas und trat dort persönlich auf. Beide Staaten galten lange als relativ sicher für die Republikaner, doch die jeweiligen Senatsrennen sind deutlich enger geworden. Parallel liefen die Telerallies weiter.
Die Methode hat für Trump einen weiteren Vorteil: Während seine klassischen Wahlkampfreden häufig länger als 90 Minuten dauern, benötigt er für eine Telerally teilweise nur rund zehn Minuten. Damit kann der Präsident in kurzer Zeit für zahlreiche Kandidaten werben. Kurz vor der Wahl versucht die Partei so, vor allem Trumps besonders treue Anhänger zur Stimmabgabe zu bewegen. (mke)
