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Darum solltest du deinen Garten im Herbst nicht zu gründlich aufräumen

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Darum solltest du deinen Garten im Herbst nicht zu gründlich aufräumen

Magst du es ordentlich im Garten? Dann schneidest du im Herbst alles zurück und sammelst das Laub zusammen. Doch was ordentlich aussieht, ist für viele Tiere alles andere als ideal. Solltest du deine Stauden also jetzt zurückschneiden oder lieber bis zum Frühjahr warten?
03.10.2026, 10:0303.10.2026, 10:03
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Was denkst du?

Wann schneidest du krautige mehrjährige Pflanzen zurück?
An dieser Umfrage haben insgesamt 1166 Personen teilgenommen
Auch wenn viele Stauden besser bis zum Frühjahr stehen bleiben, gibt es Ausnahmen. Einige Pflanzen profitieren von einem Rückschnitt bereits im Herbst. Kurzlebige Arten wie die Kokardenblume (Gaillardia) schneidest du bereits im Frühherbst zurück. Sie bilden vor dem ersten Frost eine schützende Blattrosette und überstehen den Winter dadurch besser. Auch kranke Blätter oder Triebe solltest du vor dem Winter entfernen. So verringerst du das Risiko, dass sich Pilzkrankheiten im nächsten Jahr weiter ausbreiten. Nicht nur kranke Pflanzen profitieren vom richtigen Zeitpunkt: Bei vielen Stauden lohnt sich ein Rückschnitt direkt nach der Blüte. Arten wie Salbei oder Katzenminze treiben danach häufig noch einmal aus und blühen ein zweites Mal. Gleichzeitig bleiben die Pflanzen vital und langlebig.
Für die Natur hat ein Herbstschnitt einige Nachteile. Abgestorbene Stängel und hohle Halme dienen Wildbienen, Käfern, Florfliegen und vielen anderen Insekten als Winterquartier. Auch Igel und andere Kleintiere profitieren von einem Garten, der nicht komplett aufgeräumt wird. Die Frucht- und Samenstände vieler Stauden sind im Winter zudem eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel wie Distelfinken oder Zeisige. Das abgestorbene Kraut wirkt ausserdem wie ein natürlicher Frostschutz und schützt die Stauden vor Kälte sowie starken Temperaturschwankungen. Und nicht zuletzt haben viele Stauden auch im Winter ihren Reiz: Fetthenne, Sonnenhut (Echinacea) oder Ziergräser setzen mit Raureif oder Schnee wunderschöne Akzente im Garten.

Fazit:

Ich schneide die meisten Stauden erst am Ende des Winters zurück – kurz bevor sie wieder austreiben. So bleiben Fruchtstände und Samen den ganzen Winter erhalten, bieten Vögeln Nahrung und dienen zahlreichen Insekten als Unterschlupf. Gleichzeitig schützt das abgestorbene Kraut die Pflanzen vor Kälte und Frost.

Mein Tipp: Entferne im Herbst vor allem kranke Pflanzenteile und schneide nur jene Stauden zurück, die nachweislich davon profitieren. Alles andere darf bis zum Frühjahr stehen bleiben – zur Freude von Pflanzen, Tieren und allen, die einen Garten auch im Winter schön finden.

Gärtner Graf
Beat Graf begann seinen beruflichen Werdegang vor 39 Jahren mit einer Lehre zum Baumschulisten. Nach einer umfassenden Aus- und Weiterbildung folgten viele weitere Jahre als Besitzer einer Staudengärtnerei. Mit 51 Jahren verkaufte er den Betrieb und gründete 2022 die GÄRTNER GRAF AG. Hier geht es zum Gärtner Graf Blog.
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