Bison schleudert Mann meterhoch in die Luft – jetzt meldet sich dieser zu Wort
Im Yellowstone-Nationalpark ist ein 65-jähriger Tourist bei einem Bisonangriff schwer verletzt worden. Der Fotograf Mike MacLeod hatte zuvor beobachtet, dass sich das Tier ungewöhnlich aggressiv verhielt und bereits andere Parkbesucher bedrohte, berichtete er gegenüber Cowboy State Daily. Er begann deshalb, die Situation zu filmen.
Kurz darauf lief der Bison auf den Mann und dessen Enkel zu. Die beiden versuchten, sich hinter einem Baum in Sicherheit zu bringen. Das Tier erwischte den 65-Jährigen jedoch, schleuderte ihn meterhoch in die Luft und warf ihn zu Boden. Dabei erlitt der Mann mehrere Knochenbrüche an Hüfte und Bein.
Der Bison blieb über dem verletzten Mann stehen und schüttelte immer wieder den Kopf. Mike MacLeod befürchtete, das Tier könnte den am Boden liegenden Touristen mit seinen Hörnern aufspiessen. Daraufhin brach er die Filmaufnahmen ab, rannte auf den Bison zu und schrie, so laut er konnte, um dessen Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Mehrere weitere Besuchende folgten seinem Beispiel und machten ebenfalls Lärm. Erst das gemeinsame Eingreifen brachte den Bison dazu, sich zurückzuziehen und schliesslich davonzurennen.
Opfer meldet sich zu Wort
Letztendlich hatte der betroffene Mann Glück im Unglück. Er habe sich zwar den Oberschenkelknochen an vier Stellen gebrochen und mehrere Prellungen erlitten, sagte er am Montag gegenüber CNN. Nun könne er aber bereits wieder stehen. «Es ist nicht so schlimm, wie es hätte sein können», sagt er. In den nächsten Tagen werde er eine Physiotherapie machen.
Weiter bedankt er sich bei den Helferinnen und Helfern. «Alle Anwesenden waren unglaublich hilfsbereit», sagt er. Unter anderem hätte sich eine Krankenschwester um sein Bein gekümmert, während ein anderer Passant seinen Kopf gestützt habe. Die rund zweistündige Fahrt ins Spital sei äusserst schmerzhaft gewesen, aber Sanitäter seien ihm unterwegs zur Seite gestanden.
Zum Vorfall selbst sagt der Mann, er habe das Tier mit seinem Enkel beobachtet, da sich dieses ruhig verhalten habe. Danach sei aber ein LKW vorbeigefahren, welcher gehupt habe. Dies habe den Bison offenbar beunruhigt. Dieser näherte sich plötzlich den beiden. «Es blieb wenig Zeit, um zu entscheiden, was zu tun war», so der Mann. Er habe sich deshalb entschieden, den Bison wegzulocken, während sein Enkel das Weite suchen konnte.
Dies ist bereits der zweite Vorfall im Yellowstone mit einem Bison in diesem Jahr. Am 26. Juni wurde ein 12-jähriges Kind angegriffen.
Von Juni bis September ist Brunftzeit bei den Bisons. Während dieser Zeit kämpfen die Bullen um die Vorherrschaft und um die Weibchen und verhalten sich deshalb besonders aggressiv.
