Liebe
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polyamorie

In polyamourösen Beziehungen funktioniert diese Konstellation (fast) ganz ohne Eifersucht.
bild: shutterstock

«Wir sind immer single – obwohl wir verlobt sind» – So leben Menschen, die mehrere Leute gleichzeitig lieben

Für viele ist bis heute die Liaison zwischen zwei Personen das einzig denkbare Beziehungsmodell. Wie Menschen leben, die mehrere Personen lieben und auch mit mehreren Partnern zusammen sind, erfahre ich am polyamourösen Stammtisch in Bern. 



«Du bist also mono?», werde ich gleich zu Beginn des Abends von Jürg gefragt. «Ja», antworte ich. «Du hast also nur einen Freund.» «Richtig», antworte ich wieder kurz und knapp, während mich mindestens fünf Personen ungläubig anschauen. Dann platzt es aus mehreren von ihnen heraus: «Und das soll glücklich machen!?» Schnell wird klar: In dieser Runde bin ich ein echt schräger Vogel.

Und das ist auch der Grund, warum sich diese bunte Truppe regelmässig zum Feierabendbier, oder auch mal für ein ganzes Wochenende, trifft: Weil sonst sie die schrägen Vögel sind, die sich für ihre Art zu leben – und vor allem zu lieben – rechtfertigen und erklären müssen. Hier sind sie unter Gleichgesinnten, können Erfahrungen austauschen und über ihre Probleme reden.

Dass diese Probleme – und damit die Art und Weise, Polyamorie zu leben – durchaus sehr verschieden sein können, zeigen die folgenden vier Liebes-Geschichten.

Micha (32) und Sibylle (38)

polyamorie ACHTUNG: Der Mann rechts im Bild darf NIE!!! zu sehen sein

Das Paar wird bald zusammenziehen und heiraten.
Bild: watson

«Viele Leute meinen, Polyamorie bedeute, dass man sich einfach wild durch die Weltgeschichte vögelt», setzt Micha an, um mir das Konzept ihrer Beziehung zu schildern, als seine Freundin Sibylle lachend hinzufügt: «Das habe ich früher aber auch gedacht.» Mit «früher» meint die junge Frau alles, was bis letzten Sommer gewesen ist. Damals hat sie zum ersten Mal an einem Polyamorie-Wochenende teilgenommen – und dort auch Micha kennengelernt.

«Ich war einfach neugierig und habe dort erfahren, dass das ziemlich genau das Konzept beschreibt, was ich seit Jahren lebe», erklärt die 38-Jährige. Sie habe ein relativ grosses Netz von Menschen, die sie liebe. Das sei nicht immer unbedingt mit körperlicher Nähe verbunden – machmal aber schon. Mit einer Frau aus diesem «Netz» hat Sibylle damals an dem Wochenende teilgenommen.

«Ich würde Michas Freundinnen gerne kennenlernen und ganz fest knuddeln.»

Sibylle

Ob Micha bei ihrem Kennenlernen single gewesen ist, möchte ich von dem Pärchen wissen. «Ja», sagt er. Und sie sagt: «Nein». Schnell wird klar, dass Begriffe wie «single» oder «vergeben» in dieser Runde eigentlich gar keinen Sinn ergeben. «Da wir für weitere Beziehungen offen sind, sind wir sozusagen immer single – obwohl wir verlobt sind», erklärt Micha.

Klingt irgendwie logisch. Aber wie funktioniert das Ganze praktisch? Bis jetzt wohnen die Schweizerin und der Deutsche noch in getrennten Wohnungen, aber das soll sich bald ändern: «Wie wir das genau regeln, werden wir dann sehen. Wir ziehen jedenfalls zusammen und jeder von uns wird sein eigenes Zimmer haben», erklärt Sibylle.

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Und das soll ganz ohne Eifersucht vonstattengehen? «Ich bin nicht eifersüchtig auf Michas Freundinnen. Im Gegenteil, ich würde sie unheimlich gerne kennenlernen und ganz fest knuddeln, weil ich ja sehe, wie glücklich sie meinen Verlobten machen und das macht wiederum mich glücklich», so Sibylle.

Dennoch mache man sich in gewissen Situationen so seine Gedanken: «Siehst du den Mann mit dem blauen Pullover da drüben? Das ist Thomas*. Er und ich sind uns letztes Wochenende bei einem Poly-Treff näher gekommen – während Micha im selben Raum war.» In solchen Momenten frage sie sich schon, wie sich das für ihren Partner anfühle und ob sie ihm damit nicht weh tue. Aber in solche Situationen würde man eben gemeinsam hineinwachsen.

Jürg (49)

single

Jürg ist auf der Suche nach einer zweiten Beziehung.
bild: shutterstock

Bei Jürg spielt Eifersucht eine deutlich grössere Rolle. Er ist seit 25 Jahren mit seiner Frau zusammen, 1997 haben die beiden geheiratet. Doch nur in den ersten beiden Jahren war seine Frau ausschliesslich mit Jürg zusammen. Seitdem pflegt sie neben ihrer Ehe jeweils noch mindestens eine weitere Beziehung.

Es hat lange Zeit gedauert, bis Jürg sich an diese Situation gewöhnen konnte: «Vor drei Monaten habe ich meiner Frau, als sie wieder mit ihrem Freund verabredet war, zum ersten Mal von Herzen viel Spass wünschen können. Ich habe mich richtig für sie gefreut und war in dem Moment auch kein Stück eifersüchtig.»

«Wir haben ein erfülltes Sex-Leben und verhalten uns bis heute wie frisch verliebt.»

Jürg

Doch warum tut man sich das an, wenn es doch offensichtlich immer wieder wehtut? «Für mich ist die Erklärung ziemlich einfach: Was wäre es denn für eine Liebe, wenn ich meiner Frau ihr Liebstes verbieten würde?» Nach diesem Motto lebt Jürg nun also seit rund zwei Jahrzehnten.

Folgendes Bild nutzt er, um seine Situation zu beschreiben: «Wenn ich im Zoo durch eine Glasscheibe ein Reh betrachten kann, dann ist das ein schöner Moment. Wenn ich dasselbe Reh aber in freier Natur anschauen kann, wo es theoretisch jeden Moment wegspringen könnte, es aber trotzdem bei mir bleibt, ist das doch viel schöner.»

reh

Jürg möchte seiner Frau ihre Freiheiten lassen.
bild: shutterstock

Ausserdem habe die Polyamorie durchaus ihre Vorteile: In Jürgs Augen entwickeln sich Menschen durch ihre Partner weiter und das treffe auch auf seine Frau zu. «Das macht wiederum die Beziehung zwischen ihr und mir spannender. Wir haben zudem ein erfülltes Sex-Leben und verhalten uns bis heute wie frisch verliebt. Das können wohl nur wenige Paare nach so vielen Jahren Ehe von sich behaupten.»

Theoretisch würden für Jürg dieselben Regeln gelten wie für seine Frau. Nutzen konnte er das bis jetzt aber nicht. «Wenn, dann will ich nicht einfach nur irgendeine Affäre oder so, sondern eine Frau, die ich richtig liebe.» Die habe er bisher aber nicht finden können. Das sei auch ein Grund, warum er heute Abend hier sei: «Hier habe ich vielleicht die Chance, eine Frau zu finden, die mit Polyamorie etwas anfangen kann.» Denn die meisten Frauen seien sofort abgeschreckt, wenn er ihnen erzähle, dass er verheiratet sei. «Selbst wenn ich ihnen sage, dass das für meine Frau völlig okay ist, rennen die meisten weg.»

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Gabriela* (49)

frau verzweifelt

Gabriela ist mit ihrer derzeitigen Situation irgendwie überfordert.
bild: shutterstock

Nach ein paar Gesprächen stellt sich heraus, dass viele der Teilnehmer einander schon kennen. Sie besuchen regelmässig Poly-Stammtische, egal ob dieser gerade in Bern, in Basel oder Zürich stattfindet. Doch von den rund 30 Leuten, die heute hier das lockere Beisammensein geniessen, sind viele zum ersten Mal da. So auch Gabriela. Für sie ist die Polyamorie ganz offensichtlich noch Neuland. Sie ist auf der Suche nach Antworten – und nach sich selbst.

Wenn sie ihre Geschichte erzählt, spricht sie leise, hält immer wieder schützend die Hand vor den Mund, wenn sie schlüpfrige Details preisgibt. Sie möchte sich das, was gerade mit ihr passiert, ganz offensichtlich von der Seele reden, fühlt sich aber ebenso offensichtlich nicht ganz wohl dabei. Kein Wunder, denn sie hat mit einem mächtigen schlechten Gewissen zu kämpfen. Das spürt man deutlich – auch wenn sie selbst meint, dieses längt überwunden zu haben. 

«Sex haben wir schon seit Jahren keinen mehr, also nehme ich ihm ja nichts weg.»

Gabriela

Und das ist ihre Geschichte: Gabriela ist seit über 20 Jahren mit ihrem Mann verheiratet, lange Zeit lebten die beiden eine monogame Beziehung. Bis Gabriela zum erstem Mal fremdgegangen ist. Aus diesem einen Seitensprung wurden zwei – und daraus immer mehr. Heute hat sie neben ihrem Mann noch zwei weitere Beziehungen. Oder drei, so ganz genau kann sie das gerade nicht sagen. Das Problem: Die 49-Jährige hat ihren Ehemann nie eingeweiht. «Ich denke schon, dass er es weiss. Aber wenn, dann verdrängt er es.»

Eine Trennung kommt für Gabriela nicht in Frage, schon allein aus finanziellen Gründen. Die beiden besitzen ein gemeinsames Haus. Ausserdem will sie ihren Mann nicht verletzen. «Sex haben wir schon seit Jahren keinen mehr, also nehme ich ihm ja auch nichts weg.» Von ihrem Frauenarzt hat Gabriela erfahren, dass die Wechseljahre oft mehr bedeuten als nur den Wegfall der Periode und das Auftauchen von Schweissausbrüchen. Die hormonellen Veränderungen nutzt Gabriela nun auch als Erklärung für den emotionalen – und sexuellen – Ausbruch aus ihrer Ehe.

 Ruth* (58) und Neno* (51)

Bild

Elmas, Nicole und Neno am Stammtisch: «Komm, wir machen mal so ein richtig polyamouröses Foto.»
Bild:

Mit ihrer Geschichte steht Gabriela in starkem Kontrast zu all dem, was ich sonst an diesem Abend erfahre. Denn während sie – vor allem ihrem Mann gegenüber – ein Geheimnis aus ihrer Lebensweise macht, sprechen alle andere immer wieder ihr Plädoyer für Ehrlichkeit und Offenheit aus. «Damit eine polyamouröse Beziehung funktionieren kann, sind Vertrauen und Ehrlichkeit ein absolutes Muss», bekomme ich immer wieder zu hören.

Ein perfektes Beispiel dafür liefern Neno (oben rechts im Bild) und Ruth, die ich ebenfalls an diesem Abend in Bern treffe. Weil ihre Liebesgeschichte ein bisschen kompliziert ist, habe ich eine Skizze zur Veranschaulichung angefertigt:

Bild

Wirkt auf den ersten Blick verwirrend, ist aber eigentlich ganz einfach.
bild: watson

Neno und Ruth lieben also beide ausschliesslich ihre festen Partner. Sprich: Neno liebt Anna* und Ruth liebt Jean*. Jean und Anna sind aber ebenfalls ein Paar und Anna pflegt zudem manchmal auch noch weitere Beziehungen, wie bis vor einiger Zeit zu Reto*.

«Wir sind monogam, aber polyamourös orientiert», erklären Neno und Ruth. Beide haben auf sehr verschiedene Weise ihren Weg in dieses polyamouröse Geflecht gefunden: Als Neno vor zweieinhalb Jahren Anna kennenlernt, macht diese ihm ziemlich schnell klar, was Sache ist und dass sie nur unter diesen sehr offenen Bedingungen für eine Beziehung zu haben ist. Neno findet diese Idee sehr ansprechend und ist sofort einverstanden.  

«Eifersucht bedeutet doch nur, dass man neidisch ist oder sich ausgegrenzt fühlt.»

Ruth

Ruth dagegen hat mit ihrem Mann Jean lange Zeit in einer gänzlich monogamen Beziehung gelebt. Bis sich Jean vor fünf Jahren in Anna verliebt hat. «Das gab als erstes Mal einen riesigen Knall und ein grosses Drama», erinnert sich Ruth. Nach vielen Gesprächen und Zeit, die die Wunden heilte, entschied sich das Paar für das neue Beziehungsmodell. Und Ruth ist darüber bis heute sichtlich glücklich.

Wie sie die Sache mit der Eifersucht handelt? «Eifersucht bedeutet doch nur, dass man neidisch ist oder sich ausgegrenzt fühlt. Und dieses Gefühl hat nichts mit der Gegenwart zu tun. Es ist viel mehr ein Zeichen für etwas, was in der Vergangenheit passiert ist und viel tiefer sitzt», erklärt Ruth. In gewissen Momenten pikse es schon ein bisschen, dann mache sie sich aber ganz schnell klar, dass der Grund für dieses Gefühl bei ihr selbst liege.

Wie auch Jürg stünde es Neno und Ruth durchaus zu, ebenfalls weitere Partner zu haben. Und dies wäre auch für beide eine denkbare Option – die Gelegenheit hat sich jedoch bisher nicht geboten. «Natürlich würde ich mich auch gerne mal wieder verlieben, aber das passiert eben nicht einfach so», meint Ruth – und Neno stimmt ihr zu.

Zeit, sich zu verabschieden

Nach vielen Gesprächen, zahlreichen Aha-Momenten und grosser Verwirrung ob der verworrenen Beziehungskonstellationen mache ich mich auf den Heimweg. Als ich mich hinter den Stühlen der anderen vorbei zwänge, um meine Sachen zu holen, sage ich: «Ich suche meine Jacke!» Da grinst mich Jürg an und meint: «Viktoria, du weisst doch, bei uns gibt es nicht meine Jacke», worauf der Rest des Tisches einstimmt: «Bei uns gibt es nur unsere Jacke!»

* Namen von der Redaktion geändert

Liebe über die Grenzen der Hautfarbe hinweg – und die abscheulichen Reaktionen darauf

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
49Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • mortdecai 15.03.2016 22:50
    Highlight Highlight Ich denke, es ist eig. die ehrlichste Beziehungsart von allen. Denn Liebe ist nicht auf eine Person fixiert. Ich liebe meinen Freund. Ich liebe meine Eltern. Ich liebe meine Schwester. Ich liebe meine beste Freundin. Und auch meine Zweitbeste. Keine dieser Lieben schränkt eine andere Liebe ein. Warum also sollte ich meinen Freund weniger lieben wenn ich nebenbei auch noch in jemand anderen verliebt bin?
    Sind wir doch ehrlich: wir verlieben uns doch ständig ein wenig in jemanden. Auf Gefühlsebene oder auf Sexueller, sonstwie oder beides. Wir sollten aufhören, uns deswegen falsch zu fühlen.
  • Sputnik_72 09.03.2016 11:47
    Highlight Highlight Doofes Konzept. Aber passt halt zum heutigen Lifestyle, sich Tür und Tor offen zu lassen (wortwörtlich). Man ist ja sooo tolerant. Dass in der Regel aber immer einer auf der Strecke bleibt wenn so komische Sachen wie z.B Liebe ins Spiel kommen, das kann man ja ausblenden. Eine(r) bleibt immer auf der Strecke.
    Aber wenns schön macht...
  • Mehmed 21.02.2016 12:17
    Highlight Highlight wenn ich das korrekt verstehe, ist die gabriela (49), die ihren mann seit jahren mit verschiedenen männern betrügt, polyamourös. und das soll jetzt neu oder speziell sein? solche fremdgehenden frauen (und männer) gibts wohl zu tausenden. und die beste freundin weiss meistens auch bescheid, ist also nicht mal im heimlichen.
    • Neob 25.02.2016 16:24
      Highlight Highlight Nein das hast du leider falsch verstanden. Das ist nicht das Prinzip der polyamorie. Lies nochmal die Geschichten der anderen. Alternativ gibt es auch noch einen netten wikipedia Artikel der es verdeutlicht.

      Grüße
  • Tilia 19.02.2016 16:35
    Highlight Highlight also ich stell mir das logistik ziemlich aufwändig vor. mehrere echte beziehungen zu pflegen ist anspruchsvoll. aber hut ab wers schafft. stell ich mir superspannend vor.....und frisch in der erotik.
  • Eisenhorn 19.02.2016 16:18
    Highlight Highlight Ich sehe dem ein bisschen mit Skepsis entgegen. Ja ich glaube es kann funktionieren, auf der anderen Seite liest es sich an vielen Stellen eher wie eine Kompromisslösung. Für mich klingt es in vielen von den Berichten wie ein aus der "Not" entstandenes Konstrukt, das meist nur von einer Person gewählt wird, und aus einem passiven Part der es akzeptiert. Es ist eher ein "Teil mich mit X oder es wird nichts", was eine ganz klare aktive und passive Person hat. Die meisten oben beschriebenen Fälle haben mich nicht überzeugt, müssen sie aber natürlich auch nicht :) Jedem das seine...
    • mortdecai 15.03.2016 23:37
      Highlight Highlight Natürlich gibt es meistens einen aktiven Part der die Idee hat, und den passiven, der vielleicht von sich aus nicht auf die Idee gekommen wäre. Dabei muss es nicht unbedingt sein (kann aber natürlich durchaus sein) das der passive Part nur ''aus Not'' zugestimmt hat sondern die andere Person versteht und selber eigentlich auch interessiert ist, nur halt selber nie daran gedacht hat oder es akzeptiert und versteht, selber halt einfach nicht interessiert ist :)
  • Miss_Ann_Thropist 19.02.2016 14:50
    Highlight Highlight Wie widerlich Menschen doch sind. Kaum sehen sie sich mit etwas konfrontiert, dass nicht ihren Dogmen entspricht erlauben sie sich, ein moralisches Urteil zu fällen.
    Liebe Kommentatoren, es zwingt euch keiner, diese Beziehungsform toll zu finden. Oder sogar selbst auszuleben. Und wenn man selbst nicht in einer solchen Situation lebt, ist man wohl kaum in der Lage zu urteilen, ob das gut oder schlecht ist. Individuelles Glück scheint vielen hier ein grosses, böses Fremdwort zu sein.
    • Wiesopferd 19.02.2016 16:44
      Highlight Highlight hm... ist denn Menschen als widerlich zu bezeichnen nicht auch ein moralisches Urteil? ... ich frag nur
    • Miss_Ann_Thropist 19.02.2016 16:59
      Highlight Highlight Ich exkluiere mich nicht von meiner Aussage.
    • SuicidalSheep 21.02.2016 19:02
      Highlight Highlight Danke! Genau meine Meinung. Leben und leben lassen! Frau mit Mann, Mann mit Mann, Frau mit Frau, Trans mit Mann, etc.

      Es ist jedem selbst überlassen wie er oder sie sein Leben lebt und seine oder ihre Liebe auslebt.
  • LandeiStudi 19.02.2016 14:34
    Highlight Highlight Warum sibd die alle so um die 40-50
    Midlife-crisis?
    • Nick Name 19.02.2016 14:58
      Highlight Highlight Und/oder: In der Realität angekommen?
    • mortdecai 15.03.2016 22:52
      Highlight Highlight weil es vermutlich separate Gruppen für Junge gibt (und vielleicht sogar für ältere)
  • Yelina 19.02.2016 13:40
    Highlight Highlight Leben und leben lassen, wenn's für alle Beteiligten so stimmt und alle Bescheid wissen. Mit den Heimlichkeiten von der 49-jährigen Gabriela hab ich allerdings meine liebe Mühe.
    • Der Kritiker 20.02.2016 01:24
      Highlight Highlight da stimme ich Dir vollends zu. statt reinen tisch zu machen und ihrem ehemann allenfalls dieselbe möglichkeit zuzugestehen, wählt sie den egoistischen, den einfachen weg. die restlichen teilnehmer kann ich verstehen. wichtig ist meines erachtens die ehrlichkeit und die fairness ggü allen beteiligten, v. a. was gefühle betrifft.
  • pamayer 19.02.2016 13:38
    Highlight Highlight Toll: viele sehr persönliche kommentare.
    Mal Hand auf's herz: wer war, und wenn nur in phantasien, nicht mal polyamourös?
    Ich denke, für eine polyamouröse lebensform ist transparenz äusserst wichtig.
    Mit dem risiko, dass die vor polyamouröse Realität gestellte Person aus angst, die geliebte Person zu verlieren, einfach ja dazu sagt und still oder weniger still vor sich hin leidet.
    Andererseits: welche liebe tat nie weh??
    frei nach friedrich glauser wären das "imponderabilien", unabwägbarkeiten.
    C'est la vie.
  • SusiBlue 19.02.2016 12:58
    Highlight Highlight @Fumo
    (...)
    2. bist du wohl Einer/Eine, der (mehr-)mal betrogen wurde und dem es dadurch den Boden unter den Füssen weggezogen hat. Vermutlich leidest du heute noch darunter, auch wenn du längst in ner neuen Beziehung lebst. Der Schock und die Enttäuschung und Kränkung sind noch nicht überwunden und stecken wie ein giftiger Dorn in dier. Daher auch dein herumgifteln hier.

    So. Ich fühle mich jetzt besser.
    Lebe übrigens selber auch monogam, seit 8 Jahren in einer festen Beziehung. Ebenso mein Partner (ich wüsste jedenfalls nichts Gegenteiliges).
  • SusiBlue 19.02.2016 12:54
    Highlight Highlight @ Fumo: bis anhin habe ich Watson nur gelesen und war selber nicht als User registriert, aber bei so viel Borniertheit, die da aus deinen Kommentaren spricht, konnte ich mich nicht mehr zurückhalten!

    1. wirft dir ja Niemand vor, dass du monogam lebst oder dass diese Lebensweise schlechter sein soll, als Polyamorie... Wieso also die Aufregung auf deiner Seite?
    Bringt mich zu 2., "Hobby-Psychologie":
    (...)
  • m:k: 19.02.2016 12:21
    Highlight Highlight Finde ich irgendwie bewundernswert. Für mich wär das absolut nichts. Ich habe kein Problem eine Affäre zu haben und zu wissen, dass diese auch noch mit anderen etwas hat. Aber in einer Beziehung kann ich mir dies nicht vorstellen. Vielleicht bin ich einfach zu eifersüchtig, aber ich kann mir nicht vorstellen, die emotionale Intimität einer Beziehung zu teilen. Aber eben:
    Play Icon
  • pd90 19.02.2016 10:58
    Highlight Highlight Wie muss man das verstehen: kommt einer zu mir nach Hause, bu*** meine Freundin während ich im Nebenzimmer sitze und wünsche ihm dann noch einen schönen Tag? Respekt, aber könnte ich wohl nicht...
    Oder hab ich da was falsch verstanden und es findet alles nur auf emotionaler Ebene statt?
    • Madison Pierce 19.02.2016 11:16
      Highlight Highlight So in etwa. :) Eine flüchtige Bekanntschaft lebt polyamor. Seine Freundin ist verheiratet und hat Kinder mit ihrem Mann. Der lebt auch polyamor. Die schlafen sogar manchmal zu dritt im Ehebett. Aber es sind jahrelange Beziehungen, kein wildes Rumge****.

      Ich könnte das nicht auch nicht, aber so rein ethisch betrachtet ist es besser als der "gute Ehemann", der seine Frau auf der Geschäftsreise betrügt.

      Es ist wie bei der Homosexualität: nur weil man etwas abstossend findet, muss man nicht dagegen sein, dass es andere Leute praktizieren.
    • Fumo 19.02.2016 11:17
      Highlight Highlight Ich denke eher dass da Emotionen nicht im Spiel sind, auch wenn die es uns glauben lassen.
      Liebe kann NUR durch Vertrauen und Gegenseitigkeit entstehen, alles andere ist Genitaliengesteuert.
    • pd90 19.02.2016 11:24
      Highlight Highlight Merci für die Aufklärung :-) Dann steht also bei polyarmo mehr die Beziehung/Liebe im Vordergrund und nicht die Sexualität, wie zB bei einer "offenen Beziehung"? Und nein habe nichts dagegen, soll doch jeder das machen, was ihn/sie glücklich macht :-)
    Weitere Antworten anzeigen
  • JuliaParadis 19.02.2016 10:48
    Highlight Highlight hmm ich kenne jemanden der in einer solchen Beziehung lebte (er verliebte sich in eine polyamoren Frau und ging auf die Beziehungsform ein) es machte ihn nicht lange glücklich uns ihren anderen freund auch nicht. Er ist jetzt in einer konventionellen Beziehung. ich stelle mir das sehr schwierig vor aber ich kann es nachvollziehen.
    solange alle Parteien glücklich sind find ich das gut. ich weiss ich wär zu eifersüchtig :) aber ich freue mich für jeden der seine Art zu leben findet und glücklich ist.
  • DerTaran 19.02.2016 10:40
    Highlight Highlight Ich lebe auch in einen Polyamoren Beziehung (seit 8 Jahren). Ich finde es schön, dass immer mehr darüber berichtet wird. In Zeiten, in denen Ehen kaum noch länger als ein paar Jahre halten, war es (und ist es immer noch) eine valable Alternative zur Scheidung, gerade auch wenn man Kinder hat. Man sollte aber nicht denken, dass dabei alles problemlos vonstatten geht. Eine Beziehung zu organisieren kann schon aufwendig sein, viele macht es noch komplizierter, aber wenn es klappt, dann ist es das wert.
  • leya 19.02.2016 10:33
    Highlight Highlight Ich finds nach wie vor am schönsten in trauter Zweisamkeit. Wenn zwei Menschen etwas ganz besonderes haben. Wenn man diese Intimität nur mit einem Menschen teilt und dies einem vollkommen reicht.
    • DerTaran 19.02.2016 11:07
      Highlight Highlight Es geht nicht darum, ob die traute Zweisamkeit nicht weiterhin die Idealvorstellung sein kann. Polyamory ist sicher auch pragmatismus. Wir habe auch Jahrelang in trauter Zweisamkeit gelebt, bis meine Frau sich in einen anderen Mann verliebt hat. Statt 'entweder oder' gibt es eben auch 'sowohl als auch'. Wenn es für alle Beteiligten in Ordnung ist, dann sollte eigentlich nichts dagegen sprechen, oder?
    • kEINKOmmEnTAR 19.02.2016 11:13
      Highlight Highlight @DerTaran: Nichts dagegen sprechen im Sinne dass ich euch das vebieten möchte nein natürlich nicht, aber aus anderen Gründen spricht schon etwas dagegen und das lässt sich mit einem einzigen Satz beschreiben:

      Der Reiz der Limitierung
    • Fumo 19.02.2016 11:15
      Highlight Highlight @DerTaran

      Es braucht kein Studium in Psychologie um zu wissen dass nur Menschen die nie eine intakte Familie hatten sich auf solch "sowohl als auch" einlassen. Tut mir leid.
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  • Fumo 19.02.2016 10:31
    Highlight Highlight "«Und das soll glücklich machen!?» "

    Und deine Antwort darauf war nicht: "Ja, weil mir meine Eltern ein gesundes Empfinden für die Liebe beibringen konnten."

    Ich kann es echt nicht verstehen wie Menschen die eine abnormalen Vorstellung einer Beziehung haben sich das Recht nehmen den gesunden mangelndes Glück vorzuwerfen. Klar, heutzutage darf jeder so leben wie er will und ich möchte denen keinesfalls ihr Lebensstil kritisieren, aber anderen einzureden sie könnten doch in der Monogamie nicht glücklich sein ist reiner Selbstschutz um nicht zugeben zu müssen abartig zu sein.
    • Hierundjetzt 19.02.2016 10:45
      Highlight Highlight Ach komm, dass ist jetzt es bitz zu hart formuliert. Ich tippe eher auf mangelnde Entscheidungskraft, die sich durch alle Lebensbereiche zieht.

      Sie zu jemandem / etwas bekennen ist gleichzeitig auch ein Abschied von der Auswahl. Sich Entscheiden kann einen im 2016 stark überfordern.... Ob dieser Lebensentwurf wirklich glücklich macht, steht auf einem anderen Blatt. Ich persönlich stelle mir das unglaublich anstrengend vor.

      Ich nehme Ihre Definitionen eher als Freundschaft plus wahr. So wie wirs in der Pubertät hatten.

    • DerTaran 19.02.2016 11:02
      Highlight Highlight Polyamoren Menschen sind nich weniger abartig als normale Menschen. Statt aber ihre Partner heimlich zu betrügen, wie das Menschen mit Affairen machen oder notorische FremdgängerInnen, erzählen sie ihren Lieben die Wahrheit und hoffen auf Verständnis. Eigentlich ist ja jeder Polyamoren, die meisten allerdings sequenziell (eine(r) nach dem anderen).
      Ausserdem habe ich die Anfangsfrage, eher als Ironie empfunden um der Autorin die Frage vorwegzunehmen.
    • Viktoria 19.02.2016 11:06
      Highlight Highlight @DerTaran: Ganz genau! Natürlich war diese Frage in gewisser Weise ironisch gemeint. Genauso wie der letzte Satz – mit «unsere Jacke». Die ganze Truppe war unheimlich offen und auch sehr selbstironisch.
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Tantra-Tina, ihre Latexhandschuhe und mein Orgasmus

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