DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Das ist Zara (19), sie ist gerade solo um die Welt geflogen – was hast du mit 19 gemacht?

Was man halt so macht mit 19 Jahren: Zara Rutherford hat gerade ihre Weltumrundung abgeschlossen – nach 156 Tagen, 52'000 Kilometern und Dutzenden Ländern. Worauf freut man sich nach so einer Reise am meisten? Auf die Familie.
20.01.2022, 14:4320.01.2022, 15:56

Nach fast einem halben Jahr auf Tour ist die 19 Jahre alte Pilotin Zara Rutherford am Donnerstag von ihrer Weltumrundung im Ultraleichtflugzeug zurückgekommen. Gegen 13.00 Uhr landete sie sicher auf einem Flugplatz im Westen Belgiens – im Gepäck die Aussicht auf zwei Weltrekorde. Das Erste, was sie tat: Mama, Papa und den Bruder kräftig drücken.

Zara Rutherford nach ihrer Landung in Wevelgem.
Zara Rutherford nach ihrer Landung in Wevelgem.Bild: keystone

Es war eine Reise, mit der Rutherford andere junge Frauen inspirieren wollte und die sie wortwörtlich um die ganze Welt führte. Sie flog unter anderem über Grönland, Kanada, die USA, Südamerika, Alaska und Russland.

Klar, dass es da auch schwierige Momente gab, wie die belgisch-britische Pilotin am Donnerstag sagte. Sie nennt etwa den Flug über Sibirien. Über Hunderte Kilometer habe sie nichts Menschliches gesehen. Da habe sie gedacht: Wenn jetzt der Motor ausfällt, habe sie ein Problem.

Bei ihrem letzten Landeanflug wird Rutherford von anderen Flugzeugen eskortiert.
Bei ihrem letzten Landeanflug wird Rutherford von anderen Flugzeugen eskortiert.Bild: keystone

Der Motor fiel nicht aus, aber Turbulenzen gab es doch einige auf der Reise – beispielsweise als Rutherford in Kalifornien mit starkem Rauch durch Waldbrände zu kämpfen hatte, oder technische Pannen, bei denen sich die Räder des Flugzeugs nicht ausfahren liessen.

Doch es gab auch die beeindruckenden Momente, die von dieser Reise wohl vor allem in Erinnerung bleiben werden. Auch hier nennt Rutherford den Flug über Sibirien – eben weil es so abgelegen sei. Auch die Flüge über Saudi-Arabien, das vielfältig und wunderschön sei, und über Bulgarien mit seinen markanten Gebirgszügen seien eindrücklich gewesen.

Am Donnerstag wurde die belgisch-britische Pilotin, deren Eltern ebenfalls Piloten sind, von einem grossen Aufgebot an Journalisten, Unterstützern und Freunden in Empfang genommen. In einer Live-Übertragung war zu sehen, wie sie eine letzte Schleife über den Flughafen Kortrijk-Wevelgem drehte und dann sicher landete. Den letzten Zwischenstopp hatte sie am Mittwoch im hessischen Egelsbach eingelegt. Für diese letzte Etappe brauchte sie noch gut zwei Stunden – dann hatte sie ihr Ziel erreicht: die Weltumrundung.

Rutherford war 156 Tage unterwegs.
Rutherford war 156 Tage unterwegs.Bild: keystone

Rutherford wollte die erste Frau werden, die die Welt in einem Ultraleichtflugzeug umrundet. Ausserdem wollte sie die jüngste Frau werden, die den Flug um die Welt alleine unternommen hat.

Als Inspiration nennt die 19-Jährige andere Pionierinnen der Luftfahrt: Amelia Earhart etwa, die als erste Frau allein über den Atlantik flog; oder Valentina Tereschkowa, die 1963 die erste Frau im Weltraum war.

Nach Angaben von Guinness World Records sollte nach Rutherfords Landung geprüft werden, ob die Rekordversuche erfolgreich waren und alle notwendigen Belege vorliegen. Ihr Team ging aber davon aus, dass Rutherford nun zweifache Guinness-Rekordhalterin ist.

«Wenn du die Möglichkeit hast, dann nutze sie»

Bislang hält die US-Amerikanerin Shaesta Waiz den Weltrekord, die im Alter von 30 Jahren allein den Planeten umflog. Männlicher Rekordhalter ist ein 18-Jähriger. Für Rutherford ist das auch ein Zeichen der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern. Mit ihrem Flug wolle sie Mädchen und junge Frauen dazu ermutigen, ihre Träume zu verfolgen, schreibt die 19-Jährige auf ihrer Homepage. Sie hofft zudem, sie für Naturwissenschaft und Luftverkehr zu begeistern.

Grundsätzlich will sie andere Menschen dazu ermutigen, Abenteuer anzugehen. «Wenn du die Möglichkeit hast, dann nutze sie», sagte sie am Donnerstag. Für sie sei das Ende der Schulzeit der beste Zeitpunkt gewesen, etwas Verrücktes zu tun - auch, wenn sie lange gedacht habe, das Vorhaben sei zu teuer, zu gefährlich und zu schwierig.

Für Rutherford wird es jetzt zunächst einmal etwas ruhiger. Was sie nächste Woche tun werde? «Definitiv nichts», sagte die Pilotin am Donnerstag. Es werde wohl etwas ungewohnt, nicht jeden Tag zu fliegen. Nach der Pause will sie Elektroingenieurwesen studieren – mit dem Ziel, Astronautin zu werden, wie sie vor ihrer Reise bereits gesagt hat. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Themen

24 Flugzeug-Menus, die dir garantiert den Appetit verderben

1 / 26
24 Flugzeug-Menus, die dir garantiert den Appetit verderben
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Mexikanischer Moderator rastet komplett aus

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

54 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Oberland-Autobahn
20.01.2022 15:00registriert Juli 2021
Was ich mit 19 gemacht habe? Nun ja, ich habe gearbeitet. Ich hatte kein Geld, um vollzeitlich einem schweineteuren Abenteuerhobby nachzugehen und zu behaupten, ich mache das wegen Feminismus oder so.
19412
Melden
Zum Kommentar
avatar
Frida Kahlo
20.01.2022 15:25registriert September 2019
Ich habe unter Einsatz meines Lebens versucht die Bars und Kneipen Zürichs leer zu saufen.
1512
Melden
Zum Kommentar
avatar
7immi
20.01.2022 14:56registriert April 2014
"Für Rutherford ist das auch ein Zeichen der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern. "
Da ist sie ja selber Teil vom Problem. Gleichberechtigt würde es ja bedeuten, dass sie die zweitjüngste Person ist, die die Welt umrundete, und nicht die jüngste Frau. Solange man Rekorde nach Geschlecht bewertet, herrscht streng genommen keine Gleichberechtigung. Vermutlich ist es auch einfach etwas Marketing und verkauft sich gut. Dennoch ist die Umrundung eine starke Leistung!
953
Melden
Zum Kommentar
54
Einer locht jetzt richtig ein – etwa der Callboy?
Folge fünf erzählt Shakespear'sche Dramen von Bruderzwist und Bruderliebe, von sexueller Zuvielgleisigkeit und einem, der Yuliya mehr zu geben vermag als alle anderen.

Längenvergleiche sind Glückssache. Besonders unter Männern. Dino zum Beispiel ist sich sicher, dass ein bestimmtes Ding dreissig Zentimeter lang sein müsse. Gian misst nach und sagt, nein, zwanzig, nein halt, fünfzig! Aha.

Zur Story