Schweiz
Arbeitswelt

So passen Schweizer Unternehmen die Arbeitszeiten der Hitze an

Bauarbeiter arbeiten bei grosser Hitze an der Sonne auf einer Baustelle an der Badenerstrasse, fotografiert am Mittwochnachmittag, 25. Juni 2025 in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)
Strassenbauer leiden im Sommer besonders unter der sengenden Hitze.Bild: keystone

Nachtarbeit und Wassermelonen: So passen sich Schweizer Firmen der Hitze an

Die Hitze setzt vor allem Menschen zu, die im Freien schwere körperliche Arbeit verrichten. Einige Schweizer Unternehmen reagieren deshalb mit angepassten Arbeitszeiten oder häufigeren Pausen.
10.07.2026, 10:0010.07.2026, 10:00

Nach einer heissen Woche mit Temperaturen um die 30 Grad bleibt die Hitzewelle auch in der kommenden Woche bestehen. Es werden Höchstwerte von bis zu 37 Grad erwartet. Während Büroangestellte der Hitze mit Klimaanlagen oder Ventilatoren zumindest teilweise entkommen können, haben Menschen, die im Freien arbeiten, diese Möglichkeit kaum. Selbst im Schatten ist die Hitze oft kaum auszuhalten – viele müssen dennoch in der prallen Sonne schwere körperliche Arbeit verrichten.

Aus dem Süden kennt man das Problem bereits. Die starke Mittagshitze wird dort deswegen oftmals mit einer Siesta, einer langen Mittagspause, umgangen. Es stellt sich nun die Frage, ob dies auch in der Schweiz möglich ist.

So trotzen Schweizer Unternehmen der Hitze

Gemüsebauer Heinz Rohner erklärt gegenüber 20 Minuten, wie er mit der Hitze umgeht: «Wir beginnen jetzt um 5 Uhr morgens, arbeiten bis zum Mittag, machen am Nachmittag je nach Möglichkeit etwas im Schatten oder drinnen und gehen am Abend nochmals raus. Wir machen jetzt Siesta wie die Italiener.»

Rohner ist nicht der Einzige, der die Arbeitszeiten anpasst. Im Bau, Gartenbau und dem öffentlichen Verkehr fangen die Leute wenn möglich früher an zu arbeiten, machen öfter Pausen im Schatten oder bekommen zusätzliche Getränke. Die Massnahmen werden auch von Seco und Suva empfohlen. Aber nicht überall ist dies möglich.

Strassenarbeiter sind bei Belagsarbeiten meist der prallen Sonne ausgesetzt. Viel trinken ist für sie ein Muss. Die Gewerkschaft Unia mahnt die Arbeitgeber vor der Hitzewelle an ihre Sorgfaltspflicht. ...
Arbeiterinnen und Arbeitern wird oftmals Wasser zur Verfügung gestellt.Bild: KEYSTONE

Der Baukonzern Implenia verlegt laut der Zeitung besonders anstrengende Arbeiten auf die frühen Morgenstunden oder – wenn möglich – auf kühlere Tage. Den Mitarbeitenden stehen Wasser und andere kalte Getränke zur Verfügung. Ausserdem sind regelmässige Pausen an kühlen Orten vorgesehen. Wo es möglich ist, werden Baustellen zusätzlich beschattet.

Angepasste Arbeitszeiten

Beim Bundesamt für Strassen (ASTRA) dürfen sich die Mitarbeitenden über Kühlwesten und Helme mit Nackenschutz freuen. Bei den SBB werden die meisten Arbeiten im Gleisbereich nachts ausgeführt. Das sind zurzeit 70 Prozent.

Früher anfangen lässt sich aber nicht bei jedem Unternehmen. Die Angestellten auf Baustellen des Tiefbauamts der Stadt Zürich müssen zu gängigen Arbeitszeiten anrücken. Kommunikationsleiterin Evelyne Richiger meint dazu: «Im städtischen Raum müssen wir auch die gesetzlichen Ruhezeiten wegen des Lärmschutzes einhalten.» Je nach Wetterlage werden Arbeiten aber, wo möglich, auf kühlere Tageszeiten verschoben.

Ein weiterer Faktor ist der Kundenkontakt. Eine Siesta lässt sich beispielsweise im Gartenbau mit Terminen in Kundengärten nicht umsetzen. Um die Mitarbeitenden dennoch zu entlasten, stellt das Unternehmen Spross Gartenbau neben Wasser auch Sonnencreme und saisonale Arbeitskleidung zur Verfügung. Während besonders heisser Phasen gibt es zudem Wassermelonen zur Erfrischung.

(kek)

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quelle: keystone / michel euler
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