Jetzt äussern sich die Eltern des Attentäters von Aarau
Die Eltern des Attentäters von Aarau haben sich erstmals geäussert und sich für ihren Sohn entschuldigt. Das schreibt der Quotidien Jurassien, der die Aussagen des Vaters am Samstag veröffentlichte.
Nach Angaben des Vaters wurde beim Sohn vor über 20 Jahren Schizophrenie diagnostiziert, heisst es weiter. Der Sohn war demnach 2007 drei Wochen in einer psychiatrischen Einrichtung in Delémont hospitalisiert. Bis heute beziehe der 43-Jährige eine volle IV-Rente.
Wie der Mann trotz dieser Vorgeschichte über mehrere Schusswaffen verfügen konnte, ist weiter unklar. Auch die Eltern haben keine Antwort auf diese Frage, schreibt der «Quotidien Jurassien».
Die Familie sei erschüttert, sagt der Vater gegenüber der Zeitung. Er hoffe, dass die Tat dazu beitragen könne, eine administrative Lücke zu schliessen, damit sich eine solche Katastrophe nicht wiederhole. Genau wie in der restlichen Schweiz gibt es auch im Kanton Jura tausende Waffen in Privatbesitz, die zum Teil nicht bei den Behörden registriert sind.
Eltern wollen Angaben der Behörden korrigieren
Die Eltern hätten nichts über sein Leben gewusst, auch nicht, dass er eine Kalaschnikow und weitere Faustfeuerwaffen besass, sagt der Vater. Die Medikamente, die er aufgrund seiner Erkrankung genommen hatte, seien nach und nach reduziert worden. Seit längerer Zeit habe er gar keine mehr genommen. Zwar hätten ihm seine Eltern mehrfach vorgeschlagen, sich wieder regelmässig medizinisch betreuen zu lassen, doch der 43-Jährige habe nicht auf sie gehört.
Die Eltern äussern sich auch deshalb nun, weil sie der Darstellung der Aargauer Behörden widersprechen wollen. Die Polizei hatte erklärt, dass der mutmassliche Täter Militärdienst geleistet und seine Dienstwaffe 2013 zurückgegeben habe. Er sei jedoch nie im Militär gewesen, sagt der Vater gegenüber dem «Quotidien Jurassien».
Die Familie wolle sich nicht weiter öffentlich äussern. (hkl)
