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Münchner Rentnerin muss für Bergung von Weltkriegsmunition zahlen

ARCHIV - 13.09.2018, Brandenburg, Potsdam: Blick auf die entschärfte 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. In Potsdam wird erneut eine 250 Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltk ...
So ähnlich könnte es in München ausgesehen haben: In einem Garten wurden Tonnen Munition gefunden.Symbolbild: dpa-Zentralbild

So viel muss eine Rentnerin für Weltkriegsmunition unter dem Haus zahlen

Seit Jahrzehnten lebt eine mittlerweile in Rente gegangene Münchnerin über einem Waffenlager aus dem Zweiten Weltkrieg. Nun wurde das Material geborgen – und sie muss dafür zahlen.
31.07.2026, 15:0931.07.2026, 17:24

Die Rentnerin Melitta Weinberger lebt seit 1954 in einem Haus in München. Dass sich unter ihrem Grundstück ein Waffenlager aus dem Zweiten Weltkrieg befand, ahnte sie jahrzehntelang nicht. Aufgedeckt wurde der Fund erst 2017, als auf dem Nachbargrundstück Bauarbeiten stattfanden und dabei auch in Weinbergers Garten Munition entdeckt wurde.

Das frühere Wehrmachtsgelände mit einem Panzerschiessstand wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in einem Löschwasserbecken versenkt und zugeschüttet. Mehr als 70 Jahre später kamen dort Granaten, Panzerminen und Artilleriegeschosse wieder zum Vorschein. Die Munition wurde vom Kampfmittelbeseitigungsdienst geborgen. Während der Arbeiten mussten die Bewohnerinnen und Bewohner im Umkreis von 100 Metern ihre Häuser verlassen. Die Aktion kostete mehr als 1.7 Millionen Euro.

Rentnerin muss zahlen

Der Bund übernahm 1.15 Millionen Euro der Kosten, die Stadt München weitere 400'000 Euro. Von den verbleibenden 170'000 Euro soll Melitta Weinberger 45'000 Euro bezahlen. Dagegen wehrt sie sich nun vor dem Verwaltungsgericht. Sie empfinde die Kostenbeteiligung als ungerecht. «Ich bin froh, dass mein Grundstück jetzt frei von Bomben ist. Aber es ärgert mich, denn ich kann nichts für die Munition, soll dafür zahlen – und mein Nachbar nicht», sagt Weinberger gegenüber der «Bild». Zudem fragt sie sich, weshalb es auf einem ehemaligen Munitionslager überhaupt Bauland gebe.

Gemäss der Stadtverwaltung befanden sich 90 Prozent des Waffenlagers unter Weinbergers Grundstück. Deshalb müsse sie auch einen entsprechend höheren Anteil der Kosten übernehmen. Laut der Rentnerin könnte die Belastung jedoch noch grösser werden: «Die Stadt könnte einen neuen Bescheid erlassen und anteilsmässig auch 90 Prozent der verbliebenen 170'000 Euro in Rechnung stellen.»

Für Weinberger wäre dies finanziell schwierig. Um ihr Grundstück wieder instand zu setzen, habe sie bereits 80'000 Euro ausgegeben. Bis zum 10. August wollen sich die Parteien nun einigen. (kek)

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130 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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insert_brain_here
31.07.2026 15:28registriert Oktober 2019
Kann ich nicht nachvollziehen. Wenn jemand solche Munition hortet oder die Existenz eines solchen Lagers bewusst verschweigt von mir aus, aber die Frau hat wohl nicht persönlich in den 50ern das Gelände zugeschüttet und geflutet.
Hier sollte Treu und Glauben gelten: Die Frau hatte zu keinem Zeitpunkt einen Grund zur Annahme, dass sich auf dem Grundstück (vom Staat produzierte!) Altlasten befinden. Wenn überhaupt steht ihr eine Entschädigung für die Unannehmlichkeiten während der Räumung zu.
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Domo_draws
31.07.2026 15:17registriert Juni 2017
Geht garnicht...sollen die bezahlen die Krieg wollten...der Staat war auf jedenfall dabei, sogar der Schuldige, sie nicht Punkt.
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Bruno Wüthrich
31.07.2026 17:04registriert August 2014
Ich bin etwas am Staunen. Und zwar, weil ich vor allem durch die Kommentare einiges gelernt habe. Und ich frage mich: weshalb stand dies nicht im Artikel.

Wenn sich der Verfasser oder die Verfasserin (kek) beim Verfassen des Artikels dafür interessiert hätte, wie es zu einer solchen Ungerechtigkeit kommen kann, dann hätte er oder sie sicher sofort begriffen, dass diese Information in den Artikel gehört. Eigentlich schade, wenn JournalistInnen zu wenig Interesse zeigen. Denn das würde eigentlich zu ihrem Beruf zählen (oder hätte es zumindest einmal).
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