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Flugzeug von Dubai nach Tel Aviv meldet mögliche Entführung

Video: watson/nina bürge

Co-Pilot soll versucht haben, Flydubai-Maschine abstürzen zu lassen – das musst du wissen

Ein Flugzeug hat am Mittwochmorgen einen Notruf abgesetzt. Hintergrund soll ein Streit zwischen den beiden Piloten sein. Der Co-Pilot soll versucht haben, das Flugzeug abstürzen zu lassen.
30.09.2026, 08:4630.09.2026, 16:00

Was ist passiert?

Ein Flugzeug der Billigfluggesellschaft Flydubai hat am Mittwochmorgen einen Notruf abgesetzt, wie Flightradar24 meldete. Die Hintergründe waren zunächst unklar. Laut Medienberichten hat das Flugzeug einen Code übermittelt, der auf eine Entführung hindeutet.

Zwei israelische Kampfjets seien daraufhin gestartet, da kein Kontakt mit den Piloten hergestellt werden konnte. Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz sollen sich zu einer dringlichen Sitzung getroffen haben.

In dem Flugzeug sollen sich rund 180 Passagiere befunden haben, wie die Times of Israel berichtet. Zunächst sollen die Piloten das internationale Notrufzeichen 7700 gesendet haben, daraufhin das Zeichen 7500, das für eine mögliche Entführung oder einen unrechtmässigen Eingriff steht. Zwischenzeitlich war das Flugzeug nicht mehr auf den Trackingseiten zu finden. Schliesslich landete es in Tabuk in Saudi-Arabien.

Was in der Luft geschah

Hintergrund soll ein Streit zwischen den beiden Piloten gewesen sein. Berichten zufolge bestätigte die Airline, dass eine Auseinandersetzung Grund für das Notsignal war. In ersten Berichten war von einer Schlägerei im Cockpit die Rede, später hiess es auch, der Co-Pilot habe auf den Piloten eingestochen. Er soll bewusstlos gewesen sein.

Die Maschine wurde in der Luft in einen steilen Sinkflug gebracht und sank in weniger als einer Minute um 17'000 Fuss (knapp 5200 Meter). Bilder nach der Landung zeigen Schäden am Flugzeug, konkret am Seitenleitwerk. Die Beschädigungen könnten auf diese enorme Belastung zurückzuführen sein.

Passagiere und Crewmitglieder hätten den Co-Piloten schliesslich überwältigt. Laut dem Sender N12 soll sich zufälligerweise ein weiteres Pilotenteam an Bord befunden haben, das die Situation schliesslich unter Kontrolle bringen und das Flugzeug landen konnte. Aufnahmen aus dem Innern zeigen, wie die Passagiere nach der Landung jubelten.

Was sagen die Passagiere?

Ein Passagier erklärt gegenüber dem israelischen Sender N12, dass zwischenzeitlich Panik an Bord herrschte. «Wir hörten Schreie, im Cockpit war Blut», erzählt er. Ein Bild, das auf Social Media kursiert, soll einen Passagier zeigen, dessen Shirt blutverschmiert ist.

In Videos, die auf Social Media kursieren, erzählen Passagiere, dass sie den Co-Piloten überwältigt und aus dem Cockpit geholt hätten. Die beiden zusätzlichen Piloten seien unter Schock gestanden, hätten sich aber schliesslich ins Cockpit gesetzt, während die Passagiere die Tür bewachten.

Nach der Landung in Tabuk waren die Passagiere vorerst gestrandet. Israel organisierte einen Flug, der sie nach Tel-Aviv bringen sollte. Gleichzeitig stornierten viele Israelis im Nahen Osten ihre Flüge Richtung Heimat, wie N12 berichtet. Insbesondere jene, die von Flydubai durchgeführt wurden. Für sie wird nun eine Lösung gesucht.

Was weiss man über die Piloten?

Berichten zufolge soll der Co-Pilot versucht haben, das Flugzeug abstürzen zu lassen. Es sei aber auch möglich, dass der Co-Pilot unter psychischen Problemen litt. Die Umstände sind noch unklar.

Die beiden Piloten, die in Streit geraten waren, mussten das Flugzeug nach der Landung verlassen und sollen befragt werden. Sie befinden sich beide im Spital. Der Flughafen Tabuk hat laut der Jerusalem Post in einer Mitteilung bestätigt, dass beide verletzt sind. Nähere Angaben machte der Flughafen nicht, ein Passagier spricht jedoch von schweren Verletzungen beim Piloten.

Gegenüber Channel 12 erklärt ein israelischer Beamter, es sei eine «grosse Katastrophe verhindert» worden. Der Sender berichtete zunächst, der Pilot sei ein russischer und der Co-Pilot ein ukrainischer Staatsbürger. Später hiess es mit Verweis auf israelische Quellen, der Pilot stamme aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Co-Pilot aus dem Oman. Er soll weniger als ein Jahr bei der Airline angestellt sein.

Die Herkunft könnte eine wichtige Rolle spielen. Gemäss der Jerusalem Post dürfen Airlines, die nach Israel fliegen, nur Piloten dafür einsetzen, die aus Ländern stammen, die normale diplomatische Beziehungen zu Israel pflegen. Der Oman gehört allerdings nicht dazu. Folglich stellt sich die Frage, warum der Co-Pilot auf einem Flug eingesetzt wurde, der eine israelische Destination ansteuerte. Möglich ist, dass er etwa Doppelbürger ist.

Wie reagiert Israel?

Zunächst wurde der Vorfall als versuchter Terrorakt gewertet. Gemäss der «Jerusalem Post» fordert der israelische Verkehrsminister, dass sämtliche Flüge von Flydubai von und nach Israel eingestellt werden. Dies, weil der Pilot möglicherweise aus dem Oman stammt, was gegen die vereinbarten Regeln verstossen würde.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat Berichten zufolge ein Sicherheitsmeeting einberufen. Israels Finanzminister Bezalel Smotrich war der erste, der eine Stellungnahme veröffentlichte. Darin erklärte er: «Wer auch immer ein Flugzeug abstürzen lassen und 180 Israelis ermorden wollte, muss dafür bezahlen, als habe er gemordet. Er und jeder Staat oder jede Terrororganisation, die ihn geschickt haben.»

Saudi-Arabien hat sich noch nicht zum Vorfall geäussert.

(vro)

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