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Altersvorsorge

HSLU-Studie: Für viele wird das Geld im Alter knapp

HSLU-Studie: Für viele wird das Geld im Alter knapp

06.07.2026, 11:1606.07.2026, 11:16

Wer heute mit 65 Jahren in Pension geht, sollte seine Finanzen nicht nur auf die durchschnittliche Lebenserwartung ausrichten. Ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung hat gute Chancen, 25 Jahre oder länger im Ruhestand zu verbringen. Laut einer am Montag publizierten Studie der Hochschule Luzern (HSLU) kann dies dazu führen, dass das Geld im hohen Alter knapp wird.

Altersarmut. Wenig Geld im Alter. Arm und alt.
Auch wegen der erhöhten Lebenserwartung wird für viele Seniorinnen und Senioren das Geld irgendwann knapp.Bild: Shutterstock

«Ein bedeutender Teil der 65-Jährigen hat heute eine realistische Chance, deutlich älter zu werden als der Durchschnitt. Das kann zum finanziellen Problem werden», sagt Anina Hille, Finanzexpertin am Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der Hochschule Luzern und Autorin der Longevity-Studie 2026.

Seit der Einführung der AHV 1948 hat sich die Ruhestandsdauer stark verlängert: Eine 65-jährige Frau konnte damals noch mit rund 14 weiteren Lebensjahren rechnen, heute sind es 23 Jahre. Bei Männern stieg die verbleibende Lebenserwartung von gut 12 auf über 20 Jahre. Rund die Hälfte der heutigen 65-jährigen Frauen erreicht gemäss Studie das 90. Altersjahr, Männer das 87.

Millionen-Lücke

Wie stark sich wenige zusätzliche Lebensjahre auswirken können, zeigt eine Beispielrechnung aus der Studie: Bei einer Person mit mittlerem Einkommen steigt die Finanzierungslücke zwischen AHV- und Pensionskassenrenten sowie den laufenden Ausgaben von rund 728'000 Franken bei einer Lebensdauer bis 85 Jahre auf rund 921'000 Franken bei 90 Jahren. Wer 100 Jahre alt wird, müsste sogar rund 1,32 Millionen Franken aus Erspartem oder anderen Einkünften finanzieren.

Gründe für den Trend sind der medizinische Fortschritt, bessere Lebensbedingungen und die steigende Lebenserwartung. Allerdings werden nicht alle zusätzlichen Jahre gesund verbracht. Gesundheits-, Pflege- und Wohnkosten können insbesondere in den letzten Lebensjahren deutlich steigen und den Finanzbedarf zusätzlich erhöhen, wie es hiess.

Chance für die Wirtschaft

Aus Sicht der HSLU gewinnt deshalb die private Vorsorge an Bedeutung. Wer früh Vermögen aufbaue und langfristig spare, erhöhe die Chancen, auch einen sehr langen Ruhestand finanziell bewältigen zu können. Gleichzeitig geraten wegen der alternden Bevölkerung auch AHV und Pensionskassen zunehmend unter Druck.

«Longevity» entwickle sich zu einem der prägenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturtrends des 21. Jahrhunderts, sagt Finanzexpertin Hille. Gemäss ihr findet «Longevity» als Investmentthema zwar zunehmend Beachtung, befinde sich jedoch noch in einer frühen Entwicklungsphase. (dab/sda/awp)

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