Nur wenige Tage vor den besinnlichen Weihnachtsferien hat es in Hollywood gewaltig geknallt. Blake Lively hat zusammen mit ihrem Anwaltsteam eine Klage gegen ihren «It Ends with Us»-Kollegen Justin Baldoni eingereicht, in der sie ihn der sexuellen Belästigung und Rufschädigung beschuldigt.
Kaum hat 2025 begonnen, geht der juristische Schlagabtausch zwischen den beiden Co-Stars nun in die zweite Runde. Eine Übersicht:
Als Blake Lively im August 2024 mit dem Regisseur und Co-Star von «It Ends with Us» Justin Baldoni auf PR-Tour ging, war klar, dass zwischen den beiden etwas nicht stimmte. Die beiden zeigten sich nicht gemeinsam auf dem roten Teppich und schienen allgemein zwei verschiedene Filme zu bewerben. Baldoni ein gesellschaftlich kritisches Drama über häusliche Gewalt und Lively eine farbenfrohe Rom-Com.
Die fröhliche PR-Strategie sorgte dafür, dass das vorher strahlende Image von Blake Lively zu bröckeln begann. Wie aus dem Nichts tauchten alte Interviews der Schauspielerin auf, in denen sie sich anscheinend unfreundlich verhalten hatte – von einem Tag auf den anderen war sie plötzlich das neue «Mean Girl» von Hollywood. Justin Baldoni hingegen wurde für seine PR-Tour gelobt und zum feministischen Helden, der sich für die Aufklärung über häusliche Gewalt einsetzte, erklärt.
Diese beiden Images hielten sich bis am 21. Dezember 2024. An diesem Tag veröffentlichte die New York Times eine Investigativ-Recherche, die zeigte, dass die Gerüchte zu Lively nämlich nicht aus dem Nichts entstanden sind, sondern strategisch auf Social Media platziert wurden, um dem Image von Blake Lively zu schaden. So haben die 37-Jährige und ihre Anwälte Tausende Nachrichten und E-Mails gesammelt, die genau dies zeigen: Wie Justin Baldoni mit drei Frauen eine Schmierkampagne gegen sie plant.
Der Grund dafür ist laut der «New York Times», dass Baldoni Angst hatte, dass Lively mit den Umständen, die sie am Set von «It Ends with Us» kritisierte, an die Öffentlichkeit gehen würde. So hatte die Schauspielerin heftige Vorwürfe gegen Baldoni und den Hauptproduzenten Jamey Heath geäussert: Gemäss Lively suchten die beiden sie regelmässig in ihrem Trailer auf, wenn sie beim Stillen oder oben ohne beim Umziehen war. Weiter soll Baldoni mit ihr seine Pornosucht diskutiert und beim Dreh versucht haben, sie ohne Absprache zu küssen.
Heath warf sie zudem vor, von ihr verlangt zu haben, eine Geburtsszene nackt zu filmen, was offenbar nicht im Drehbuch stand, und dass er während des folgenden Drehs das Set für alle zugänglich liess. Zudem soll der Hauptproduzent ihr pornografische Aufnahmen gezeigt haben. Wayfarer, das Studio hinter «It Ends with Us», anerkannte ihre Beschwerde und ein Intimacy Coordinator wurde eingestellt, was die Situation verbessert haben soll.
Auf den Artikel der «New York Times» reagierte Justin Baldoni mit einer Klage. Laut Reuters verklagte er die amerikanische Zeitung auf 250 Millionen Dollar wegen Verleumdung. Daraufhin reagierte die «New York Times» mit einem Statement und meinte, dass sie sich gegen die Klage wehren würde, da die Berichterstattung «akribisch und verantwortungsvoll» gewesen sei.
Doch Baldoni liess nicht locker: Sein Anwalt Bryan Freedman verkündete am 2. Januar, dass er Lively ebenfalls verklagen würde. «Wir planen, jede einzelne Nachricht zwischen den beiden zu veröffentlichen. Wir wollen, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Wir wollen, dass die Dokumente öffentlich sind. Wir wollen, dass die Leute ihre Meinung auf Belegen basieren», so der Anwalt.
Am Dienstag war Freedman nun bei «The Megyn Kelly Show» zu Gast und veröffentlichte dort exklusive Sprachnachrichten, die Baldoni dem Schnitt-Team des Films damals geschickt haben soll. Dabei hört man den 40-Jährigen sagen:
Darüber hätten er und seine Liebsten nur gelacht, weil das Ganze so lächerlich gewesen sei.
Nach dem Abspielen der Memo meinte die Moderatorin, dass es ja verständlich sei, wenn Lively Baldoni wegen der angeblichen sexuellen Übergriffe nicht um sich haben wollte. Daraufhin antwortete Freedman: «Wenn Blake Lively wirklich einen solchen extremen sexuellen Übergriff erlebt hätte, wäre sie nicht zum Film zurückgekehrt.»
Zudem seien die Videos, die Blake Lively gezeigt wurden, keine Pornografie gewesen, sondern ein Stummfilm einer Heimgeburt. So sei der Film nur gezeigt worden, weil er mit Lively eine Geburt-Szene besprochen habe.
Unter dem Video und auch auf Social Media tummeln sich viele Menschen, die #TeamJustin sind. Immer wieder sind Sätze zu lesen wie «Ich bin durch und durch Team Justin! Blake Lively ist bekannt für ihren schlechten Charakter» oder «Ich bete für Justins psychische Gesundheit. Er hat narzisstischen Missbrauch erlebt und das wird viel Heilung erfordern. Ich wünschte, ich könnte ihn umarmen».
Blake Lively hingegen wird vor allem von ihren Co-Stars und anderen Promis unterstützt. Darunter America Ferrera, Amber Tamblyn, Alexis Bledel, Gwyneth Paltrow, Amy Schumer und Colleen Hoover, die Autorin des Buches «It Ends with Us»:
Wie es jetzt weitergeht mit der «He Said, She Said»-Situation ist noch nicht klar. Weder Lively noch Baldoni äussern sich zum Fall ohne ihre Anwälte. Wie genau das Verfahren ausgefochten wird, ist also bisher nicht bekannt.