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Kontroverse um Macklemore und Sheeran geht weiter – Acts sagen Tour ab

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Die ganze Musikwelt spricht über Macklemore und Ed Sheeran.Bild: Keystone

Die ganze Musikwelt spricht über Macklemore und Sheeran – die Kontroverse in 4 Punkten

Die Kontroverse rund um die Pro-Palästina-Aussagen von Macklemore im Rahmen von Ed Sheerans «Loop»-Tour dreht weiter Kreise. Andere Supportacts solidarisieren sich nach dessen Ausschluss mit dem Rapper. Eine Übersicht über die Ereignisse der letzten Tage.
16.09.2026, 13:1816.09.2026, 13:18

Am Samstag tritt Weltstar Ed Sheeran im Rahmen seiner «Loop»-Tour im Lincoln Financial Field in Philadelphia auf – zumindest wäre das der Plan. Doch nachdem Rapper und Voract Macklemore nach seinen Pro-Palästina-Aussagen aus dem Lineup gestrichen wurde, überschlagen sich die Ereignisse.

Mittlerweile haben zahlreiche Supportacts angekündigt, nicht mehr mit Sheeran bei der Tour auftreten zu wollen. Unter ihnen Finneas, der Bruder von Popstar Billie Eilish. Aber auch der irische Sänger Aaron Rowe, die dänische Band Lukas Graham oder die irische Folk-Band Beoga haben sich aus Solidarität mit Macklemore dazu entschieden, ihre Auftritte mit Sheeran abzusagen.

Wie kam es dazu?

Eine Übersicht über die Ereignisse der letzten Tage.

Wie alles angefangen hat

Am 4. September trat Macklemore als Support-Act von Sheeran im MetLife Stadium in New Jersey auf. Den Auftritt nutzte der Rapper als politische Bühne.

«Ein wichtiger Grund, warum ich diese Tour überhaupt machen wollte, war, dass ich in Stadien wie diesem auf die Bühne treten und zwei Worte sagen kann, die mir sehr, sehr am Herzen liegen: ‹Free Palestine›.»
Mackelmore

Dann stimmte er sein Lied «Hind's Hall» an, in dem er seine Unterstützung für Pro-Palästina-Studenten der Columbia University thematisierte und Israels Vorgehen im Gazastreifen kritisierte. Im Hintergrund liess er Bilder aus dem zerstörten Gazastreifen laufen.

Nach dem Auftritt nahm die Kontroverse ihren Lauf. Online wurden Rufe laut, den Rapper von der Tour zu streichen. Verschiedene jüdische Einrichtungen und Gruppierungen forderten Sanktionen gegen Macklemore und einen Ausschluss.

Die Organisation Israeli-American Council (IAC) hatte nach den Äusserungen eine Petition gestartet, in der sie Sheeran dazu aufrief, den Rapper auf seiner Tour nicht weiter auftreten zu lassen.

Die Aktionsgruppe «StopAntisemitism» warf dem 43-Jährigen vor, er hätte das Publikum mit «Propaganda überrumpelt» – eine Behauptung, die später von Popstar Pink auf Instagram repostet wurde und die Debatte weiter aufheizte. Die Gruppe ist bekannt für ihre Pro-Israel-Position – vor allem in den sozialen Netzwerken – und ist regelmässig in Rechtsstreitigkeiten verwickelt.

Erst kürzlich wurde der Organisation zum Beispiel in einer Klage vom Mai 2026 des «Council on American-Islamic Relations» (CAIR) «systematisches Doxing und Belästigung» vorgeworfen.

«StopAntisemitism» kürt zudem jedes Jahr den «Antisemiten» oder die «Antisemitin» des Jahres, mit «Gewinnern» wie den rechtskonservativen Influencern Tucker Carlson (2025) und Candace Owens (2024), Rapper Kanye West (2022) oder der demokratischen Abgeordneten Ilhan Omar (2019).

Die Aktionsgruppe thematisierte seit dem Beginn der Kontroverse auch einen Auftritt Macklemores aus dem Jahr 2014, als dieser in einem aus ihrer Sicht «antisemitischen Kostüm» auftrat. Der Rapper entschuldigte sich damals für die Aktion, in den sozialen Medien wird der Vorfall aber nun wieder hochgekocht.

Macklemore wird von Tour ausgeschlossen

Am Montag gab Macklemore bekannt, dass er aus der Tour ausgeschlossen wurde. Auf Instagram schrieb er unter anderem in einem langen Post: «Ed Sheeran und sein Team haben entschieden, mich von der The Loop Tour auszuschliessen.»

US-Medien zitierten den Tourveranstalter, dass mehrere Veranstaltungsorte den Verantwortlichen mitgeteilt hätten, dass sie kein Konzert mit Macklemore im Line-up zulassen würden. Eine der treibenden Kräfte soll dabei – gemäss Aussagen Macklemores – Robert Kraft gewesen sein, der Eigentümer des Gillette Stadiums und des American-Football-Teams New England Patriots. Dort hätte die Tour am 26. September Halt gemacht.

Kraft bestätigte dies später und sagte: «Meine Arena wird keine Plattform für Hass bieten», und warf dem Rapper eine «lange Geschichte antisemitischer Äusserungen» vor.

Nur wenige Stunden nach dem Post von Macklemore meldete sich auch Sheeran zu Wort und widersprach dem Rapper, dass er und sein Team für den Ausschluss Macklemores verantwortlich wären:

«Das war die Entscheidung des Tourveranstalters, nicht meine.»
Ed Sheeran

Er selbst habe in den vergangenen Tagen ausgiebig unter anderem mit Vertretern der Veranstaltungsorte, dem Tourveranstalter und «Aktivisten auf beiden Seiten» gesprochen, um eine gemeinsame Lösung zu finden, aber ohne Erfolg.

Er sei «entsetzt» vom Nahost-Konflikt und dem Leid auf beiden Seiten, schrieb Sheeran weiter. «Ich habe meine persönliche Meinung zu diesem verheerenden Konflikt. Nur weil ich mich dazu nicht öffentlich äussere, heisst es nicht, dass ich diese nicht habe, und es heisst auch nicht, dass es mir egal ist.»

Support-Acts solidarisieren sich mit Macklemore

Der Entscheid, Macklemore aus der Tour auszuschliessen, löste unter den weiteren Supportacts eine Kettenreaktion aus. So entschieden sich der irische Singer-Songwriter Aaron Rowe, die dänische Gruppe Lukas Graham, Finneas, der Bruder von Popstar Billie Eilish, und die irische Folk-Band Beoga aus Solidarität mit Macklemore, nicht mehr an der «Loop»-Tour aufzutreten.

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Auch Finneas O'Connell hat sich mit Macklemore solidarisiert.Bild: Keystone

«Ich würde jeden Respekt vor mir selbst verlieren, wenn ich einfach weitermachen würde wie bisher», begründete Aaron Rowe seine Entscheidung. Und die Gruppe Lukas Graham sagte: «Wir sollten in der Lage sein, über Krieg zu sprechen, über getötete Zivilisten, über Kinder, die das Recht haben, aufzuwachsen. Wo auch immer sie leben.»

Wie geht es jetzt weiter?

Das steht momentan in den Sternen. Wie erwähnt, sollte das nächste Konzert der «Loop»-Tour am Samstag im Lincoln Financial Field in Philadelphia stattfinden.

Auf der Webseite wird das Konzert noch immer mit den «Special Guest» Lukas Graham und Aaron Rowe angekündigt.

Ed Sheeran
Noch wurde die Webseite nicht aktualisiert. Bild: Lincoln Financial Field

Auch auf Sheerans Webseite sind Graham und Rowe weiter als Support-Acts aufgelistet. Ob nun Ersatz aufgetrieben wird, das Konzert verschoben oder abgesagt oder kurzfristig andere Support-Acts aufgeboten werden, ist unklar.

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Rapper Macklemore ruft zu Freiheit für Palästina auf
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Die beliebtesten Kommentare
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Kiakira
16.09.2026 13:38registriert Oktober 2015
Also zusammengefasst: wenn man Putin kritisiert für das, was er in der Ukraine macht, ist man ein Gutmensch. Wenn man Israel kritisiert für das was in Palästina passiert, ist man ein Antisemit. Und für alle, die jetzt blitzen wollen: Ich bin für Frieden, und somit finde ich jede Kritik an allen Kriegstreibern berechtigt.
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nine
16.09.2026 13:46registriert Januar 2014
Macklemore am Lakelive geshen in diesem Sommer - eines der besten Konzert das ich je besucht habe und politisch sehr korrekt. Er benennt Israel als das was es ist, ein Staat der Völkernord begeht. Simple as that. Nun Macklemore deswegen Antisemitismus vorzuwerfen ist absurd und der Ausschluss von der Tour, entspricht ja sehr dem Kurs von Trump. Free speech gilt halt nur für die Rechten.
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Juan Carlos
16.09.2026 13:45registriert Dezember 2014
Schwierige Geschichte. Nicht nur hier, allgemein.

Nicht jeder "Free Palestine"-Ruf ist antisemitisch. Wenn man aber "Free Palestine" oder gar "from the River to the Sea" skandiert, ohne sich von der Hamas zu distanzieren, ist das eine andere Geschichte. Das impliziert die Vernichtung aller jüdischen Personen auf dem Gebiet des historischen Palästina; viele leben dort seit Generationen ohne böse Absichten

Bei dem Konflikt gibt es viel Leid & Hass auf beiden Seiten. Kritik an der isr. Reg. ist nötig, simple Parolen wie "Free Palestine" sind aber nicht zielführend und befeuern Antisemitismus.
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