International
USA

Rudy Giuliani verklagt Joe Biden – wegen Verleumdung

Nach Klage von Hunter Biden: Giuliani verklagt Joe Biden – wegen Verleumdung

05.10.2023, 02:5205.10.2023, 04:52

Der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani hat eigenen Angaben nach eine Zivilklage gegen US-Präsident Joe Biden eingereicht. Der Vertraute von Ex-Präsident Donald Trump wirft Biden Verleumdung vor, weil dieser ihn 2020 bei einer Präsidentschaftsdebatte als «russische Schachfigur» bezeichnet hatte. «Was er mir angetan hat, ist unerträglich», sagte Giuliani am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz in Concord im US-Bundesstaat New Hampshire. Dort hat Trumps ehemaliger Anwalt die Klage eingereicht.

Former New York City Mayor Rudy Giuliani arrives to address reporters outside the Merrimack County Superior Court, Wednesday, Oct. 4, 2023, in Concord, N.H. Giuliani plans to sue President Joe Biden f ...
Rudy Giuliani wirft Joe Biden Verleumdung vor. Bild: keystone

Giuliani behauptet, durch Bidens Aussage Klienten verloren zu haben. US-Präsidenten geniessen weitgehende Immunität für ihre Handlungen im Amt und müssen in der Regel nicht fürchten, für diese zivilrechtlich haften zu müssen. Anders sieht es mit aber mit Handlungen aus, die nichts mit der Präsidentschaft zu tun haben. Erst vor gut einer Woche hatte Bidens Sohn Hunter Giuliani verklagt, weil dieser sich zu Unrecht Zugang zu seinem Laptop verschafft haben soll.

Giuliani hat noch mit weiteren juristischen Problemen zu kämpfen. Er hatte Trump während dessen Amtszeit beraten und ist gemeinsam mit dem Republikaner im Bundesstaat Georgia wegen versuchten Wahlbetrugs angeklagt. Die «New York Times» berichtete am Mittwoch, dass die Staatsanwaltschaft in diesem Zusammenhang auch Giulianis Alkoholkonsum unter die Lupe nimmt. Angesprochen darauf sagte Giuliani in Concord: «Ich habe kein Alkoholproblem.»

Der 79-Jährige war einst ein geachteter Politiker in den USA. Während der Anschläge vom 11. September war er Bürgermeister von New York und oberster Krisenkoordinator. In den vergangenen Jahren hat Giulianis Ruf allerdings erheblich gelitten - mit diversen Auftritten sorgte er für grossen Spott. Vor rund drei Jahren tropfte bei einer Pressekonferenz plötzlich dunkle Farbe seine Schläfen hinunter - Medien spekulierten über Haarfärbemittel. Auch eine Pressekonferenz auf dem Parkplatz einer Landschaftsgärtnerei – gelegen zwischen einem Krematorium und einem Sexshop mitten im Industriegebiet der Metropole Philadelphia – sorgte für Kopfschütteln. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
12 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
tss
05.10.2023 06:51registriert Juni 2020
Jetzt wirts lustig. Er und Trump haben weit aus schlimmeres zu hunderten anderen Personen gesagt. Hoffen wir mal, dass diese auch Anklage erheben.
Der Millerrapport sollte ungeschwerzt begutachtet werden. Evtl. stimmt ja diese Anschuldigung doch.
211
Melden
Zum Kommentar
12
«Mütter und Väter wissen nicht, ob ihre Kinder noch am Leben sind»
An der Grenze zu Ceuta suchen Menschen verzweifelt nach ihren Angehörigen. Die NGO «Caminando Fronteras» unterstützt sie dabei – und spricht von einer Entmenschlichung der Opfer.
Was macht Caminando Fronteras – und warum braucht es Ihre Organisation überhaupt?
Helena Maleno: Wir betreuen zwei Hilfetelefone: eines für Menschen auf den Fluchtrouten, die sich in lebensbedrohlichen Situationen befinden. Dafür koordinieren wir uns mit Rettungskräften. Die zweite Nummer ist für die Angehörigen von Geflüchteten. Wir begleiten sie im Prozess der Suche nach vermissten Familienmitgliedern und auch bei der Identifikation, wenn deren Leichen gefunden werden. Ich wünschte sehr, dass es unsere Organisation nicht bräuchte. Doch seit wir unsere Arbeit aufgenommen haben, haben wir miterlebt, wie Tausende Menschen auf den Fluchtrouten nach Spanien ums Leben gekommen sind.
Zur Story