Filmemacher und Autor Alexander Kluge ist tot
Kluge galt als einer der vielseitigsten Intellektuellen in Deutschland, war Filmemacher, Schriftsteller, Philosoph und Jurist. In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde er als einer der einflussreichsten Vertreter des Neuen Deutschen Films bekannt.
Mitglied der «Gruppe 47»
Als Autor gehörte er zum Kreis der «Gruppe 47», die den deutschen Literaturbetrieb in der Nachkriegszeit prägte, und machte sich vor allem mit Kurzgeschichten einen Namen.
Kluge wurde 1932 in Halberstadt geboren, studierte Jura, Geschichte und Kirchenmusik. Er promovierte und arbeitete zunächst als Rechtsanwalt. 1958 volontierte er bei dem weltberühmten Regisseur Fritz Lang («Metropolis») und fing bald darauf an, selbst Regie zu führen.
«In Gefahr und grösster Not bringt der Mittelweg den Tod»
1962 war er einer der Filmemacher, die mit dem «Oberhausener Manifest» ein Kino der Autoren forderten. Kluge inszenierte Filme wie «Abschied von gestern», «Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos» und «In Gefahr und grösster Not bringt der Mittelweg den Tod».
1987 war Kluge Mitbegründer der Produktionsfirma dctp, die private Fernsehsender wie Sat.1 oder RTL mit wissenschaftlichen und kulturellen Beiträgen versorgt. Das Magazin «Spiegel TV» stammt beispielsweise aus seinem Haus. Für seine Bücher und Filme erhielt Kluge unter anderem den Adolf-Grimme-Preis, den Georg-Büchner-Preis, den Heinrich-Heine-Preis sowie den Klopstock-Preis. (dab/sda/dpa)
