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F-35-Debakel: Ex-Chef der Finanzkontrolle Huissoud rechnet mit VBS ab

Michel Huissoud, Direktor EFK, rechts, spricht and der Seite von Brigitte Christ, Stellvertretende Direktorin EFK, links, waehrend einer Medienkonferenz ueber der Jahresbericht 2021 der Eidgenoessisch ...
War acht Jahre Chef der EFK: Michel Huissoud warnte schon vor vier Jahren, dass der Fixpreis beim F-35-Deal nicht abgesichert sei.Bild: KEYSTONE

F-35-Debakel: Ex-Chef der Finanzkontrolle rechnet mit VBS ab

18.09.2026, 11:2018.09.2026, 12:05

Der ehemalige Chef der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) Michel Huissoud mahnte bereits 2022, dass der angebliche Festpreis beim F-35 rechtlich nicht abgesichert sei. Heute zeigt sich: Damit lag er richtig. Im Interview mit der NZZ rechnet er nun mit dem VBS und seinen Kritikern ab.

Dass seine Warnung berechtigt war, sei für ihn heute eine Genugtuung. Gleichzeitig tue es ihm für die Bevölkerung leid, dass das VBS dadurch Milliarden verschwendet habe. Er sei jedoch gewöhnt, von Schweizer Politikerinnen und Politikern nicht ernst genommen zu werden, sagt er gegenüber der Zeitung.

Der Berner SVP-Ständerat und Sicherheitspolitiker Werner Salzmann rechtfertigt das damalige Handeln der Politik mit Zweifeln an der EFK. Man habe der Behörde unter der Führung von Michel Huissoud nicht geglaubt, da dieser sich zu stark politisch eingemischt und so die Glaubwürdigkeit der EFK beschädigt habe. Darauf angesprochen sagt Huissoud:

«Die Bevölkerung sollte blinde Politiker nicht mehr wählen.»

Die EFK habe damals klare Fakten geliefert, die von vielen Parlamentariern verstanden worden seien. «Leider hatte die Mehrheit der Kommissionsmitglieder, allen voran die Obersten, keinerlei Motivation, diese Verträge infrage zu stellen», sagt er gegenüber der NZZ. Er vermute, dass die Volksinitiative «Stopp F-35» eine Rolle gespielt habe, die kurz vor der Einreichung stand.

Huissoud: «Sie verhalten sich wie brave Wachhunde»

«Menschen, die der Armee nahestehen, scheint es sehr schwerzufallen, sich selbst zu hinterfragen», erklärt Huissoud der Zeitung auf die Nachfrage, warum es für die Verwaltung schwierig sei, Warnungen der eigenen Kontrolleure ernst zu nehmen. Dies könne daran liegen, dass von ihnen eher erwartet werde, Befehle zu befolgen, als kritisch zu hinterfragen. Er führt aus:

«Sie verhalten sich ein bisschen wie brave Wachhunde: Sie schützen ihr Haus gegen vermeintliche Eindringlinge – seien es zivile Mitarbeiter, die Prüfer der Eidgenössischen Finanzkontrolle, Parlamentarier der Geschäftsprüfungskommission oder Journalisten.»

Huissoud sei wichtig gewesen, dass die EFK offensiv kommuniziere und ihre Berichte veröffentliche, da die Finanzkontrolle eine «entscheidende Rolle für das Funktionieren der Demokratie» sei. Die Bevölkerung erhalte «dadurch die Möglichkeit, die Verwendung der Steuergelder durch Verwaltung und Politik direkt zu überprüfen». (hkl)

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125 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Pixomaniac
18.09.2026 12:05registriert August 2025
Salzmann hört man zu dem Thema auch immer und überall: Typentscheid war richtig, Kritiker und Mahner konnte man nicht vertrauen usw.
Den Beweis, weshalb man ausgerechnet ihm vertrauen soll, hat er selber noch nie erbracht.
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Bikemate
18.09.2026 12:17registriert Mai 2021
Die Ausrede von Salzmann ist ganz echt billig.
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Oberon
18.09.2026 11:49registriert Januar 2014
Wir haben überall Sand im Getriebe und ich sehe im Moment nicht wie unsere Politiker die Schweiz fit für die Zukunft machen können. Der Sumpf von Inkompetenz und Lobbyismus scheint uns völlig zu lähmen. Nu schon dieses Beispiel der Beschaffungen decken so viele Fehler auf und ich will nicht wissen, wie es in den anderen Departments aussieht. Das Einzige, was ich feststelle das der Kostenutzenfaktor jedes Jahr kleiner wird.
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