Mit «It Ends with Us» hat die US-Autorin Colleen Hoover den internationalen Durchbruch geschafft. Das Buch ging vor allem auf TikTok viral und wurde zu einem Bestseller. Nun hat der Roman auch eine Verfilmung bekommen, die seit dem 9. August in den Kinos läuft. Der Film und besonders die Pressetour dazu sorgt nun aber für Aufruhr.
Vorsicht Spoiler, duh.
Im Film wird die Geschichte von Lily Blossom Bloom (ja, really) erzählt. Diese zieht nach Boston, um dort ihren Traum eines Blumengeschäfts (ja, really) zu erfüllen. Bereits zu Beginn wird klar, dass Lily nicht immer ein unbeschwertes Leben führte. So ist gerade ihr Vater gestorben und an seiner Trauerfeier schafft es Lily nicht, fünf Dinge aufzählen, die sie an ihm liebte. Im späteren Verlauf der Geschichte wird klar, dass ihr Vater ihre Mutter misshandelte.
In Boston trifft Lily auf den Neurochirurgen Ryle, den Bruder ihrer Mitarbeiterin, und die beiden verlieben sich.
Während ihrer Kennenlernphase erzählt Lily Ryle auch von ihrer ersten Liebe Atlas. Diesen lernte sie in der Highschool kennen, weil er in einem leerstehenden Haus in ihrer Nachbarschaft Schutz suchte, da auch seine Mutter zu Hause Missbrauch erlebte. Als Lilys Vater sie mit Atlas erwischt, prügelt er ihn fast tot.
Wie es der Zufall will, hat Atlas in Boston ein Restaurant und Lily und Ryle besuchen es unwissend. Lily trifft also auf ihre erste Liebe.
Gleichzeitig beginnt dann die perfekte Fassade von Ryle, dem Neurochirurgen mit der perfekten Jawline und dem noch perfekteren Sixpack, zu bröckeln. Bei einem Kochunfall verpasst er Lily aus Versehen ein Veilchen. Als Atlas dies mitbekommt, denkt er, dass nun auch Lily häusliche Gewalt erlebt und greift Ryle an. Das führt zu noch mehr Problemen zwischen Lily und ihrem Freund. Bei einem weiteren Streit fällt Lily die Treppe hinunter, Ryle versichert ihr, dass sie von selbst gefallen ist.
Langsam aber sicher schleicht sich immer mehr Gewalt in ihre Beziehung. Hier wird im Film sehr schön dargestellt, wie man sich als Opfer von häuslicher Gewalt immer wieder einredet, dass alles nur «ein Unfall» war, und Gründe findet, bei seinem Partner zu bleiben.
Nach einem weiteren Zwischenfall, bei dem Ryle versucht, Lily sexuell zu missbrauchen, flüchtet sie zu Atlas. Im Krankenhaus findet sie jedoch heraus, dass sie von Ryle schwanger ist. Als sie ihre Tochter dann im Arm hält und Ryle mit ihr sieht, trifft sie die Entscheidung, sich von ihm zu trennen und dass der Kreislauf des Missbrauchs mit ihr und ihrer Tochter endet. Also: «It Ends with Us».
Die Geschichte, die auf den ersten Blick aufs Cover (und in der ersten Halbzeit vor der Pause) wie ein seichtes Liebesdrama wirkt, hat also doch ziemlich Tiefgang. Doch genau dieser Fakt fliegt ihr jetzt um die Ohren.
So werfen viele dem PR-Team von «It Ends with Us» vor, dass sie zu wenig Disclaimer zum Film geben. «Ich war Opfer von häuslicher Gewalt und bin unwissend in den Film hereingelaufen, ohne zu wissen, dass mich das extrem triggern könnte», meint dazu etwa eine Userin auf TikTok.
Andere sind der Meinung, dass der Film häusliche Gewalt romantisiert. Das war auch schon ein Punkt, der Colleen Hoover vorgeworfen wurde. Als Verteidigung meinten dabei ihre Fans, dass das Buch genau zeigt, wie man als Opfer seinen Partner trotz der Gewalt romantisiert.
Wo sich aber alle Fans einig sind, ist, dass die PR-Tour des Films seltsam wirkt. Lily Bloom wird von Blake Lively gespielt und Ryle wird von Justin Baldoni verkörpert. Dieser ist zudem der Regisseur des Films und Blake Lively hat ihn dabei unterstützt.
Wenn man die Social-Media-Plattformen der beiden vergleicht, hat man das Gefühl, dass sie Werbung für zwei unterschiedliche Filme machen. Während sich Blake mit strahlendem Lächeln auf dem roten Teppich zeigt und dabei ihre Haarpflegemarke bewirbt, ist in Justins Bio ein Link für Opfer von häuslicher Gewalt zu finden.
Allgemein wirkt die Promo von Blake etwas zu fröhlich, wenn man die doch sehr düstere Message des Films bedenkt. Zudem ist auf fast allen Anlässen zum Film ihr Ehemann Ryan Reynolds dabei. Dieser bewirbt gerade seinen Film «Deadpool x Wolverine» und soll einige Szenen von «It Ends with Us» mitproduziert haben. Darum scheint es so, als würde sich die ganze Promo um das Ehepaar drehen. Es gibt Kennenlern-Stories der beiden und in Interviews wird vor allem über ihre Familie gesprochen. Bewusstsein für häusliche Gewalt zu schaffen, scheint nur Nebensache zu sein.
Die Enttäuschung darüber bekommt die Schauspielerin auch zu hören. Unter ihren Instagram-Posts tummeln sich Hunderte Kommentare von wütenden Fans: «Das ist so ignorant, es geht nicht um deine Haare und Fröhlichkeit, es geht um häusliche Gewalt» oder «Das ganze Marketing ist so eklig, schämt euch». Bisher hat die Schauspielerin noch nicht auf die Kritik reagiert.
Ignoranz wird aber nicht nur Blake Lively, sondern auch Colleen Hoover vorgeworfen. «Ich bin so enttäuscht von Colleen, sie hat ein wichtiges Buch geschrieben und nun zerstört sie den Film, weil sie anscheinend unbedingt will, dass es eine Romcom ist», meint ein Fan auf TikTok.
In der Kritik um die «It Ends with Us»-Promo kommt ein Star besonders gut weg. Und zwar Hauptdarsteller Justin Baldoni. Er verkörpert Ryle und dessen Abgründe. Während Blake mit Glitzer und Glamour auftritt, hält sich Justin eher zurück und macht mit seiner Social-Media-Plattform auf häusliche Gewalt aufmerksam. Er habe sich zudem als Regisseur bei den Liebesszenen zurückgehalten und Blake Lively freie Hand gelassen, um die Szenen aus dem «Female Gaze» darzustellen. Das bedeutet, dass die Szenen in erster Linie für Frauen anturnend sein sollen.
Das führte dazu, dass der Schauspieler momentan auf Social Media von allen Seiten gerühmt wird. «Justin, danke für deine tolle Arbeit, ich werde dich immer lieben», schrieb etwa ein Fan unter einem Video, während ein anderer meinte: «Justin ist der Einzige, der die Botschaft des Filmes verstanden hat.»
Trotzdem scheint auf der Promo-Tour nicht alles rund für den Schauspieler zu laufen. So ist den Fans aufgefallen, dass er sich nicht nur vom Glamour distanzierte, sondern auch von seinen Co-Stars. So gibt es so gut wie keine Bilder, auf denen der 40-Jährige mit seinen Schauspiel-Kollegen und -Kolleginnen zu sehen ist. Besonders auffallend sind die fehlenden Bilder mit Blake. Das führte natürlich sofort zu Gerüchten und viele spekulierten, dass es zwischen den Co-Stars Streit gab.
Während einige Blake die Schuld für die Unstimmigkeiten gaben – sie soll sich bereits früher immer wieder mit Co-Stars zerstritten haben –, gibt es laut Daily Mail Stimmen, die ganz klar bei Justin die Verantwortung sehen. Gemäss der Quelle der britischen Zeitung soll sich Justin am Set «unprofessionell und chauvinistisch» verhalten haben. Diese Annahme wird unterstrichen vom Fakt, dass weder Blake Lively noch Colleen Hoover oder auch der Rest des Casts dem Schauspieler auf Instagram folgen. Was 2024 so viel wie tiefster Hass bedeutet. Oder zumindest nichts Gutes.
Aber auch zu diesen Annahmen gibt es bisher keine Bestätigung des Casts. Das Einzige, was Blake Lively in einem Interview durchblicken liess, war, dass sie und Justin während des kreativen Prozesses einige Differenzen hatten, alles andere bleibt, wie immer, Spekulation.
ähm informieren was man sich ansehen will?
ist ja nicht so dass es das buch erst seit gestern gibt...
In 10 oder 20 oder 30 Jahren wird man solche Zeilen lesen und sich fragen: "Was lief denn bei dieser Generation genau verkehrt?!"