Leben
Wissen

Studie: Berührungen können Schmerz und Angst lindern

Berührungen (auch von Robotern und Stofftieren) können Schmerz und Angst lindern

08.04.2024, 17:0008.04.2024, 18:41
Mehr «Leben»
Smiling boy lying down with teddy bear on bed at home model released, Symbolfoto property released, NJAF00765
Selbst ein Teddy tut es: Auch Berührungen durch Objekte haben einen positiven Effekt.Bild: imago

Eine Umarmung kann wohltuende Wirkung entfalten. Für positive Effekte muss diese aber gar nicht von einem Menschen kommen. Studien zeigen, dass auch Berührungen von Robotern oder Stofftieren helfen.

Ein zartes Streicheln, eine entspannende Massage oder eine feste Umarmung: Berührungen können Schmerzen, Depressionen und Ängste bei Erwachsenen und Kindern lindern. Das zeigt eine Auswertung von mehr als 130 internationalen Studien eines Forschungsteams aus deutschen Städten Bochum, Duisburg-Essen und der niederländischen Hauptstadt Amsterdam, die am Montag im Fachblatt «Nature Human Behaviour» veröffentlicht wurde.

«Berührung, die gewünscht ist, verbessert sowohl bei Menschen mit Erkrankungen in klinischen Situationen als auch bei Gesunden das Befinden», erklärte Studienautor Julian Packheiser vom Institut für Kognitive Neurowissenschaft der Ruhr-Universität Bochum. «Wer den Impuls hat, Familie oder Freunde zu umarmen, sollte sich daher nicht zurückhalten, wenn das Gegenüber es nicht ablehnt.»

Roboter und Stofftiere

Die Ergebnisse des Forschungsteams zeigen, dass kürzere, aber häufigere Berührungen besonders förderlich sind. «Es gilt nicht, je länger die Berührung, desto besser», so Packheiser. «Es muss keine teure, lange Massage sein, auch eine kurze Umarmung zeigt eine positive Wirkung.» Ebenfalls positive Effekte hätten Berührungen durch Objekte – etwa Roboter, Stofftiere oder Umarmungskissen. Diese führten zu einem ähnlichen körperlichen Nutzen wie die Berührung durch Menschen, aber zu kleineren Vorteilen für die psychische Gesundheit.

Von Berührungen profitieren dabei sowohl Erwachsene als auch kleine Kinder. «Bei Säuglingen ist es dabei von Bedeutung, dass es die Eltern sind, die diese Berührungen ausführen. Ihre Berührung wirkt besser als die von Pflegepersonen», berichtete Helena Hartmann von der Universität Duisburg-Essen. «Bei Erwachsenen zeigen sich aber keine Unterschiede zwischen bekannten Personen und professionellem Personal.»

Den grössten Effekt der Berührungen bei Erwachsenen belegten die zahlreichen Studien für die mentale Verfassung der Versuchspersonen. So nahmen Schmerz, Depressivität und Angst signifikant ab. Auch auf kardiovaskuläre Faktoren wie Blutdruck oder Herzfrequenz wirkten sich die Berührungen positiv aus, zeigten aber einen geringeren Effekt. (sda/dpa/lyn)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Der Blumenmond im Mai: 13 spannende Fakten zum Vollmond
Am 23. Mai 2024 um 14.52 Uhr Schweizer Zeit tritt der Vollmond zum fünften Mal in diesem Jahr ein. Er wird auch Blumenmond genannt. Der Grund? Die ganzen Blumen, die im Mai bereits bei uns blühen. Hier weitere spannende Fakten zum Mond.

Der Mond begleitet uns Menschen schon seit Urzeiten. Seit jeher übt er eine anziehende Wirkung auf die Menschheit aus. Besonders in den Vollmondnächten zieht uns die silbrig strahlende Kugel am Sternenhimmel immer wieder aufs Neue in ihren Bann.

Zur Story