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F-35-Deal beschert der ETH einen Quantencomputer – das ist der Grund

Die ETH erhält einen Quantencomputer – bezahlt wird er über den F-35-Deal

Undurchsichtige Offset-Geschäfte seien typisch, erklärt ein Wirtschaftswissenschaftler von der Universität St.Gallen gegenüber SRF.
17.09.2026, 10:5817.09.2026, 13:53

Die ETH Zürich bekommt einen Quantencomputer des US-amerikanischen Herstellers IBM geschenkt. Darüber berichtet SRF. Grund dafür ist der F-35-Deal zwischen den USA und der Schweiz.

Gemäss dem Kaufvertrag zum F-35 verpflichtete sich der Kampfjet-Hersteller Lockheed Martin zu sogenannten Offset-Geschäften. Als Gegenleistung für den Rüstungsauftrag muss der US-Konzern Aufträge in Milliardenhöhe an die Schweizer Industrie vergeben.

Quantencomputer IBM
Das «IBM Quantum System Two» – einer der besten Quantencomputer weltweit.Bild: ibm

Eine dieser Gegenleistungen ist der Quantencomputer, den Lockheed Martin bezahlt. «Die ETH und die Schweiz erhalten Zugang zu einer der modernsten Quanteninfrastrukturen der Welt», sagt ETH-Sprecher Markus Gross gegenüber SRF. Der Computer soll bis Ende Jahr am ETH-Supercomputerzentrum in Lugano in Betrieb gehen, heisst es.

ETH: Rüstungsforschung ist ausgeschlossen

Das Projekt stärke den Kompetenzaufbau im Bereich Quantencomputing in der Schweiz, erklärt Armasuisse gegenüber SRF. Davon könnten «auch Armasuisse und die Armee mittel- und langfristig profitieren», etwa im Bereich Cyber und Kryptografie. Quantencomputer seien in der Lage, aktuelle Verschlüsselungsmethoden zu knacken. Dabei würde es sich um ein weltweites Sicherheitsproblem handeln, schreibt SRF weiter.

Trotzdem sei es laut ETH-Sprecher Markus Gross ausgeschlossen, den Computer für Rüstungsforschung zu nutzen. Lediglich Grundlagenforschung dürfe darauf betrieben werden. Damit habe das System keinen direkten militärischen Nutzen.

Armasuisse schätzt Mehrkosten von 700 bis 800 Millionen

Lockheed Martin muss im Zuge der Gegengeschäfte 60 Prozent des Vertragswerts – also rund drei Milliarden Dollar – über Aufträge und Projekte in der Schweiz ausgleichen. Diese Summe fliesst jedoch nicht direkt in die Staatskasse. Durch sogenannte Multiplikatoren kann Lockheed Martin seine Verpflichtungen rechnerisch erhöhen. Investiert der Konzern beispielsweise zehn Millionen Dollar in ein Schlüsselprojekt mit dem Faktor drei, werden ihm 30 Millionen angerechnet, obwohl real nur zehn Millionen fliessen.

epa12984724 A military aircraft takes part in a welcome ceremony for the first Polish F-35 aircraft at the 32nd Tactical Air Base in Lask, central Poland, 22 May 2026. The first three F-35 aircraft ha ...
36 F-35-Kampfjets hat die Schweiz bestellt.Bild: keystone

Dieses System soll den Technologietransfer fördern, hat aber seinen Preis. Armasuisse schätzt laut SRF, dass die Offset-Auflagen den Jet-Kauf um 700 bis 800 Millionen Franken verteuern. Die genauen Kosten für den Quantencomputer sind nicht bekannt.

«Offset-Geschäfte sind ein hochgradig intransparenter Markt», sagt der Ökonom Thomas Friedli von der Universität St. Gallen gegenüber SRF. Ob sich die Mehrkosten durch langfristige Innovationsimpulse für die Schweizer Industrie auszahlen, bleibt demnach unklar und umstritten.

(hkl)

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Andi Weibel
17.09.2026 11:32registriert März 2018
Nicht Lockheed Martin bezahlt den Computer, sondern wir bezahlen ihn mit Steuergeldern. Wir bezahlen einefach ein heftigen Aufpreis.
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B-M
17.09.2026 11:23registriert Februar 2021
Wir erhalten "gratis" einen Supercomputer, und bezahlen dafür 700 bis 800 Millionen mehr für die F-35. The art of the deal.
Hätten wir eine europäisches Flugzeug gekauft, wäre es bereits ausgeliefert, und wir hätten genug Geld übrig, damit wir selbst einen Quantencomputer kaufen könnten.
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RuediRupf
17.09.2026 11:23registriert November 2023
Wie kann es ein Geschenk sein, wenn dafür (um 3 Ecken) bezahlt wurde? 🤷‍♂️
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