Weidel nennt Rechtsextremismus-Vorwurf «Framing» – Hayalis Konter sitzt
Nach dem AfD-Parteitag in Erfurt kam es im ZDF zu einem auffälligen Schlagabtausch zwischen der AfD-Chefin Alice Weidel und der Moderatorin Dunja Hayali. Über mehrere Minuten fielen sich die beiden ins Wort.
Die Situation eskalierte, als Alice Weidel einen Beitrag des Rundfunks ansprach, der dem Interview vorangegangen war. Dazu sagte die AfD-Chefin:
Hayali liess das nicht stehen. Die Moderatorin verwies darauf, dass diese Einschätzung nicht einfach aus der Redaktion komme, sondern vom Verfassungsschutz.
Der Verfassungsschutz hatte die Partei 2025 als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Nach einer Klage der AfD wurde diese Einstufung aber vorerst gestoppt. Das Verwaltungsgericht Köln entschied im Februar 2026: Bis zum Hauptverfahren darf der Verfassungsschutz die Bundes-AfD nicht als gesichert rechtsextremistisch behandeln oder öffentlich so bezeichnen. Gleichzeitig schrieb das Gericht, es bestehe weiter ein starker Verdacht auf verfassungsfeindliche Bestrebungen.
Wiederum werden gewisse AfD-Landesverbände wie Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt von den zuständigen Verfassungsschutzämtern als gesichert rechtsextremistisch beziehungsweise erwiesen extremistisch geführt.
Wie wenig die Partei jedoch von diesen Entscheiden hält, hat sich schon mehrfach gezeigt. Weidel behauptete in der Vergangenheit bereits, der Verfassungsschutz sei «keine unabhängige Behörde». Und auch der AfD-Co-Chef Tino Chrupalla kündigte am Rande des Parteitags an, man werde sich bei Wahlsiegen in Ostdeutschland auch dem Verfassungsschutz «annehmen».
