So weit oben rankt Trumps Midterm-Niederlage im Vergleich
Wieder einmal irrten die Umfragen. Die meisten Prognosen gingen von einem Sieg der Demokraten im Repräsentantenhaus aus – und von einem Kopf-an-Kopf-Rennen im Senat. Gekommen ist es anders. Beide Kammern gehen mit deutlichen Mehrheiten an die Demokraten. Sogar in republikanischen Hochburgen wie Kansas, Iowa und South Carolina schafften demokratische Kandidatinnen und Kandidaten den Einzug in den Senat. Im Fall von Kansas ist es das erste Mal seit knapp 100 Jahren. Der letzte Demokrat schied noch vor dem Zweiten Weltkrieg 1939 aus dem Amt aus.
Senate
Die Niederlage von Donald Trump ist deutlich. Das ist bereits jetzt klar, obwohl noch nicht alle Wahldistrikte ausgezählt wurden. Die «New York Times» geht von 258 Sitzen der Demokraten im Repräsentantenhaus (+44) und 55 Sitzen im Senat (+8) aus. Das ist gleichbedeutend mit 52 Sitzen Verlust in beiden Kammern auf Seiten der Republikaner. Wie schneidet der vergleichssüchtige Donald Trump damit in der Gegenüberstellung mit den Präsidenten seit 1938 ab?
So, wie man den US-Präsidenten kennt, wird er sich schon bald damit rühmen, besser abgeschnitten zu haben als Bill Clinton und Barack Obama. Die beiden Demokraten kassierten 2010 und 1994 weit heftigere Klatschen. Dass er das schlechteste Abschneiden eines republikanischen Präsidenten seit 50 Jahren zu verantworten hat, wird Donald Trump wissentlich verschweigen.
Weil bei den Midterms das gesamte Repräsentantenhaus neu gewählt wird, gelten die Veränderungen in der grossen Kammer als eigentlicher Gradmesser für die politische Stimmung im Land. Auch da wird sich Donald Trump in die Top-10-Liste der schlechtesten Ergebnisse eintragen. Wenn er Pech hat, schiebt er sich gar noch an Roosevelt vorbei auf den achten Platz.
Nahe an die abgewatschten Clinton und Obama kommt Trump mit seinem Ergebnis im Senatsrennen. In keinem Battleground konnten die Republikaner siegen. Im Gegenteil: In Iowa, Kansas und South Carolina gingen gar Sitze in republikanischen Hochburgen verloren.
Solche Vergleiche sind indes nicht mehr als eine Spielerei. Die Wahlkreise und die Zeiten haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Ausserdem umfassen die USA erst seit 1959 50 Bundesstaaten.
