Die sexuell aktivsten Amerikaner sind... religiös
Traditionelle Ehen und religiöse Kirchgänger gehören wohl eher weniger zu jenen, denen die meisten ein grossartiges Sexleben zuschreiben würden. Doch ein neuer Bericht in den USA widerlegt dieses Vorurteil, wie The Atlantic berichtet. Jene Gruppe, die am häufigsten und den besten Sex hat, sind ausgerechnet verheiratete Paare, die mindestens zweimal pro Monat eine religiöse Einrichtung aufsuchen. Die meisten der Befragten sind Christen, es gibt aber auch Juden und Muslime.
Die Ergebnisse sind umso erstaunlicher, da die anderen befragten Gruppen – Verheiratete, die kaum oder nie einen Gottesdienst besuchen sowie unverheiratete Paare – seit den 90er-Jahren immer seltener mindestens einmal wöchentlich Sex haben. Bei den religiösen Ehepaaren ist das anders, sie haben noch fast gleich oft Sex wie in den 90ern.
Und das hat laut der Studie keineswegs damit zu tun, dass bei religiösen Paaren ein Pflichtgefühl vorherrscht, die Frau müsse dem Mann zur Verfügung stehen. Denn 49 Prozent der befragten gläubigen Ehefrauen im Alter zwischen 20 und 54 Jahren gaben ebenso an, dass sie durchaus sexuelle Befriedigung erleben. Von nichtreligiösen Ehefrauen gaben dies lediglich 38 Prozent an.
Harmonie dank Religion
Die Religion dürfte tatsächlich eine Rolle spielen, wie auch der Soziologe Sam Perry erklärt. Studien würden zeigen, dass ein gemeinsamer Glaube zu harmonischeren Ehen führe. «Religiöse Paare, die zusammen einen Gottesdienst besuchen, sind wahrscheinlich religiös stärker aufeinander abgestimmt und daher glücklicher. Sie können ihre Beziehung besser geniessen», erklärt er gegenüber «The Atlantic».
Diese Harmonie führt auch dazu, dass beide Seiten eher kompromissbereit sind: Ehemänner respektieren auch mal, wenn die Frau keine Lust hat, und Ehefrauen respektieren im Gegenzug auch zwischendurch, wenn ihr Mann Sex möchte, berichtet «The Atlantic». Zudem helfe auch das gemeinsame Gebet, emotionale Nähe zu fördern und Harmonie ins Familienleben zu bringen.
Social Media rückt Männer in schlechtes Licht
Die Autoren glauben gleichzeitig, dass nichtgläubige Frauen von den negativen Botschaften über Männer und Ehe beeinflusst werden – nicht zuletzt durch Social Media. Diese Verunsicherung könnte sich auch im Schlafzimmer bemerkbar machen. Gleichzeitig ist das Sozialleben vieler heutiger Paare nicht mehr so ausgeprägt wie einst. Auch hier haben Gläubige einen Vorteil: Da sie in einer realen, festen Gemeinschaft sind, ist ihr Sozialleben stärker. Und Studien zeigen, dass Paare mit einem ausgeprägten Sozialleben glücklicher sind.
Die Autoren betonen, dass natürlich nicht alle Frauen in religiösen Ehen glücklich sind und ihr Sexleben geniessen. Dennoch brechen die Ergebnisse der Befragung mit dem Vorurteil, Sex und Religion passten nicht zusammen. Schliesslich könnten auch Werte wie Vergebung und Treue, die in religiösen Familien grossgeschrieben werden, Eheproblemen vorbeugen. (vro)
