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Pink rechtfertigt Kritik an Macklemore

«Free Palestine»-Auftritt: Pink rechtfertigt Kritik an Macklemore

Kaum äusserte sich Pink zu Macklemores «Free Palestine»-Auftritt, hagelte es heftige Kritik gegen die Sängerin. Nun meldet sie sich zu Wort.
12.09.2026, 15:3613.09.2026, 14:35
Nadja Zeindler
Nadja Zeindler
Pink arrives at the 79th Tony Awards on Sunday, June 7, 2026, at Radio City Music Hall in New York. (Photo by Evan Agostini/Invision/AP)
Pink
In einem langen Instagram-Post äussert sich Pink zu ihrer Kritik an Macklemore.Bild: keystone

Als Pink vor einer Woche den «Free Palestine»-Auftritt von Macklemore kritisierte, waren die  Reaktionen heftig: Auf ihrem Instagram-Account stapelten sich die Kommentare und sogar der Hashtag «Pink supports baby killing» («Pink unterstützt die Ermordung von Babys») verbreitete sich. Zeitweise schaltete die Sängerin die Kommentarfunktion aus.

Zuvor stand Macklemore bei Ed Sheerans Tour auf der Bühne. Bei seinem Auftritt rief der Rapper «Free Palestine» ins Mikrofon und sang seinen Protestsong «Hind's Hall», während im Hintergrund Bilder aus dem Gazastreifen liefen. Pink teilte daraufhin einen Instagram-Post, in dem gefordert wurde, dass Ed Sheeran sich entschuldigen und Fans ihr Geld zurückgeben sollte.

Instagram-User bliesen zum Angriff und fluteten Pinks Account mit Kommentaren und heftigen Hashtags.
Instagram-User bliesen zum Angriff und fluteten Pinks Account mit Kommentaren und heftigen Hashtags.Bild: screenshot instagram

Pink bricht ihr Schweigen mit 1000 Wörtern

Jetzt meldet sich die Sängerin mit einer langen Erklärung zu Wort. Zu ihrem Repost schreibt sie: «Der Text stammte nicht von mir, und ich hätte nicht alle Formulierungen so gewählt.» Als in den Kommentaren der Shitstorm auf sie prasselte, habe sie getan, was sie immer tue, wenn sie verletzt sei: «Ich postete trotzige Memes und tat so, als wäre alles in Ordnung. Das geht auf meine Kappe.»

Ein Repost sei aber kein eigenes Statement, und ein Meme ersetze kein Rückgrat, schreibt sie: «Social Media verleitet uns alle dazu, oberflächlich und vorschnell zu handeln – das wissen wir. Aber ich lasse mich lieber für das kritisieren, was ich tatsächlich gesagt habe, als für das gehasst zu werden, was jemand anderes geschrieben hat.»

«Wenn sie dich als Bösewicht darstellen wollen, dann posiere»: Mit solchen Instagram-Storys reagierte Pink zunächst auf die Kritik.
«Wenn sie dich als Bösewicht darstellen wollen, dann posiere»: Mit solchen Instagram-Storys reagierte Pink zunächst auf die Kritik.Bild: screenshot instagram

Jetzt wolle sie sich in ihren eigenen Worten äussern. Pink betont, dass sie nach wie vor zu ihrer Aussage von 2023 stehe, dass die Hamas eine Terrororganisation sei. «Doch die Palästinenser verdienen auch eine Zukunft, die ihre Menschlichkeit und ihre Hoffnungen respektiert. Der Schutz unschuldigen Lebens steht an erster Stelle – überall –, und niemand sollte jemals den Tod eines Kindes bejubeln», schreibt sie.

Macklemore steht es nicht zu, «für uns zu entscheiden»

Warum sie überhaupt auf Macklemore sauer war, erklärt sie ebenfalls. Sie sei ein Fan gewesen, als er bei den Grammys 2014 seinen Song «Same Love» rappte, während sich dabei dreiunddreissig Paare das Ja-Wort gaben.

Doch sie kritisierte auch, dass der Rapper sich bei einem Auftritt wenige Monate später mit einer Hakennase, einem schwarzen Bart und einer Topfschnitt-Perücke verkleidete: «Jeder Jude, den ich kenne, wusste genau, was das darstellte.»

Macklemore bestritt damals, dass er sich als «Jude» verkleidet habe, und entschuldigte sich. «Ich liess die Sache auf sich beruhen, denn so machen wir das eben», meint Pink dazu. Doch seinen «Free Palestine»-Auftritt fand sie daneben.

Nicht wegen des Slogans, sondern, weil er es «in einem Stadion voller musikbegeisterter Familien» getan habe, «während auf den Bildschirmen brutale Kriegsbilder zu sehen waren.» Dann habe er allen Juden im Stadion erklärt, dass es dabei nicht um sie ginge. «Das steht dir nicht zu, für uns zu entscheiden», findet Pink.

epa12254162 US singer Macklemore performs on stage during the 48th edition of the Paleo Festival in Nyon, Switzerland, 22 July 2025. The Paleo is an open-air music festival that takes place from 22 to ...
Macklemore im Juli beim Paléofestival in Nyon.Bild: keystone

Sie verlange nicht, dass jemand entlassen wird, stellt Pink klar: «Was ich brauche, ist die Möglichkeit, als jüdische Mutter zu sagen: ‹Das hat mir Angst gemacht›, ohne dass man mir vorwirft, dass ich Völkermord irgendwie gutheisse.»

Sie habe sich schon oft für ihre Überzeugungen eingesetzt – auch wenn es nicht «populär» war: «Und jetzt setze ich mich für mein eigenes Volk ein. Ich dachte, ich wüsste, wie einsam das sein würde. Doch es ist noch einsamer. Aber ich tue es trotzdem.»

Was passiert jetzt?

Ob diese Erklärung hilfreich ist, bleibt abzuwarten. Immerhin klingt das Ganze nicht, wie zahlreiche Standard-Entschuldigungen von Promis à la: «Es tut mir leid, falls ich etwas falsch gemacht habe.» Und tatsächlich ist Pink bekannt dafür, offen zu sagen, was sie denkt.

Doch die Reaktionen fallen unterschiedlich aus. Manche danken ihr für das Statement oder posten Emojis mit klatschenden Händen und Herzen. Andere finden: «Ein Repost ist ein Statement. Man kann das nicht weiterverbreiten, wie du es getan hast, und dann sagen: ‹Das waren nicht meine Worte›.»

Klar ist: Aus diesem Schlamassel kommt man so schnell nicht raus. Und als Promi kann man dabei wohl kaum gewinnen. Vor allem nicht in einem Minenfeld wie Instagram. (schweizheute.ch)

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