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Zehntausende demonstrieren in Deutschland gegen AfD

12.09.2026. Düsseldorf. Anti-AfD-Demo in Düsseldorf. Düsseldorf Innenstadt Nordrhein-Westfalen Deutschland *** September 12, 2026, Düsseldorf: Anti-AfD demonstration in Düsseldorf, downtown Düsseldorf ...
Demonstration in Düsseldorf: Jung und Alt vereinen sich zum bunten Protest.Bild: www.imago-images.de

Zehntausende protestieren in Deutschland gegen die AfD

Nach dem AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt wird der Ruf nach einem Verbotsverfahren lauter. Das zeigt sich auch auf den Strassen.
13.09.2026, 14:2313.09.2026, 14:23
Ein Artikel von
t-online

Zehntausende Menschen sind in verschiedenen deutschen Städten gegen Rechtsextremismus und die AfD auf die Strasse gegangen. Besonders grosse Kundgebungen gab es am Samstag in Düsseldorf, Hamburg, Berlin und München. Auch in Magdeburg, Leipzig, Mainz und Saarbrücken demonstrierten insgesamt mehrere Tausend Menschen. Für Sonntag waren weitere Proteste in Dresden und Kiel geplant.

Anlass für die Demonstrationen sind vor allem das jüngste Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt und die Debatte über den Umgang mit der AfD. Bei der Landtagswahl vor einer Woche hatte die AfD in Sachsen-Anhalt mit knapp 44 Prozent mit Abstand die meisten Stimmen bekommen, eine absolute Mehrheit allerdings verfehlt.

Rund 25'000 Teilnehmer in Hamburg, 20'000 in Düsseldorf

In Düsseldorf beteiligten sich am Samstag nach übereinstimmenden Angaben von Polizei und Veranstaltern rund 20'000 Menschen an einem Protestzug unter dem Motto «Kein Schritt zurück! Gegen die AfD und rechte Hetze!». In Hamburg zogen nach Angaben der Veranstalter rund 25'000 Menschen unter dem Motto «Zeit zum Handeln – Freiheit muss verteidigt werden» durch die Innenstadt.

Auch in Berlin demonstrierten am Samstag Menschen für gesellschaftlichen Zusammenhalt und gegen eine Normalisierung rechter Politik. Bei einer sogenannten Sterndemonstration zogen mehrere Züge zum Roten Rathaus. Die Polizei sprach von 18'000 Teilnehmern. Die Veranstalter sprachen von 32'000.

Für Sonntag war in Dresden eine Kundgebung auf dem Theaterplatz vor der Semperoper geplant, ebenfalls unter dem Motto «Zeit zum Handeln». In Kiel rief ein Bündnis aus Gewerkschaften, Umweltverbänden und anderen Gruppen zu einer Demonstration unter dem Motto «Nie wieder ist jetzt!» auf. Man wolle «Solidarität mit allen betroffenen Menschen in Sachsen-Anhalt» zeigen und ein deutliches Zeichen gegen die AfD setzen.

«Prüf»-Proteste in mehreren Städten

In mehreren Städten fanden zudem Kundgebungen der bundesweiten sogenannten «Prüf»-Protestreihe statt. Die Initiative ruft jeweils am zweiten Samstag im Monat zu Demonstrationen auf. Sie fordert, dass die Parteien vom Bundesverfassungsgericht überprüft werden, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder gesichert rechtsextrem eingestuft wurden.

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Demonstranten fordern die Überprüfung rechtsextremer Parteien durch das Bundesverfassungsgericht in Potsdam. Bild: www.imago-images.de

Die grösste Kundgebung gab es nach Polizeiangaben in München mit rund 12'000 Teilnehmern. In Mainz kamen rund 2'000, in Saarbrücken rund 1'500 und in Magdeburg rund 1'100 Menschen zusammen.

Kommt ein Verbotsverfahren?

Die AfD wird bundesweit vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall beobachtet. Mehrere Landesverbände, darunter die in Thüringen und Sachsen-Anhalt, werden als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.

Nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt hatte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Prüfung eines möglichen Verbotsverfahrens angeregt. Der Vorstoss wird von einigen Politikern unterstützt, stösst aber auch auf Skepsis.

Einen Antrag auf ein Parteiverbot beim Bundesverfassungsgericht können nur Bundestag, Bundesrat oder Bundesregierung stellen. Über ein Verbot entscheidet das Bundesverfassungsgericht.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa

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