Todesfall auf US-Achterbahn: Der Schweizer Hersteller baute auch die «Silver Star»
Das Entsetzen war gross. Ein Mann wurde aus der Achterbahn «Goliath »im Vergnügungspark «Six Flags» in Atlanta, Georgia, geschleudert und starb. Nun stellt sich heraus: Die Herstellerin der Anlage, die Firma «Bolliger & Mabillard», stammt aus der Romandie. Die Firma sitzt in Monthey (VS) und Aigle (VD).
Auf Anfrage von watson teilt Olivier Bolliger mit, das Unternehmen sei «zutiefst betrübt über den tragischen Unfall». In Gedanken sei man bei den Familien der Opfer und der betroffenen Personen. Es laufe eine Untersuchung, um die Hintergründe des Unfalls zu klären.
Die Hersteller der Silver Star
Die Auswahl an Achterbahnen, welche das 1988 gegründete Unternehmen gebaut hat, ist stattlich. Mindestens 52 Bahnen sind auf der Firmen-Webseite aufgeführt. Die Website «roller coaster database» schreibt der Firma gar über 130 Anlagen zu. Die meisten davon stehen in den USA, aber auch in China, Japan und Europa. Bemerkenswert ist dabei vor allem eine Bahn, die auf das Konto von «Bolliger & Mabillard» geht: Die legendäre «Silver Star» im Europa-Park in Rust.
Im Sortiment der Firma gehört die «Silver Star» zur selben Kategorie wie «Goliath», auf der es zum Unfall kam: Es sind beides sogenannte «Hyper Coasters» mit einem Abstieg von mehr als 60 Metern. Die Hersteller sprechen von «schwindelerregenden Höhen» und einem «geschwindigkeitsorientierten Erlebnis».
Auf seiner Webseite gibt das Unternehmen an, mindestens sieben solcher Hyper Coasters gebaut zu haben: fünf in den USA, eine in Spanien und eine in Deutschland. Die «Silver Star» entstand 2002, die «Goliath» vier Jahre später. Gemäss Hersteller sollen beide ein «unvergleichliches Freiheitsgefühl» bieten ‒ dank «innovativem Sicherheitssystem».
Silver Star bleibt in Betrieb
Nach dem tödlichen Unfall in Atlanta hat der Freizeitpark-Betreiber «Six Flags» vorsorglich neun ähnliche Anlagen in sechs Parks geschlossen. Im Europa-Park sieht es allerdings anders aus.
Der Park spricht den Angehörigen sein Mitgefühl aus. Zu den Ursachen des geschilderten Vorfalls könne man allerdings keine Einschätzung abgeben und wolle den Untersuchungen nicht vorgreifen:
Der Betrieb unterstehe klar definierten Prüf-, Wartungs- und Sicherheitsprozessen, heisst es auf Anfrage. Diese umfassen jährliche TÜV-Prüfungen sowie tägliche technische Kontrollen vor der Parköffnung. Insbesondere die Rückhaltesysteme und ihre Verriegelungen würden dabei jeweils auf Zustand und Funktionsfähigkeit geprüft. Generell gelte:
Jährlich investiere der Europa-Park erhebliche Summen in Sicherheitsmassnahmen, Wartung und Modernisierung. Das sollte die Park-Besucherinnen und -Besucher beruhigen ‒ insbesondere jene, die sich in den Herbstferien auf die Halloween-Stimmung im Park gefreut haben.
