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Netflix-Doku über «Maddie»: Warum die Eltern nichts damit zu tun haben wollen

FILE - This March 2007 file photo released by the McCann family Friday, May 4, 2007, shows 3-year-old British girl Madeleine McCann. London's Metropolitan Police said Wednesday April 25, 2012 say ...
Das britische Mädchen Madeleine Beth McCann, genannt Maddie, verschwand am 3. Mai 2007.Bild: AP FAMILY PHOTO COURTESY OF THE MCCANN FAMILY

Netflix bringt eine «Maddie»-Doku – doch die Eltern wollten damit nichts zu tun haben

20.03.2019, 11:4920.03.2019, 13:37

Der Fall «Maddie» beschäftigt seit dem Jahr 2007 Polizei, Staatsanwaltschaft, Privatdetektive und die Eltern. Denn damals verschwand die dreijährige Madeleine McCann spurlos im Portugalurlaub.

Nun blickt eine achtteilige Doku-Reihe auf Netflix auf den Kriminalfall: «Das Verschwinden von Madeleine McCann» läuft dort seit dem 15. März. Bei der Doku fällt sofort auf, dass die Eltern des vermissten Mädchens, Gerry und Kate McCann, nicht darin vorkommen. Diese hätten sich laut den Produzenten trotz mehrmaliger Anfragen geweigert, an der Dokumentation mitzuwirken.

Dokumentation hilft nicht

In einer Stellungsnahme gegenüber der BBC bestätigten die Eltern, dass sie für die Doku angefragt wurden, aber nichts damit zu tun haben wollten. Sie sähen nicht ein, wie die Dokumentation ihnen helfen könnte.

«Wir haben nicht gesehen – und sehen es noch immer nicht –, wie diese Sendung bei der Suche nach Madeleine helfen soll. Insbesondere, da noch immer Ermittlungen laufen, welche dadurch behindert werden könnten.»

Weiterhin betonten die McCanns, dass die Dokumentation weder ihre Ansichten noch ihre Präferenzen reflektiere und sie keine weiteren Interviews oder Statements dazu abgeben würden.

Die Ermittlungen im Fall Madeleine McCann laufen noch immer. Erst Anfang März beantragte Scotland Yard weitere Mittel, um die Ermittlungen für ein weiteres Jahr fortführen zu können.

Nicht die erste umstrittene Doku

Für Netflix ist es nicht die erste Dokumentation, die für geteilte Meinungen und ordentlich Diskussionen gesorgt hat. In der Vergangenheit hat der Streaming-Gigant immer wieder Dokumentationen zu äusserst brisanten Themen veröffentlicht. Beispielsweise wurde in einer Dokumentation über Terroranschläge offensichtlich Fehlinformationen verbreitet.

In einer weiteren Doku-Serie, die von Personen mit chronischen Leiden handelt, wurden die Porträtierten angeblich falsch dargestellt. Die Doku zog ihre Krankheiten eher ins Lächerliche und stellte sie als psychische Probleme, statt als körperliche Erkrankungen dar.

Erst im Februar sah sich Netflix ausserdem dazu veranlasst, auf Twitter eine Warnung auszusprechen. Damals hatten zu viele weibliche Zuschauer mit dem Serienmörder Ted Bundy sympathisiert, nachdem Netflix die Doku «The Ted Bundy Tapes» veröffentlicht hatte. Unter anderem bezeichneten die Zuschauer den Serienmörder in den sozialen Medien als «heiss». (hd/pls)

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