Einen Monat nach gescheiterter Hinrichtung: Jetzt meldet sich Christa Pike zu Wort
Einen Monat nach ihrer gescheiterten Hinrichtung hat sich Christa Pike erstmals zu Wort gemeldet. In einem Statement liess die 50-Jährige verlauten, sie leide derzeit ständig – sowohl körperlich als auch psychisch.
«Seit jener Nacht habe ich keinen einzigen Moment ohne Schmerzen verbracht», so Pike. «Mein Körper schmerzt. Meine Arme schmerzen. Meine Hände schmerzen. Mein Hals schmerzt.» Zudem habe sie noch immer Probleme beim Sprechen.
Auch mental setze ihr die Situation zu. So habe sie sich damit abgefunden, sterben zu müssen, schreibt sie. «Ich hatte den Menschen, die mich liebten, gesagt, dass ich ihnen dankbar bin», so Pike. Sie habe sich von ihnen verabschiedet. Als sie wieder aufgewacht sei, sei sie «allein, verwirrt und voller Schmerzen» gewesen.
Nun sei sie auf dem Weg zur Besserung, sagt Pike. «Ich werde immer stärker. Aber gesund werden bedeutet nicht, dass es mir wieder gut geht.» So leide sie vor allem unter der Isolation, welche sie aus 28 Jahren in Einzelhaft bestens kenne.
Viel Zeit verbringe sie nun damit, einen Sinn darin zu finden, was passiert sei. Sie habe keine Ahnung, wie sie die Hinrichtung überlebt habe. Zudem bedankt sie sich bei den Betreuungspersonen, diese hätten sie «mit Mitgefühl, Würde und Respekt» behandelt.
Pike überlebte zwei Giftspritzen
Christa Pike hätte eigentlich am 30. September im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet werden müssen. Die US-Amerikanerin überlebte allerdings zwei Giftsptizen mit Pentobarbital und wurde in der Folge in ein Spital verlegt. Zunächst befand sie sich in kritische Zustand, ehe sich ihre Lage verbesserte.
Die Strafvollzugsbehörde von Tennessee betonte nach der gescheiterten Durchführung, jeder Schritt der geltenden Richtlinie sei eingehalten worden. Dieses sehe nach der zweiten Dosis keine weiteren Massnahmen mehr vor.
Pike war 1996 wegen des Mordes an der 19-jährigen Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zur Tatzeit 18 Jahre alt. Slemmer war 1995 in Knoxville über längere Zeit misshandelt und schliesslich getötet worden. In den vergangenen Jahren hatten Pikes Anwälte zunehmend ihre schwere Kindheit, psychische Erkrankungen und ihre Entwicklung während der mehr als drei Jahrzehnte in Haft in den Mittelpunkt gestellt. Gouverneur Lee lehnte ein Gnadengesuch kurz vor dem geplanten Hinrichtungstermin dennoch ab. Es ist offen, ob und unter welchen Bedingungen der Staat noch einmal versuchen könnte, das Todesurteil zu vollstrecken. (dab, mit Material von Keystone-SDA)
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