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Wegen Ausschluss von Kolleginnen: Streik am Eiffelturm

Video: watson/mwe

Mitarbeiterinnen ausgeschlossen: Warum das Personal am Eiffelturm streikt

08.09.2026, 12:1508.09.2026, 12:15

Weil am Pariser Eiffelturm auf Bitten einer religiösen Besuchergruppe das weibliche Personal vorübergehend abgezogen worden sein soll, haben Beschäftigte aus Protest die Arbeit niedergelegt. Den Tag über blieb das Wahrzeichen geschlossen.

Video: watson/mwe

Während auf der Homepage des Eiffelturms von «operationellen Gründen» die Rede war, berichtete die Zeitung «Le Parisien» unter Verweis auf Beschäftigte, dass am Samstag auf Bitten von rund 100 Mitgliedern einer hinduistischen Religionsgemeinschaft während eines Besuchs der dritten Etage des Eiffelturms das weibliche Personal dort zurückgezogen worden sei. Die Gruppe sei von ausschliesslich männlichem Personal begleitet worden.

Eiffelturm Paris Tour Eiffel tower
Wegen eines Streiks blieb der Eiffelturm einen Tag lang geschlossen. Bild: keystone

In der französischen Hauptstadt löste der Vorfall Empörung aus. Der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire zeigte Verständnis für den Protest. «Die Gleichstellung von Frauen und Männern wird niemals am Fusse unserer historischen Denkmäler enden, noch an irgendeinem anderen Ort dieser Stadt. Sie muss überall gelten, für alle», sagte der Sozialist. Er werde so schnell wie möglich eine Untersuchung einleiten.

Bürgermeister empört über
Diskriminierung

Der Bürgermeister des zentralen Pariser Stadtbezirks, Ariel Weil, der zugleich Präsident der Betreibergesellschaft des Eiffelturms ist, zeigte ebenfalls Verständnis für die Aufregung der Mitarbeiter. «Kein religiöser Grund kann eine Unterscheidung aufgrund des Geschlechts oder ein anderes diskriminierendes Vorgehen beim Empfang der Besucher rechtfertigen. Jetzt ist Klarheit gefragt», schrieb Weil auf X.

Auch die konservative Präsidentin der Hauptstadtregion, Valérie Pécresse, äusserte sich schockiert, dass bei einer organisierten Besichtigung des Eiffelturms «eine hinduistische Delegation, zu der auch Geistliche gehörten, darum gebeten hatte, weibliche Mitarbeiter von ihrer Besichtigungstour auszuschliessen».

Ex-Premier Barnier fordert Aufklärung von Eiffelturm-Betreiber

Der frühere konservative Premier Michel Barnier reagierte empört. «In Frankreich sind es keine aus dem Ausland stammenden Gepflogenheiten, die den Frauen vorschreiben, wie sie sich kleiden oder im öffentlichen Raum verhalten sollen», schrieb Barnier. «Frauen werden nicht versteckt. Sie werden nicht ausgeblendet. Man respektiert sie und verteidigt ihre Freiheit. Wir fordern von der Betreibergesellschaft des Eiffelturms eine Erklärung.»

Wann der Eiffelturm wieder für Besucher öffnet, war zunächst unklar. Mitarbeitervertreter sprachen von einem vollkommen inakzeptablen Vorfall, wie «Le Parisien» berichtete. Die Betreibergesellschaft habe in einer Stellungnahme eingeräumt, eine Fehlentscheidung getroffen zu haben. (leh/sda/dpa)

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20 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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züristone
08.09.2026 00:05registriert August 2015
Da fragt man sich, wie diese Herren nach Paris gekommen sind… zu Fuss? Oder gab es auch Fluggesellschaften die ‚gekuscht‘ haben. Sind sie in einem Hotel untergebracht? Haben sie alle keine Mütter? Wie sieht es in Restaurants aus? Überall die bösen Frauen, die die armen Männer in Versuchung führen.
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ViciaFaba
07.09.2026 22:55registriert Juli 2020
Ach, patriachale Fundis gibt es auch bei den Hindus und nicht nur bei den Abrahmiten (und eigentlich in allen Religionen)? Wer hätte das gedacht, die Jungs bleiben lieber unter sich - Misogynie wohin man blickt.
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Hierundjetzt
08.09.2026 06:56registriert Mai 2015
Welcher Pariser Mitarbeiter fand das eine gute Idee? DAS ist die Frage.

Hindus bzw. Gäste können ja immer Fragen, es ist der Betreiber der ja oder nein sagt
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